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Sportwissenschaftler untersucht Diagnoseverfahren:

24.06.1998 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)

Nr. 071 / 24. Juni 1998 / sho

Sportwissenschaftler untersucht Diagnoseverfahren:

Thermovision spiegelt Vorgänge im Körper wieder

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Mit der systematischen Untersuchung von Haltungsfehlern bei Patienten, die noch keine Schmerzen am Bewegungsapparat äußern, erforscht ein Nachwuchswissen-schaftler der Universität Karlsruhe ein bildgebendes Diagnoseverfahren, das sowohl die Früherkennung als auch die genaue Untersuchung von Erkrankungen ermöglichen soll: Im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen dem Institut für Sport und Sportwissenschaft der Fridericiana (Prof. Dr. Hans Steiner, Dr. Maria Noszvai-Nagy) und dem Institut für Medizintechnik der Technischen Universität Budapest (Dr. Mihàly Szacsky) untersucht Markus Schmiederer die sogenannte Thermovisionsmethode, die von Dr. Szacsky in Budapest weiterentwickelt wurde.

Die aktive Zusammenarbeit beider Forschungsgruppen begann 1997 mit Gastvorlesungen und ersten praktischen Untersuchungen. Für 1998 ist neben Aktivitäten auf dem Gebiet des Studierendenaustauschs eine größere Reihenuntersuchung geplant. Mit Hilfe anderer diagnostischer Verfahren soll die Genauigkeit der Thermodiagnostik als Nachweismethode bewertet werden.

In der Arztpraxis spielen die Diagnose- und Untersuchungsmethoden eine wichtige Rolle, darunter auch die Bilder liefernden radiologischen Verfahren. Mit diesen sollen gut bewertbare Bilder über die menschlichen Organe sowie Aufschlüsse über Ursachen krankhafter Veränderungen gewonnen werden. Die radiologischen Untersuchungen sind im allgemeinen von invasivem Charakter, da die Aufnahmen mit Hilfe einer den Körper durchdringenden Strahlung angefertigt werden.

Anders die Thermovisionsmethode: Sie macht es sich zunutze, daß alle biologischen Vorgänge, Bewegungen, Erkrankungen usw. im menschlichen Organismus von spezifischen Temperaturänderungen begleitet werden - funktioniert der Körper normal, ist der Wärmehaushalt der einzelnen Körperregionen ausgeglichen. Abweichungen hingegen lassen auf Krankheitsvorgänge schließen.

Der komplexe Mechanismus des menschlichen Körpers kann damit als einheitliches energetisches System verstanden werden: Am Ende jedes Vorgangs kommt Wärme oder ein Wärmeaustausch zustande. Dabei treten die Temperaturen in Form einer elektromagnetischen Infrarotstrahlung aus dem Körper aus, die sich mit Licht-geschwindigkeit fortpflanzt.

Mit der Thermovisionsmethode wird diese Strahlung aufgefangen und in verschiedenen Farben dargestellt. Damit lassen sich auf nicht-invasivem Weg, mit großer Genauigkeit und innerhalb kurzer Zeit gut auswertbare Bilder über die biologischen Vorgänge im menschlichen Körper gewinnen, die neue Möglichkeiten auf dem Gebiet der Gesundheitsprävention und der Krankenversorgung eröffnen. Bei regelmäßigen präventiven Untersuchungen können rechtzeitig krankhafte Veränderungen erkannt werden.

Versuchsweise Anwendungen bestätigen den Erfolg der Thermovisionsmethode: In der Fachdiagnostik liefern genaue Infrarotaufnahmen auf dem Gebiet der Herdforschung und der Schmerzdetektierung, des Kreislauf- und Nervensystems sowie bei Schädigungen der Bewegungsorgane und bei septischen Prozessen wichtige Informationen für den behandelnden Arzt.

In seiner Arbeit versucht Markus Schmiederer anhand der Thermovisionsmethode Patienten mit subjektiven Beschwerden, unklarer Genese (z.B. Kopfschmerzen, Mißempfindungen) zu untersuchen. Insbesondere prüft er mögliche Zusammenhänge dieser Probleme mit Haltungsfehlern, Muskelverspannungen, sportlichen Aktivitäten, Arbeitsplatzbelastungen, früheren Verletzungen, Operationen. Entzündungen usw. Des weiteren ermittelt Markus Schmiederer den Anteil beschwerdefreier Probanden mit auffälligen/krankhaften Thermovisionsbefunden.


Nähere Informationen:

Prof. Dr. Hans Steiner und Dr. Maria Noszvai-Nagy
Institut für Sport und Sportwissenschaft
Tel. 0721/608-2484, Fax 0721/608-3399

Diese Presseinformation ist auch im Internet unter folgender Adresse abrufbar:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/Pressestelle/pi071.html
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