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Strukturen kollektiver Gewalt

22.06.1998 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Den theoretischen Voraussetzungen und praktischen Verwirklichungsformen kollektiver Gewalt gewidmet ist die Fachtagung zum Thema "Strukturen kollektiver Gewalt", 1. bis 4. Juli im Museum Bochum (Kortumstr. 147, 44777 Bochum). Veranstalter sind das Institut für Diaspora- und Genozidforschung, der Lehrstuhl für Praktische Philosophie, Prof. Dr. Bernhard Waldenfels, Ruhr-Universität Bochum, sowie das Bochum-Wuppertaler Graduiertenkolleg "Phänomenologie und Hermeneutik".

Bochum, 22.06.1998
Nr. 130

Von Krieg, Verfolgung und Völkermord
RUB-Tagung zu "Strukturen kollektiver Gewalt"
Herausforderung für Sozialwissenschaft und Philosophie


Kosovo, Bosnien, Nigeria ... Die Liste der Länder, in denen Verfolgung, Völkermord, Barbarei an der Tagesordnung ist oder bis vor kurzem noch war ließe sich beliebig erweitern. Warum? Eine Frage, die erst recht Sozialwissenschafler und Philosophen herausfordern muß. Den theoretischen Voraussetzungen und praktischen Verwirklichungsformen kollektiver Gewalt gewidmet ist die Fachtagung zum Thema "Strukturen kollektiver Gewalt", 1. bis 4. Juli im Museum Bochum (Kortumstr. 147, 44777 Bochum). Veranstalter sind das Institut für Diaspora- und Genozidforschung, der Lehrstuhl für Praktische Philosophie, Prof. Dr. Bernhard Waldenfels, Ruhr-Universität Bochum sowie das Bochum-Wuppertaler Graduiertenkolleg "Phänomenologie und Hermeneutik". Gäste und Medien sind herzlich willkommen.

Kein Zögern vor brisanten Fragen

Die Tagung will einerseits Philosophie und Sozialwissenschaften herausfordern, sich ihrer in Deutschland nur zögernden Beschäftigung mit Formen kollektiver Gewalt zu stellen. Dabei spielen phänomenologische und hermeneutische Zugangsweisen eine besondere Rolle. Andererseits möchte die Tagung einen neuen Forschungsschwerpunkt in Nordrhein-Westfalen vorstellen, den das Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum verstärkt in Wissenschaft und Öffentlichkeit einbringen wird.

Themen mit internationalen Wissenschaftlern

Im Zentrum der Tagung steht der Versuch einer interdisziplinären Auseinandersetzung mit Formen von Gewalt, Verfolgung, Krieg und Genozid. Die Schwerpunkte bilden philosophische, sozialpsychologische, soziologische, literaturwissenschaftliche und historische Orientierungen. Unter den international ausgewiesenen Referenten werden Prof. Dr. Bernhard Giesen (Gießen), Prof. Dr. Jens Halfwassen (Köln) und Prof. Dr. Bernhard Waldenfels (Ruhr-Universität Bochum) den Zusammenhang von Ordnung und Gewalt aus soziologischer und philosophischer Perspektive erörtern; Prof. Dr. Jacques Rancière und Prof. Dr. Bertrand Ogilvie (Paris) werden sich der Gewalt unter besonderer Berücksichtung jüngster Ansätze der französischen Philosophie und Soziologie annähern; Prof. Dr. Moshe Zimmermann (Jerusalem), Prof. Dr. Lutz Niethammer (Jena) und Dr. Mihran Dabag (IDG) werden sich kritisch mit wissenschaftlichen Deutungsansätzen zu Völkermorden auseinandersetzen; Prof. Dr. Hans Joas (Berlin), Dr. Ulrich Bröckling (Freiburg) und Dr. Antje Kapust (Ruhr-Universität Bochum) werden sich den unterschiedlichen Gewalten des Krieges stellen; Prof. Dr. Krikor Beledian (Paris) und Dr. Stefan Hesper (Ruhr-Universität Bochum) gehen den Spuren von Gewalterfahrung und Trauma in Erzählmustern und literarischen Bildern nach.

Öffentlicher Abendvortrag

Für eine breitere Öffentlichkeit wird im besonderen der öffentliche Vortrag über "Barbarei und Genozid" von Prof. Dr. Hans Mommsen, Donnerstag, den 3. Juli, 20.00 Uhr, eine Gelegenheit bieten, sich an den Diskussionsergebnissen zu beteiligen. Die Tagung wird unterstützt von der DFG, dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der Stiftung für Armenische Studien.

Weitere Informationen

Um Anmeldung wird gebeten. Institut für Diaspora- und Genozidforschung, Frau Heike Johann, Universitätsstr. 142, 44799 Bochum, Tel.: 0234/ 70 79 78, Fax: 70 80 79, idgbochum@aol.com.

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