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Städtebauliche Großvorhaben in der Umsetzung

23.06.1998 - (idw) Deutsches Institut für Urbanistik

Medieninformation
23. April 1998

Deutsches Institut für Urbanistik

Städtebauliche Großvorhaben in der Umsetzung - Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen

Symposium des Deutschen Instituts für Urbanistik in Kooperation mit der Wasserstadt GmbH Berlin


Die meisten städtebaulichen Großvorhaben auf Umstrukturierungsflächen (Industriebrachen, Hafen- und Konversionsflächen, ehemalige Schlachthöfe, Bahngelände) befinden sich derzeit in einer kritischen Realisierungsphase. Der Wegfall von Förderungen für den sozialen Wohnungsbau, das Überangebot an Büro- und Dienstleistungsflächen, veränderte ökonomische Rahmenbedingungen, die Veränderung der Bevölkerungsstruktur, der Wohnungswünsche, des Wanderungsverhaltens sowie der deutlich angestiegenen Angebote im Wohnungssektor machen Umplanungen dringend erforderlich. Für Berlin und viele andere Großstädte stellt sich daher die Frage, ob auf diese veränderten Rahmen-bedingungen allein durch eine Anpassung der Nutzungskonzepte an die Nachfrage und die zeitliche Streckung der Maßnahmen reagiert werden kann.

Im Rahmen eines Symposiums, das das Deutsche Institut für Urbanistik in Kooperation mit der Wasserstadt GmbH Berlin gestern und heute gemeinsam mit rund 120 Vertreterinnen und Vertretern aus kommunalen Planungs-, Finanz- und Wirtschaftsverwaltungen, Entwicklungsträgergesellschaften und Projektentwicklungsbüros durchführte, wurde jedoch deutlich, daß ein "Ausstieg" aus diesen Vorhaben nur mit großen Schwierigkeiten und anderen (neuen) Problemen verbunden wäre.

Auch Uli Hellweg, Geschäftsführer der Wasserstadt GmbH Berlin und zuständig für die in die Kritik geratenen Vorhaben Oberhavel und Rummelsburger Bucht, betonte die Notwendigkeit der Anpassung von Nutzungskonzepten und Umsetzungsstrategien ursprünglicher Planungen an die heutigen ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen.

Besonders unterstrichen wurde, daß die wirtschaftlichen Probleme der Entwicklungsgebiete nicht "hausgemacht" sind, sondern einen Ausdruck der allgemeinen wirtschaftlichen Lage am Immobilienmarkt darstellen. Die Krise am Wohnungsmarkt ist in den Entwicklungsmaßnahmen deutlicher erkennbar als in privatwirtschaftlichen Bauvorhaben, da für den Entwicklungsträger eine "Publikationspflicht" besteht, die bewirkt, daß regelmäßige, umfassende Informationen über den Entwicklungs- und Finanzierungsstand veröffentlicht werden. Diese Transparenz kann von privaten Investoren nicht er-wartet werden, wodurch auch ein direkter Vergleich der Wirtschaftlichkeit nicht möglich ist. Tatsächlich sind Entwicklungsmaßnahmen jedoch wirtschaftlicher als entsprechende städtebauliche Entwicklungen im allgemeinen Baurecht, da nur in Entwicklungsgebieten die durch die öffentliche Hand bewirkten Wertsteigerungen abgeschöpft werden können.

Als eines der zentralen Ergebnisse wurde deutlich, daß alle städtebaulichen Großprojekte, die sich gegenwärtig in der Realisierungsphase befinden, vor allem die Rückendeckung von Politik und Verwaltung benötigen, um nicht ihren größten Vorteil zu verspielen: das Vertrauen der Investoren in die Ernsthaftigkeit der Entwicklungsabsicht der Kommune. (2530 Zeichen)

Weitere Informationen:
Dipl.-Soz. Robert Sander, Telefon 030/39001-267
Dr.-Ing. Arno Bunzel, Telefon 030/39001-238

Pressestelle: Sybille Wenke-Thiem - Telefon: 030/39001-209/-208 - Telefax: 030/39001-130
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Der Text ist frei zum Abdruck - ein Belegexemplar wäre nett.
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