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Sonderausstellung: Die Welt der Römer

25.06.1998 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die erste Rasur ist für viele junge Männer ein einschneidendes Ereignis. Im Alten Rom war das nicht anders. Doch wurde seinerzeit das Entfernen der ersten Bartstoppeln groß gefeiert, und zwar in einer Art religiösen Zeremonie - der erstmals Rasierte legte sein Kinderspielzeug ab und galt fortan als Erwachsener.

Solche Alltagsszenen aus der Welt der Römer führt eine Sonderausstellung im Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg vor Augen. Sie wurde am Mittwoch, 24. Juni, bei einer Feierstunde eröffnet. In den Räumen der Antikenabteilung im Südflügel der Residenz werden unter anderem Objekte gezeigt, die der Ausstattung römischer Häuser und Villen dienten. Dazu gehören auch die Kultschreine, in denen die ersten Barthaare der Jünglinge in einer Schatulle aufbewahrt wurden.

Dargestellt ist auch die Entwicklung der verschiedenen Öllampenformen. Ist eine Lampe mit einem Kreuz versehen, dann könne man sie dem Besitz eines Christen zuordnen, wie Prof. Dr. Ulrich Sinn, Leiter der Antikenabteilung, bei einer Führung mit Vertretern der Medien erläuterte. Die Christen im Römischen Reich - das ist ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung. Der Besucher erfährt beispielsweise vom Toleranzedikt des Kaisers Constantin, das dieser im frühen 4. Jahrhundert erließ und demzufolge das Christentum als eine von vielen Religionen geduldet wurde.

Erneut hat das Wagner-Museum bei dieser Ausstellung mit Schulen kooperiert: Es waren Zöglinge des Würzburger Wirsberg-Gymnasiums unter Anleitung ihres Kunsterziehers Edgar Berthold beteiligt. Auf das Konto der Schüler geht die Gestaltung einer römischen Küche mit Feuerstelle, Brennholz und Bodenmosaik. Zudem haben sie eine Grabstelle nachgebaut. Denn auch römische Brandbestattungen und die Grabkultur in den verschiedenen Regionen des Römischen Reiches werden durch Exponate veranschaulicht. Themen der Ausstellung sind unter anderem auch: römische Gärten, Geschichte und Herstellung von Glas in der Antike, Pilgerzentren der Antike und Spätantike.

Alle ausgestellten Objekte stammen aus dem Bestand des Martin-von-Wagner-Museums. Als Glanzlichter bezeichnet Prof. Sinn einige Kunstwerke, die dem Museum unlängst geschenkt wurden. Darunter befinden sich Stücke aus der Schenkung des Schweinfurter Sammlers Hans J. Schwerdhöfer sowie aus der Sammlung des verstorbenen Mediziners Prof. Dr. Wolfgang Leydhecker, die jetzt zum Teil erstmals gezeigt werden.

Zeitgleich mit der Ausstellung wurde im Toscanasaal der Residenz die internationale Tagung "Olympia in der römischen Kaiserzeit und Spätantike" eröffnet, die bis 27. Juni dauert. Die Festrede: "Zur frühesten Geschichte des Heiligtums von Olympia. Neue Ergebnisse der Ausgrabungen am Pelopion" hielt der Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts, Prof. Dr. Helmut Kyrieleis.

Die Ausstellung "Aus der Welt der Römer. Zeugnisse der römischen Kaiserzeit und Spätantike im Martin-von-Wagner-Museum" ist bei freiem Eintritt bis 3. Oktober zu sehen. Sie wurde unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Sinn und Dr. Thomas Völling von Mitarbeitern und Studierenden des Lehrstuhls für klassische Archäologie der Universität Würzburg erstellt.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 14.00 bis 17.00 Uhr, jeden zweiten Sonntag von 9.30 bis 12.30 Uhr sowie nach Vereinbarung. Führungen sind nach Anmeldung möglich, T (0931) 31-2866, Fax (0931) 1 30 37, E-Mail:

arch001@mail.uni-wuerzburg.de

Zudem bietet das Martin-von-Wagner-Museum an, Führungen zu Aspekten der antiken Kultur zu erarbeiten, die von den Interessenten zuvor vorgeschlagen wurden. Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen.
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