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Neuer SFB

22.06.1998 - (idw) Universität Bayreuth

Pressemitteilung
Nr. 42/98
22. Juni 1998

Neuer Sonderforschungsbereich durch die DFG genehmigt
Erneut ein Qualitätssiegel für die Materialforschung in Bayreuth

Ziel: durch Kombination von Ordnungsprinzipien neue synthetische Systeme herstellen

Bayreuth (UBT). Erneut ist der Universität Bayreuth ein Qualitätssiegel im Zusammenhang mit der Materialforschung attestiert worden: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) genehmigte nämlich jetzt einen Sonderforschungsbereich (SFB), dessen zunächst auf drei Jahre ausgerichteten Forschungsarbeiten zum Ziel haben, synthetische Systeme zu bearbeiten, bei denen verschiedene Ordnungsprinzipien kombiniert werden. Die Gutachter der DFG bewerten die Thematik als "international aktuell und langfristig Perspektiven eröffnend". Der neue Sonderforschungsbereich, der die Nummer 481 trägt und dessen offizielles Thema "Komplexe Makromolekül- und Hybridsysteme in inneren und äußeren Feldern" lautet, wird für die dreijährige Laufzeit mit 4,9 Millionen DM ausgestattet.
Ein Ziel der modernen Materialwissenschaft besteht darin, Moleküle zu Materialien zu organisieren. Die bisher studierten Ordnungsstrukturen synthetischer, organischer Systeme basieren vorzugsweise auf der Nutzung eines einzelnen, dominierenden Ordnungsprinzips, wie etwa der Mikrophasentrennung oder Kristallisation. Dabei werden meist schwache innere Felder genutzt. Dies erlaubt die Selbstorganisation der Materialien auf einer primären Längenskala. Eine kontrollierte Organisation und Manipulation auf verschiedenen Längenskalen wird dabei jedoch nicht erreicht. An dieser Stelle greift die Zielsetzung des SFB 481 ein, synthetische Systeme zu bearbeiten, bei denen verschiedene Ordnungsprinzipien kombiniert werden.
Im ersten Projektbereich sollen komplexe Makromolekülsysteme und Kolloide untersucht werden, in denen die Strukturbildung durch Wettbewerbswirkung verschiedener innerer Felder und zum Teil auch in Verbindungen mit größeren Feldern erzeugt wird. Im Projektbereich "Hybridstrukturen und Grenzflächen" soll neben dem Aspekt der Strukturbildung durch äußere Felder auch die Nutzung äußerer Felder zum Auslesen spezieller Eigenschaften in komplexen Makromolekül- und Hybridsystemen studiert werden. Elektrische und optische Eigenschaften stehen dabei im Vordergrund.
Bearbeitet wird das SFB-Thema von Wissenschaftlern aus der Makromolekularen Chemie und der Experimentalphysik sowie aus Theoretischer Physik, Physikalischer Chemie und Materialforschung. Außerdem ist das Bayreuther Institut für Makromolekülforschung (BIMF) als Zentrale Einrichtung der Universität beteiligt. Tragisch ist dabei, daß der als Sprecher des Sonderforschungsbereichs bereits gewählte Lehrstuhlinhaber für Makromolekulare Chemie II, Professor Dr. Reimund Stadler, kurz vor der Genehmigung des SFB starb. Die Mitgliederversammlung wird am kommenden Montag einen neuen Sprecher wählen.
Die Gutachter der DFG hatten der Thematik nicht nur Aktualität bescheinigt, sondern auch darauf hingewiesen, daß die Universität Bayreuth durch ihre lange Tradition der erfolgreichen Kooperation von Chemie und Physik vor allem im Bereich der Polymerforschung ideale Voraussetzungen zur Bearbeitung der gewählten Thematik biete. Außerdem seien mehrere der beteiligten Wissenschaftler im internationalen Vergleich führend. Aus wissenschaftspolitischer Sicht hob der Wissenschaftsrat, der der DFG die Einrichtung von Sonderforschungsbereichen empfiehlt, auch hervor, daß sich der neue Sonderforschungsbereich durch die Einbeziehung der Materialwissenschaft im Zusammenhang mit dem Aufbau der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften (FAN) in eine "wichtige Entwicklungslinie der Universität Bayreuth" einfüge, die durch eine konsequente Berufungspolitik gefördert werde. Es wäre zu begrüßen, heißt es weiter, wenn durch die Beteiligung in- und ausländischer Postdoktoranden das hervorragende Umfeld für den wissenschaftlichen Nachwuchs genutzt und verstärkt werden könnte.
Mit dem neuen Sonderforschungsbereich sind derzeit an der Universität Bayreuth zwei vollständige Sonderforschungsbereiche sowie ein Teilbereich eines weiteren installiert.

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