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Neues Forschungszentrum für Innovationspolitik

02.07.1998 - (idw) Universität Kassel

Kassel. Eine gemeinsame Forschungsstelle für Innovationspolitik werden das Karlsruher Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) und die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) in Kassel aufbauen. Die Forschungsgruppe soll sich umfassend mit den politischen Bedingungen für wissenschaftlich-technische Innovationsprozesse auseinandersetzen - von der Ideenfindung im Labor oder am Markt bis hin zu ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen - und dabei der Frage nachgehen, ob und wie staatliche Politik technische und wirtschaftliche Innovationsprozesse beeinflussen kann.

Kassel. Eine gemeinsame Forschungsstelle für Innovationspolitik werden das Karlsruher Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) und die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) in Kassel aufbauen. Die Forschungsgruppe soll sich umfassend mit den politischen Bedingungen für wissenschaftlich-technische Innovationsprozesse auseinandersetzen - von der Ideenfindung im Labor oder am Markt bis hin zu ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen - und dabei der Frage nachgehen, ob und wie staatliche Politik technische und wirtschaftliche Innovationsprozesse beeinflussen kann. Angesichts des beschleunigten nationalen und internationalen Wettlaufs um Erfindungen, Patente und technische Neuerungen sei dieses "Forschungsgebiet an der Schnittstelle von Politik und Technik" besonders zukunftsträchtig, wie der Direktor des Karlsruher ISI, Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer, und GhK-Präsident Prof. Dr. Hans Brinckmann in einem Pressegespräch am Rande der gemeinsamen Tagung "Innovationspolitik in globalisierten Arenen" am 2. Juli in Kassel betonten.

Dabei wollen das ISI und die GhK - ganz innovativ - ihre sich gegenseitig ergänzenden Kompetenzen zu gemeinsamer Stärke bündeln. Der jetzt zwischen Karlsruhe und Kassel abgeschlossene Kooperationsvertrag sieht vor, den Aufbau der Forschungsgruppe mit der Neuausschreibung der Kasseler Professur für das Fachgebiet Politisches System der Bundesrepublik Deutschland zu verbinden, die den Schwerpunkt "Innovationspolitik" erhalten und mit zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen ausgestattet werden soll. Auch das ISI wird sich mit mindestens zwei Mitarbeiterstellen beteiligen, die durch Drittmittelprojekte eingebracht und in Kassel arbeiten werden. "Wir wollen die jeweilige Infrastruktur gegenseitig nutzen, Forschungsaufträge im Rahmen des deutschen und europäischen Forschungsnetzwerks gemeinsam akquirieren und damit den weiteren Ausbau voranbringen", beschrieb Präsident Brinckmann die beabsichtigte Strategie. Dabei sollen die Forschungsprojekte auch mit der Lehre in den Politikwissenschaften der GhK verknüpft werden und Studierenden, Diplomanden und Doktoranden neue Arbeitsmöglichkeiten sowohl in Kassel wie in Karlsruhe eröffnen.
Sowohl Brinckmann wie Meyer-Krahmer rechnen damit, daß sich die neue Forschungsgruppe auch deshalb zu einer gefragten Adresse in Sachen Innovationspolitik entwickeln kann, "weil sich das ISI und die GhK auf diesem Gebiet hervorragend ergänzen". So habe die GhK in ihrer "Forschungsgruppe Verwaltungsautomation" erhebliche Kompetenz in Fragen der Staatsmodernisierung aufgebaut, die mit dem Einsatz neuer Technik angestoßen wurden. Sie könne zugleich ihr besonderes Engagement in der Grundlagenforschung, der Methodenentwicklung und der mittelfristigen Entwicklung neuer Ansätze der Politikentwicklung einbringen. Das ISI wiederum habe sich einen ausgezeichneten Ruf in der Feldforschung, bei anwendungsorientierten interdisziplinären Analysen sowie in der Evaluation von innovationspolitischen Maßnahmen und der Beobachtung technologischer Trends erworben. Damit könne die gemeinsame Leistungsfähigkeit ausgebaut und die Position im wissenschaftlichen Wettbewerb deutlich gestärkt werden. Es sei deshalb nicht unrealistisch, daß durch diese Zusammenarbeit im nationalen und internationalen Bereich zusätzliche Forschungsaufträge und Drittmittelprojekte eingeworben werden könnten.

Auch für eine Ausdehnung der Kooperation halte die jetzt getroffene Vereinbarung die Türen weit offen. Auf Grund der Schwerpunkte des ISI und der Politikwissenschaft an der GhK werde zunächst die Zusammenarbeit im Bereich von Politik und Technik angegangen. Sie könne perspektivisch aber auch auf weitere Felder wie Umwelt, Kommunikation, Industrieökonomik, Regionalwirtschaft, Soziologie und Ingenieurwissenschaften ausgedehnt werden, auf denen beide Institutionen tätig seien.

Um das wissenschaftliche Profil der neuen Forschungsgruppe aufzubauen, wurde mit dem ISI vereinbart, auch durch gemeinsame Tagungen und Konferenzen zur innovationspolitischen Debatte beizutragen. Die Präsentation der künftigen Zusammenarbeit wurde deshalb in den Rahmen eines gemeinsamen Kolloqiums zum Thema "Innovationspolitik in globalisierten Arenen" gestellt, bei dem sich am 2. und 3. Juli unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Grimmer, GhK, und Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer, ISI, internationale Experten mit den Folgen sich wandelnder Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik für Forschung und Lehre auseinandersetzen. bar

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