Brisantes Symposium: Richard Wagner und die Juden02.07.1998 - (idw) Universität Bayreuth
Die Wechselwirkung zwischen Richard Wagner und der jüdischen Geisteswelt ist das Thema eines Syposiums, das in Israel einen neuen Weg zu Wagner bahnen soll. Kulturwissenschaftler und Historiker aus den USA, Israel und Deutschland tragen ihre Erkenntnisse in Bayreuth während der Festspielzeit vor.
Bayreuth (UBT). Das brisante Thema "Richard Wagner und die Juden" trägt ein internationalen wissenschaftlichen Symposions, das auf Anregung der Universität Tel Aviv und aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Staates Israel vom 6. bis zum 11. August während der Bayreuther Festspiele im Arvena-Kongreßhotel in Bayreuth stattfindet. Die Universität Tel Aviv möchte mit diesem Symposion einen neuen Weg zu Wagner bahnen, dessen Werke nach einem ungeschriebenen Gesetz bis heute in Israel nicht öffentlich aufgeführt werden. Die Leitung des von der Richard-Wagner-Stiftung und der Howard Gilman Israel Culture Foundation getragenen Symposions liegt in den Händen des israelischen Komponisten und Musikhistorikers Ami Maayani, des Autors der ersten in hebräischer Sprache erschienenen Wagner-Biographie, der Bayreuther Theaterwissenschaftlerin Susanne Vill und des Heidelberger Literaturwissenschaftlers und Wagner-Experten Dieter Borchmeyer. Historiker und Kulturwissenschaftler aus Israel, den USA und Deutschland werden die Wechselwirkungen zwischen Wagner und der jüdischen Geisteswelt von den Einflüssen der Kabbala auf sein Spätwerk über die Inspiration durch und auf jüdische Komponisten und Schriftsteller (Meyerbeer, Heine, Mahler, Schoenberg) bis zu seiner Rolle in der Geschichte des Antisemitismus diskutieren. Eröffnet wird das Symposion am 6. August mit Ansprachen von Avi Primor, dem Botschafter des Staates Israel in Bonn, Ignatz Bubis, dem Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Yoram Dinstein, dem Präsidenten der Tel Aviv University sowie dem Bayerischen Kultus- und Wissenschaftsministerminister Hans Zehetmair und Vertretern der Richard-Wagner-Stiftung. Den ersten der englischen und deutschen Vorträge, die simultan übersetzt werden, hält Saul Friedländer (Tel Aviv/Los Angeles) über das Thema "Bayreuth und der Erlösungsantisemitismus". Die Dirigenten der diesjährigen Bayreuther Festspiele haben ihre Teilnahme an einer Podiumsdiskussion zum Rahmenthema des Symposions zugesagt. Weitere Informationen über das Symposion bei: Prof. Dr. Susanne Vill, Universität Bayreuth, D-95440 Bayreuth, Tel. 09 21/ 55 - 35 61, Fax -36 41; Tel/Fax 0921/2 78 17; e-mail: susanne.vill@uni-bayreuth.de Programm der Tagung W A G N E R U N D D I E J U D E N Internationales Symposion 6. - 11. August. 1998 in Bayreuth In Zusammenarbeit mit der Richard-Wagner-Stiftung, der Howard Gilman Israel Culture Foundation, dem Richard-Wagner-Verband und der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth Arvena Kongresshotel, Eduard Bayerlein Str. 5a6. August. 1998 10.00h Eröffnung Begrüßung: Dr. Dieter Mronz Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth, Geschäftsführer der Richard-Wagner-Stiftung Hans Zehetmair stv. Ministerpräsident des Freistaates Bayern und Bayerischer Staatsminister für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst Avi Primor Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland Ignatz Bubis Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland Prof. Dr. Yoram Dinstein Präsident der Tel Aviv University Dr. h.c. Wolfgang Wagner Paul Götz Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes Prof. Dr. Susanne Vill, Universität Bayreuth 11.00h Leitung: Prof. Ami Maayani Prof. Dr. Saul Friedländer Tel Aviv University, University of California, Los Angeles Bayreuth and Redemptive Antisemitism 11.45h Prof. Dr. Dieter Borchmeyer Universität Heidelberg Heinrich Heine - Richard Wagner. Analyse einer Affinität 12.45h Podiumsgespräch mit den Dirigenten der Bayreuther Festspiele 18h Das Rheingold 7. August 98 10.00h Prof. Dr. Jens Malte Fischer Universität München Richard Wagners Schrift "Das Judentum in der Musik" 10.45h Prof. Dr. Yirmiyahu Yovel Hebrew University, Jerusalem Nietzsche, Wagner and the Jews 11.45h Prof. Dr. Peter Gay New York Public Library Wagner Through a Freudian Lense 12.30h Prof. Dr. Udo Bermbach Universität Hamburg Antisemitismus als ästhetisches Programm? 16h Die Walküre 8. August 1998 Sabbat 20.00h Prof. Dr. Hans Vaget Smith College, Northampton Es ist viel 'Hitler' in Wagner. Thomas Mann über Wagner, Hitler und die Juden 20.45h Prof. Dr. Jane Fulcher Indiana University USA, Paris Wagner, Anti-Semitism, and the Battle between the French 'Classic' and Facist Right 9. August 1998 10.00h Prof. Dr. Hermann Danuser Universität Berlin Jüdische Charakterzeichnung in Wagners Werk? Dramaturgische und musikalische Aspekte 10.45h Prof. Dr. David S. Katz Tel Aviv University Wagner, the Jews and the Occult Tradition 11.45h Dr. Wolf Daniel Hartwich Universität Heidelberg Das Judentum in Wagners Spätwerk: Kunstreligion und Kabbala 16h Siegfried 10. August 1998 10.00h Prof. Dr. Sieghart Döhring Universität Bayreuth Die Rezeption von Meyerbeers und Wagners Musiktheater 10.45h Dr. Oswald Georg Bauer, Bayerische Akademie der Schönen Künste, München Wagner und Meyerbeers 'Prophète' 11.45h Prof. Dr. Susanne Vill, Universität Bayreuth Mahler und Wagner - sichtbares und unsichtbares Theater 12.30h Lutger Arens, Universität Bochum Arnold Schoenbergs Musiktheater 15.00h Joseph Horowitz New York Wagner and the American Jew - A Personal Reflection 15.45h Prof. Dr. David C. Large Bozeman, USA Mirror of the Master? Houston Stewart Chamberlain's Racial Theories 16.45h Prof. Dr. Paul Lawrence Rose, USA Wagner and Hitler after the Holocaust 11. August 1998 10.00h Dr. Dina Porat Tel Aviv University The Impact of Wagner's Concepts on the Nazi Movement 10.45h Dr. Na'ama Sheffi Tel Aviv University Wagner in Israel: from the Ban to the Creation of a Symbol, 1938-1997 11.45h Podiumsdiskussion Leitung: Prof. Ami Maayani Prof. Dr. Susanne Vill, Prof. Dr. Dieter Borchmeyer 16h Götterdämmerung (Stand 9.6.98)
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