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Das "domestizierte" Photon - LPHYS '98 in Berlin

06.07.1998 - (idw) Forschungsverbund Berlin e.V.

Licht als universelles Werkzeug /Das Berliner Max-Born-Institut (MBI) empfängt vom 6.-10. Juli rund 200 Laserforscher aus aller Welt

7th International Workshop on Laserphysics
zusammen veranstaltet mit dem
207. W. E. Haereus Seminar on "Strong Field Interactions"


Die jährliche LPHYS - Konferenz ist zu einem wichtigen Treffpunkt von Laserphysikern aus Ost und West geworden. Rund 200 führende Wissenschaftler aus aller Welt stellen neueste Enwicklungen sowohl im Grundlagen- als auch Anwendungsbereich der Laser vor

Laser sind heute, ziemlich genau 40 Jahre nach ihrer Erfindung, zu einem vertrauten Begriff geworden: Laserscanner an der Kaufhauskasse, Laserdrucker, Laser im CD-Player und in der Diskothek, Laserschweißen im Automobil- und Schiffsbau, Laser in der Medizin und in der Kommunikationstechnologie haben ihren festen Platz und umfassen weltweit einen Markt von einigen Milliarden US-Dollar pro Jahr.
Anwendungsfelder und Erscheinungsformen der Laser sind beinahe unüberschaubar geworden. Was sie verbindet, ist die Fähigkeit, dem Medium "Licht" neue, früher ungeahnte Eigenschaften aufzuprägen und es damit dienstbar zu machen:
höchste Kohärenz (Gleichtakt der Lichtwellen) für Holographie, für ultrapräzise Zeitmessung in Atomuhren oder für spektroskopische Forschung,
kürzeste Impulse für Telekommunikation mit höchsten Übertragungsraten,
oder höchste Intensitäten für Materialbearbeitung wie Schweißen oder Abtragen bis hin zur Erzeugung von heißen, dichten Plasmen in einem winzigen Fokuspunkt, in denen Bedingungen wie im Innern von Sternen mit allen Begleiterscheinungen bis hin zur Kernfusion herrschen.

Kurz gesagt: mit der Erfindung des Lasers wurde erstmals in der Menschheitsgeschichte Licht zu einem universellen Werkzeug gemacht, wurde das Photon "domestiziert". Ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: nach dem Jahrhundert des Elektrons wird das kommende als das Jahrhundert des Photons vorhergesagt.

Der gemeinsame Nobelpreis für C. H. Townes (Cambridge, USA), N. G. Basov und
A. M. Prokhorov (Moskau) im Jahr 1964 zeigt, daß Wissenschaftler aus Ost und West gleichermaßen Anteil an dieser Entwicklung hatten. An diese Tradition knüpft der 7. Internationale Workshops über Laserphysik (LPHYS '98), der in diesem Jahr vom Max-Born-Institut Berlin (MBI) in Zusammenarbeit mit der Russischen Akademie der Wissenschaften (Moskau) organisiert wird und vom 6. bis 10. Juli 1998 in Berlin stattfindet.

Die jährliche LPHYS - Konferenz unter der Schirmherrschaft von A. M. Prokhorov ist zu einem wichtigen Treffpunkt von Laserphysikern der früheren Sowjetunion und Osteuropas mit ihren Kollegen in Westeuropa und den USA geworden. Rund 200 führende Wissenschaftler aus aller Welt stellen neueste Enwicklungen sowohl im Grundlagen- als auch Anwendungsbereich der Laser vor.

Traditionell besteht die Konferenz aus verschiedenen Seminaren. In diesem Jahr sind es Modern Trends in Laser Physics, Laser Spectroscopy, Physics of Solid State Lasers, Laser Methods in Medicine, Laser Cooling and Atom Optics sowie Strong-Field Phenomena. Plenarvorträge mit Reviewcharakter fassen zunächst den Stand der Forschung zusammen; dann werden in den einzelnen Seminaren in "progress reports" zukünftige Richtungen abgesteckt.
Das Spektrum der Themen reicht dabei von der vordersten Front der Grundlagenforschung, wie dem "Atom Laser", einem neuartigen Gerät, das anstelle von Lichtteilchen (Photonen) ganze Atome im absoluten Gleichtakt aussendet, über Kernreaktionen in stärksten Laserfeldern bis hin zu einer ganzen Reihe von klinischen Anwendungen der Lasermedizin.

Das MBI als Organisator ist eines der großen Laserinstitute Deutschlands; es ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., einer der vier großen außeruniversitären Wissenschaftsorganisationen. Es spezialisiert sich auf die Entwicklung und Anwendung von Lasern mit kürzesten Impulsen (wenige Femotsekunden, d. h. millionstel von milliardstel Sekunden) und höchsten Leistungen (zur Zeit über 10 Terawatt, dem Dreifachen der elektrischen Dauerleistung aller Kraftwerke der Welt). Es ist am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort WISTA in Berlin Adlershof gelegen, wo es seine Gäste von der LPHYS am Montag abend zusammen mit anderen Instituten und Firmen des dortigen Photonik-Zentrums zu einer Welcome-Party begrüßen wird.

Ansprechpartner im MBI: Prof.Dr. Wolfgang Sandner, Tel.: 030/6392-1300; Dr. Wilhelm Becker, Tel.: 030/6392 1372; e-mail: wbecker@mbi-berlin.de

Am Tagungsort vom 6. -10. Juli: Radisson Hotel, 10117 Berlin, Karl-Liebknecht-Str./Ecke Spandauer Str., Nähe Schloßplatz,Tel. 030/2382 7881,Fax 030/2382 7882; und Magnus Haus, Am Kupfergraben 1

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