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Diagnoseverbesserung bei Eierstock- und Gebärmutterkrebs

17.07.2002 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Den stummen Killer früh erkennen

Heidelberg (nh) - Tumoren der Eierstöcke werden oft zu spät erkannt und haben dann nur noch geringe Heilungschancen. Der Hauptgrund liegt darin, dass das so genannte Ovarialkarzinom im Frühstadium keine Beschwerden macht. Auch bei Gebärmutterkrebs ist die Diagnose schlecht, wenn eine besonders aggressive Form dieses Tumors vorliegt und nicht rechtzeitig erkannt wird. Wissenschaftler um Professor Dr. Peter Altevogt vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg wollen jetzt die rechtzeitige Diagnose verbessern. Sie untersuchen einen speziellen Eiweißstoff, der als Tumormarker dienen könnte. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit rund 194.000 Euro.

Ein Tumor in den Eierstöcken kann längere Zeit unbemerkt wachsen, weil die Eierstöcke frei in der Bauchhöhle hängen und der Tumor viel Platz hat. Bevor die betroffene Frau Schmerzen oder andere Beschwerden spürt, ist es oft zu spät: Zwei Drittel der Tumoren haben dann bereits außerhalb der Eierstöcke Metastasen gebildet. In einem solchen Fall sind die Heilungschancen sehr schlecht. Das Ovarialkarzinom wird daher auch "silent Killer" (stummer Killer) genannt.

Rund 7.400 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an einer Krebserkrankung der Eierstöcke. Damit macht diese Krebsform etwa vier Prozent aller bösartigen Neuerkrankungen bei Frauen aus. Tumoren der Gebärmutter treten mit etwa 17.200 Neuerkrankungen pro Jahr als eine der häufigsten Krebsneuerkrankungen bei Frauen auf. Sie gelten aber meist als weniger gefährlich. "Bei diesem Tumor besteht ein besonderes Problem darin, dass eine kleine Gruppe der Patientinnen eine sehr aggressive Form trägt, die nur schwer zu erkennen ist", erklärt Professor Altevogt. "Wird diese nicht rechtzeitig diagnostiziert, sind die Überlebensraten sehr schlecht". Bis jetzt gibt es in der klinischen Praxis keine gut geeignete Möglichkeit, die betroffenen Frauen frühzeitig zu erkennen.

"Eine frühe Diagnose der Tumoren bietet die größte Chance für die Senkung der Sterberate", sagt Professor Altevogt. Unter seiner Leitung untersuchen Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und vom Kaplan Hospital in Rehovot, Israel ein Protein, das im Körper vielfältige Funktionen übernimmt und möglicherweise auch für die Tumorentwicklung der Eierstöcke und der Gebärmutter verantwortlich ist. Beide Tumorformen produzieren diese Substanz bereits in einem frühen Stadium und geben sie ins Blut ab. "Dieses so genannte L1 Adhäsionsmolekül könnte bereits beim ersten Verdacht auf einen Tumor einen Hinweis auf die bösartige Krankheit liefern", vermutet Professor Altevogt. "Unser langfristiges Ziel ist es, durch Messen des L1-Proteins die "Risiko-Patientinnen" beim Gebärmutterkrebs und die frühen Stadien des Eierstockkrebses erkennen zu können." Dadurch würden sich die Heilungschancen erhöhen, da die Patientinnen schon in einem frühen Stadium behandelt werden könnten.

Projekt 10-1876

Bonn, 17.07.02
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