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Konzentrierter, vernetzter, wettbewerbsfähiger - Neues Konzept für die Uni Wuppertal

17.07.2002 - (idw) Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung NRW

Das Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung und die Bergische Universität Wuppertal teilen mit:

Wuppertal, 17. Juli 2002. Mit sieben statt dreizehn Fachbereichen und einer straffen Konzentration ihrer Ressourcen stellt sich die Bergische Universität einer Zukunft, in der der Wettbewerb unter den Hochschulen - um gute Wissenschaftler, um Forschungsmittel und um Studierende - stürmisch zu werden verspricht. "Im künftigen Klima der deutschen und internationalen Wissenschaft wird nur die Hochschule bestehen können, die ihre Kräfte konzentriert und ein eigenes, unverwechselbares Profil entwickelt," sagte der Mediator, Prof. Dr. Hans N. Weiler (Stanford University), der im vergangenen Jahr in zahllosen Gesprächen und Stellungnahmen den Umgestaltungsprozess an der Bergischen Universität begleitet und beraten hat. Hochschule und Ministerium hatten Prof. Weiler gemeinsam um die Übernahme dieser Aufgabe gebeten, nachdem der Expertenrat, der zuvor die Universitäten und Fachhochschulen des Landes auf den Prüfstand gestellt hatte, der Universität Wuppertal die Erarbeitung eines neuen Entwicklungskonzepts unter Inanspruchnahme externer Beratung empfohlen hat.
Prof. Weiler und die Hochschulleitung stellten die Vorschläge für die zukünftige Entwicklung der Hochschule am 17. Juli im Gästehaus der Universität vor. Die Ministerin für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes, Gabriele Behler, dankte Prof. Weiler für das außerordentliche Engagement, mit dem er die ungewöhnliche Aufgabe angenommen und gemeinsam mit den Wuppertaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern das neue Konzept erarbeitet hat. Sie dankte aber auch der Hochschulleitung und allen in der Hochschule Beteiligten für den Mut, den es braucht, in Jahrzehnten gewachsene Strukturen offensiv zu hinterfragen.
Der Rektor der Bergischen Universität, Prof. Dr. Volker Ronge würdigte den Bericht in einer ersten Stellungnahme als "eine in fruchtbarer Kooperation erarbeitete, sehr gute Basis für die Zukunft der Hochschule."
Der Bericht steht unter dem Motto "Verstehen - Vermitteln - Gestalten", das sich auf die Grundaufgaben jeder Universität bezieht: Lehren, Forschen und die Wahrnehmung gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung. Zugleich ist das Motto wie eine Überschrift über die in diesem Bericht vorgeschlagenen Felder, auf die sich die Hochschule zukünftig in Forschung und Lehre konzentrieren will:
- Normative und historische Grundlagen von Technik und Wissenschaft
- Management technischer Prozesse - Managing Technology
- Angewandte Informatik und Scientific Computing
- Gestaltung und Kommunikation
- Werkstoffe, Materialwissenschaften und Mikrostrukturtechnik und
Lehrerbildung, Bildungsforschung, Bildungsmanagement.
Für die Universität liegt in dieser strategischen Bündelung ihrer Kräfte und der Konzentration auf die Gebiete, auf denen sie besonders wettbewerbsfähig sein kann, der Kern der Empfehlungen. Die fachlich neue Orientierung wird organisatorisch gestützt durch die Bildung von sieben Fachbereichen und vier Interdisziplinären Zentren, die die bestehenden Fächer neu zusammenfügen und die fächerübergreifende Zusammenarbeit sichern sollen.
So baut ein neuer Fachbereich auf der Bedeutung des Fachs Design für das Profil der Wuppertaler Hochschule schon in der Vergangenheit auf und widmet sich in einer Verbindung der Fächer Design, Kunst, Architektur, Gestaltungstechnik und Kommunikationswissenschaft umfassend einer Praxis und Theorie zusammenführenden Gestaltungs- und Kommunikationswissenschaft.
Der ständig zunehmenden Bedeutung der Informationstechnik in ihren natur- und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen ebenso wie in ihren vielfältigen Anwendungsbereichen trägt ein neuer Fachbereich Informations-, Elektro- und Drucktechnik Rechnung. Weitere Fachbereiche konzentrieren und führen die besonderen Stärken der Universität in den Geistes- und Kulturwissenschaften sowie in Mathematik und Naturwissenschaften zusammen. Die Fächer Sicherheitstechnik und Bauingenieurwesen werden zusammen mit der Maschinentechnik einen weiteren Fachbereich bilden.
Der sechste Fachbereich soll die gesamte Palette der Gesellschafts- und Verhaltenswissenschaften (Wirtschaftswissenschaft, Soziologie, Psychologie) zu einem Kompetenzzentrum zusammenführen, das sich der vielfältigen Organisations- und Managementaufgaben in einer immer komplexer werdenden technischen Welt annimmt.
Besonders viel hat sich die Bergische Universität für den Bereich der schulischen Erziehung und der Lehrerbildung vorgenommen, wo sie eine Pionierrolle für ein neues Konzept der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Schulen, Lehren und Lernen übernehmen will. Hierzu wird nach dem Muster einer "professional school"ein neuer Fachbereich Bildungsforschung, Bildungsmanagement und Lehrerbildung entstehen, in dem sich Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen - Soziologen, Psychologen, Ökonomen, Pädagogen, Fachdidaktiker - in einer soliden Verbindung von Wissenschaft und Praxis für eine Qualitätssteigerung im Schulwesen engagieren. Neben der Schulforschung und der Lehrerbildung stehen hier vor allem die Managementprobleme von Bildungseinrichtungen und eine umfassende Bildungsberatung im Vordergrund.
Die Realisierung dieses Konzepts bedeutet eine sehr weitgehende Umstrukturierung der Hochschule. In einem den Bericht begleitenden Personalplan wird jede dritte Professorenstelle der Universität für eine potenzielle Umwidmung zur Disposition gestellt. Insgesamt, da sind sich Weiler und der Rektor einig, wird diese Kur der Bergischen Universität eine gesunde und leistungsfähige Zukunft sichern.
"Ich hoffe, dass wir auf der Grundlage dieses Entwicklungskonzepts noch im Laufe dieses Jahres zum Abschluss einer Zielvereinbarung zwischen Ministerium und Hochschule kommen werden", so Ministerin Behler bei der Präsentation.

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