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Nachwuchs-Förderpreis für Chemiker und Mediziner

26.06.1998 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der Chemiker Privatdozent Dr. Roland Krämer und der Mediziner Privatdozent Dr. Michael Raghunath haben den diesjährigen Nachwuchs-Förderpreis der Universität Münster erhalten. Die mit jeweils 10.000 Mark dotierte Auszeichnung der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität wurde ihnen am Donnerstag, 25. Juni 1998, im Rahmen einer Feierstunde im Gräftenhof des Freilichtmuseums Münster durch den Vorsitzenden der Förderergesellschaft, Dr. Rudolf Holdijk, überreicht.

Mit dem alljährlich für herausragende Forschungsleistungen vergebenen "Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses" werden insbesondere die Habilitationsschriften der beiden Wissenschaftler ausgezeichnet. In seiner bei Prof. Dr. Bernt Krebs vom Anorganisch- Chemischen Institut der Universität durchgeführten Untersuchung zum Thema "Funktionelle Modellkomplexe für hydrolytische Metalloenzyme" hat Dr. Krämer ein sehr aktuelles Forschungsgebiet bearbeitet, das weit in grundlagenorientierte und angewandte Bereiche der Biologie, Biophysik und Chemie ausstrahlt. So ist es dem heute 34jährigen Chemiker gelungen, neue, synthetische Modellverbindungen für metallhaltige Enzyme zu entwickeln, die Biopolymere wie Proteine und Nucleinsäuren spalten. Damit hat er einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Rolle von Metallen in der Biokatalyse geleistet. Wie es in der Preisurkunde heißt, zeigt die Arbeit darüber hinaus das Anwendungspotential der künstlichen Enzyme in der Biochemie und in der Sensortechnologie auf.

Aufgrund seiner wegweisenden Forschungsergebnisse ist der aus dem saarländischen Völklingen stammende Chemiker bereits heute international bekannt geworden. Verschiedene Preise und Auszeichnungen zeugen von seiner herausragenden Bedeutung als führender Nachwuchswissenschaftler im Bereich der anorganischen und bioanorganischen Chemie. So wurde er beispielsweise noch vor kurzem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem renommierten Förderpreis im Gerhard-Hess-Programm ausgezeichnet.

Mit der Auszeichnung der Habilitationsarbeit von Dr. Raghunath, der derzeit an der münsterschen Universitäts-Hautklinik tätig ist, würdigt die Förderergesellschaft den bedeutenden Beitrag des Mediziners zur Erforschung der molekularen Grundlagen wichtiger physiologischer Eigenschaften des Bindegewebes. Entstanden ist die Arbeit des gebürtigen Frankfurters zum Thema "Mikrofibrillen des Bindegewebes: Physiologie des Fibrillins und seine pathobiochemische Bedeutung am Beispiel des Marfan-Syndroms" bei Prof. Dr. Hans Kresse vom Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie. Der heute 37jährige Preisträger hat sich intensiv mit zellbiologischen, biochemischen und molekularbiologischen Aspekten des Marfan-Syndroms, einer gefährlichen angeborenen Bindegewebserkrankung, beschäftigt. Im Rahmen seiner Habilitationsarbeit hat er unter anderem eine Reihe biochemischer Untersuchungsmethoden entwickelt, die zu neuen Konzepten über die Entstehung des mikrofibrillären Apparates des Bindegewebes geführt haben. Seine Forschungsergebnisse haben, wie es in der Preisurkunde heißt, zu einer Erweiterung des methodischen Repertoires in der Diagnostik von angeborenen Störungen des Bindegewebes geführt.

Wie Krämer hat auch Raghunath bereits bereits verschiedene wissenschaftliche Auszeichnungen für seine Forschungsarbeiten erfahren. So hat er etwa 1992 den Nestlé Forschungspreis erhalten, 1995 eine Auszeichnung der Marfanstiftung Schweiz und 1996 den ersten Preis der Europäischen Vereinigung für kindliche Verbrennungsverletzung.

Der "Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses" wurde 1980 aus Anlaß des 200jährigen Jubiläums der Universität Münster gestiftet und von der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität 1981 erstmalig verliehen. Seitdem wird der Preis jährlich an Nachwuchswissenschaftler für herausragende Forschungsleistungen vergeben.

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