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Bamberger Hegelwochen 1998 mit Albert und Schnädelbach

22.06.1998 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

BAMBERGER HEGELWOCHEN 1998

23. - 25. Juni 1998

HAUPTREFERENTEN

Prof. Dr. Hans Albert (Heidelberg)

Prof. Dr. Herbert Schnädelbach (Berlin)

TERMINE UND THEMEN

Vortrag von Prof. Dr. Hans Albert

· Dienstag, 23. Juni 1998, 19.15 Uhr, Hegelsaal der Konzerthalle "Sinfonie an der Regnitz" Kritischer Rationalismus. Vom
Positivismusstreit zur Kritik der Hermeneutik.

Vortrag von Prof. Dr. Herbert Schnädelbach

· Mittwoch, 24. Juni 1998, 19.15 Uhr, Hegelsaal der Konzerthalle "Sinfonie an der Regnitz" Kritische Theorie oder Kritischer
Rationalismus? Über Aufgaben philosophischer Kritik heute.

Podiumsdiskussion

· Donnerstag, 25. Juni 1998, 19.15 Uhr, Hegelsaal der Konzerthalle "Sinfonie an der Regnitz" Die Zukunft der
Gesellschaftskritik.

Prof. Dr. Hans Albert (Heidelberg), Prof. Dr. Claus Mühlfeld (Bamberg), Prof. Dr. Richard Münch (Bamberg), Prof. Dr.
Herbert Schnädelbach (Berlin), Prof. Dr. Roland Simon-Schaefer (Bamberg).

Bamberger Hegelwochen 1998:

Renaissance der Gesellschaftskritik?


Unter diesem Motto stehen die diesjährigen Bamberger Hegelwochen vom 23. bis 25. Juni 1998. Dreißig Jahre nach dem
Wiederaufleben des Positivismusstreites in den 68-ern, in dem sich die Kritische Theorie der Frankfurter Schule einerseits und
der Kritische Rationalismus andererseits als Kontrahenten gegenüberstanden, soll versucht werden, der Frage nach dem
Stellenwert einer Gesellschaftskritik in der Philosophie und deren Zukunft aus der Distanz der Postmoderne nachzugehen.

In Abwandlung der bisherigen Gepflogenheiten der Bamberger Hegelwochen sollen daher diesmal auch zwei Hauptreferenten
zu Worte kommen, die die ehemals konträren Lager der 68-er Diskussion vertreten werden.

In seinem Einführungsvortrag am Dienstag, den 23. Juni 1998, mit dem Titel: Kritischer Rationalismus - Vom Positivismusstreit
zur Kritik der Hermeneutik, wird Prof. em. Dr. Hans Albert die grundlegenden Differenzen im Positivismusstreit herausarbeiten.
In seiner Replik auf die 68-er Diskussion stehen sowohl die Anfänge des Positivismusstreites als auch seine weitere
Entwicklung in der Auseinandersetzung der konkurrierenden Schulen im Zentrum.

Hans Albert gilt als einer der namhaftesten Vertreter des Kritischen Rationalismus. In seiner Auseinandersetzung mit der
Kritischen Theorie, vertreten durch Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas, beharrte Albert auf der Unmöglichkeit
letztbegründeten Wissens. Sein berühmtes "Münchhausen-Trilemma" ist bis heute Gegenstand kontroverser philosophischer
Diskussionen: Ihm zufolge führt jeder Versuch einer Letztbegründung entweder in einen infiniten Regreß, da jede
Normenbegründung ihrerseits wieder eine begründungspflichtige Norm darstellt, oder mündet in einen logischen Zirkel, da zur
Normenbegründung Gründe herangezogen werden, die im Verlauf der Begründung bereits als begründungsbedürftig erkannt
worden sind, oder endet durch Abbruch des Begründungsverfahrens, wobei hierdurch ebenfalls keine Begründung erfolgt, da
erneut nach den Gründen gefragt werden kann, die den Abbruch legitimieren.

Die Antwort auf diese Position des kritischen Rationalismus durch den Adorno-Schüler Prof. Dr. Herbert Schnädelbach ist für
den zweiten Vortrag am Mittwoch, den 24. Juni 1998 vorgesehen. In seinem Referat mit dem Thema: "Kritische Theorie oder
Kritischer Rationalismus?" wird Prof. Schnädelbach der Frage nach den eigentlichen Leitdifferenzen zwischen Kritischem

Rationalismus und Kritischer Theorie aus Sicht der gegenwärtigen Diskussionslage nachgehen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion gemeinsam mit Prof. Dr. Roland Simon-Schaefer soll am dritten Veranstaltungstag,
Donnerstag, 25. Juni 1998 unter dem Titel: "Die Zukunft der Gesellschaftskritik", aus Sicht der Referenten die Frage diskutiert
werden, ob angesichts der postmodernen Beliebigkeit der kritischen Gesellschaftstheorie eine neue Konjunktur bevorsteht.

Alle Veranstaltungen finden in der "Sinfonie an der Regnitz" statt. Veranstaltungsbeginn ist jeweils 19.15 Uhr.
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