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Emotionsforscher aus aller Welt tagen in Würzburg

28.07.1998 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Der Mensch soll seine Sorgen nicht "in sich hineinfressen" - in dieser Redewendung kommt die landläufige Meinung zum Ausdruck, daß es besser sei, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Doch mit welchen Folgen ist denn wirklich zu rechnen, wenn der Mensch seine Gefühle unterdrückt? Das ist eine der Fragen, mit denen sich die Emotionsforschung auseinandersetzt.

Rund 150 Emotionsforscher aus Europa, Amerika, Asien und Australien werden sich vom 4. bis 8. August an der Universität Würzburg treffen. Bei rund 120 Vorträgen und Posterpräsentationen wollen sie sich über den neuesten Stand der Emotionsforschung aus psychologischer, neurophysiologischer und biologischer Perspektive informieren.

Dabei zeigt sich die große Vielfalt dieser wissenschaftlichen Disziplin: In der Emotionsforschung geht es zum Beispiel um das Erleben und den Ausdruck von Gefühlen wie Lust, Unlust, Freude, Ärger, Trauer, Scham oder Angst. Wie entwickeln sich solche Gefühle in der Kindheit? Welche Auswirkungen haben sie auf die Gesundheit oder welche Rolle spielen sie bei psychischen Störungen? Wie unterscheiden sie sich von Kulturkreis zu Kulturkreis? Wie steht es um die Gefühlszustände bei Tieren? Und wie kann ein Forscher das subjektive Erleben von Gefühlen messen? Solch unterschiedliche Themen werden in der Emotionsforschung bearbeitet.

Die Tagung der "International Society for Research on Emotions" (ISRE) findet im Universitätsgebäude am Sanderring statt. Die Mitglieder und Gäste der ISRE, in der Emotionsforscher aller Disziplinen vertreten sind, treffen sich im Turnus von zwei Jahren. Nachdem die letzten Konferenzen in Cambridge und Toronto stattfanden, ist es den Professoren Fritz Strack und Heiner Ellgring vom Institut für Psychologie der Universität Würzburg gelungen, die diesjährige ISRE-Zusammenkunft in die Stadt am Main zu holen. Die Tagungssprache ist Englisch.

Höhepunkte des Programms sind den Veranstaltern zufolge die Vorträge der vier eingeladenen Gastredner, weil deren Referate die zentralen Themen der Emotionsforschung betreffen. Prof. Tory Higgins von der Columbia University untersucht, wie das Anstreben von Zielen das Erleben von Emotionen beeinflußt. Er spricht am Dienstag, 4. August, unmittelbar nach der Eröffnung der Tagung (17.00 Uhr) durch den ISRE-Präsidenten Bernard Rimé von der belgischen Universität Louvain-la-Neuve sowie durch Prof. Strack und Prof. Ellgring.

Prof. Robert Zajonc aus Michigan, der sich mit den Zusammenhängen von hirnphysiologischen Prozessen und emotionalem Verhalten beschäftigt, referiert am Mittwoch, 5. August, um 17.00 Uhr. Wie sich das Unterdrücken von Gefühlen auf die Gesundheit auswirkt, ist das Thema von Prof. James Pennebaker aus Texas (Donnerstag, 6. August, 18.00 Uhr). Der Bamberger Professor Dietrich von Holst schließlich beschäftigt sich mit der Rolle von Gefühlen bei Tieren, die in Sozialverbänden leben (Freitag, 7. August, 17.00 Uhr).

Weitere Informationen: Prof. Dr. Fritz Strack, Prof. Dr. Heiner Ellgring, T (0931) 31-2871 (Sekretariat), Fax (0931) 31-2812, E-Mail:
frizlen@psychologie.uni-wuerzburg.de

Während der Veranstaltung soll ein Tagungstelefon eingerichtet werden, T (0931) 31-2202.
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