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Leopold-Zunz-Zentrum in Wittenberg

24.06.1998 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Forschungen zum europäischen Judentum

Am Sonntag, dem 28. Juni 1998, um 17.30 Uhr, wird in der Stiftung Leucorea in der Lutherstadt Wittenberg das zu Jahresbeginn gegründete Leopold-Zunz-Zentrum zur Erforschung des europäischen Judentums feierlich eröffnet. Das Forschungsprofil dieses Zentrums zielt vor allem auf die Geschichte, Philosophie und Literatur des europäischen Judentums vom 16. bis zum 19. Jahrhundert.
Im Rahmen der Eröffnungsfeier hält Prof. Dr. Eleazar Gutwirth von der Universität Tel Aviv einen Vortrag zur Literatur der Juden in Spanien.
Unmittelbar danach, am 29. und 30 Juni 1998, veranstaltet das Leopold-Zunz-Zentrum sein erstes Forschungskolloquium. Ausgewiesene Wissenschaftler stellen ihre neuesten Forschungsergebnisse zur Geschichte und Kultur der Juden in der Renaissance vor.

Benannt wurde das Zentrum zur Erforschung des europäischen Judentums nach dem hervorragenden jüdischen Gelehrten des 19. Jahrhunderts und Begründer der Wissenschaft des Judentums, Leopold Zunz (1794-1886), dem die Universität Halle-Wittenberg 1821 den Titel eines Doktors der Philosophie verlieh.
Ein interessanter interdisziplinärer Ansatz ist auch dadurch gegeben, daß für die nächsten Jahre Kooperations-Projekte mit dem ebenfalls in der Leucorea angesiedelten Zentrum für Reformationsgeschichte und Lutherische Orthodoxie vorgesehen sind. Dabei sollen - in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Pietismusforschungen der Martin-Luther-Universität und mit der historischen Bibliothek der weltbekannten Franckeschen Stiftungen - verschiedene Aspekte des Verhältnisses zwischen Judentum und christlicher Renaissance-Gelehrsamkeit analysiert werden. Ein Schwerpunkt wird die jüdische Reaktion auf die Reformation sein. Darüber hinaus werden Edition und kommentierte Übersetzung historiographisch relevanter jüdischer Schriften zur Reformation vorbereitet.
Auch eine gemeinsame Fachbibliothek des Leopold-Zunz-Zentrums und des Seminars für Jüdische Studien am Fachbereich Kunst- und Altertumswissenschaften der alma mater halensis et vitebergensis wird gegenwärtig aufgebaut. Sie umfaßt bisher etwa 10.000 Bände, vornehmlich zur Renaissance.
Neben der Wittenberger Forschungstätigkeit hat das Zentrum in Halle am Seminar für Jüdische Studien der Martin-Luther-Universität eine Vortragsreihe ins Leben gerufen. Zwei Eröffnungsvorträge werden am Freitag,
dem 26. Juni, ab 15.30 Uhr gehalten. Zuerst spricht Prof. Dr. Giuseppe Veltri, Direktor des Leopold-Zunz-Zentrums und des Seminars für Jüdische Studien, über die Bedeutung von Leopold Zunz für Halle.
Im Rahmen dieser Vortragsreihe werden renommierte in- und ausländische Wissenschaftler nach Halle kommen.
Noch vor der Sommerpause stellt am 6. Juli 1998, um 18.00 Uhr, Prof. Dr. Markham J. Geller aus London "Jüdische Gelehrsamkeit in der Antike" vor.
Schließlich wird von Oktober 1998 bis März 1999 eine Friedrich-August-Wolf-Ausstellung" zu sehen sein. Darin werden anhand von Büchern und Stichen aus der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt die Verdienste des Begründers der Altertumswissenschaften als Altertumsforscher und Philologe, die Wirkungsgeschichte seines Werks sowie dessen Einfluß auf Leopold Zunz und die "Wissenschaft des Judentums" dargestellt.

Ansprechpartner:

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Fachbereich Kunst- und Altertumswissenschaften
Institut für Orientalistik - Seminar für Jüdische Studien
Prof. Dr. Giuseppe Veltri
Reichardtstraße 2
06099 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 552 40 64; Fax: (0345) 552 72 00
e-mail: veltri@orientphil.uni-halle.de
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