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Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?

04.08.1998 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Kulinarische Köstlichkeiten werden bei Großveranstaltungen häufig auf Plastikgeschirr serviert. Bislang werden die Becher und Teller nur einmal benutzt. Das könnte sich jetzt ändern. Forscher haben einen wiederverwertbaren Kunststoff entwickelt.


© Fraunhofer IVV - Recyclomer heißt ein neues Material für Kunststoffgeschirr. Das benutzte Geschirr wird chemisch behandelt und der Ausgangsstoff zurückgewonnen. (Sie können das Bild - auch in Farbe - bei der Redaktion bestellen.) Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?

Leere Becher, verschmutzte Plastikteller, benutztes Kunststoff-Besteck. Bei Konzerten, Messen, Stadtfesten und großen Sportereignissen fallen Unmengen Kunststoffabfälle an. Das Recycling dieses Plastikmülls ist schwierig: Da die Abfälle aus unterschiedlichen Kunststoffen bestehen, können sie nur zu niederwertigen Produkten wie Lärmschutzwälle oder Parkbänke verarbeitet werden. Das könnte sich jetzt ändern. Im Auftrag eines Unternehmens stellt das Innovationszentrum Kreislaufpolymere GmbH IZK (ein Unternehmen der Fraunhofer-Gruppe, das im Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising ansässig ist) den wiederverwertbaren Kunststoff "Recyclomer" her. Vorteil des neuen Kunststoffs: Er kann aus dem Catering-Abfall wieder sortenrein zurückgewonnen und erneut zu Tellern, Bechern und Besteck verarbeitet werden.

Voraussetzung für die Wiederverwertung ist ein geschlossener Gebrauchskreislauf. Daher wird das Catering-Geschirr gemeinsam mit dem Papierabfall in einer eigenen Sammlung erfaßt. In einem Pulper, einer Art großem Quirl, wird dieser Müll zerkleinert und mit Wasser versetzt. Der Papierabfall verbindet sich mit dem Wasser zu einer Zellulose-Matrix. Nachdem diese Matrix abgetrennt wurde, kann der Kunststoff zurückgewonnen werden. Dazu machen sich die Wissenschaftler eine besondere Eigenschaft des Recyclomers zunutze: Der Kunststoff ist in Lauge löslich. In stark alkalischem Millieu verflüssigt sich das Plastik und wird so nicht nur von oberflächigem Schmutz, sondern auch von Duftstoffen, Fetten und Bakterien gereinigt. Senkt man den pH-Wert wieder ab, fällt der Kunststoff in reiner Form aus und kann weiterverarbeitet werden.

Der wiederverwertbare Kunststoff hat sich bereits in der Praxis bewährt. "Das neue Material wurde schon erfolgreich bei verschiedenen Veranstaltungen und Messen eingesetzt", berichtet der Geschäftsführer des IZK Dr.-Ing. Thomas Luck.

Ansprechpartner:
Dr.-Ing. Thomas Luck
Telefon 0 81 61/4 91-4 00
Telefax 0 81 61/4 91-4 92
email: luck@ivv.fhg.de

Innovationszentrum Kreislaufpolymere GmbH
Giggenhauser Straße 35
D-85354 Freising
Pressekontakt:
Dr.-Ing. Thomas Luck
Telefon 0 81 61/4 91-4 00
Telefax 0 81 61/4 91-4 92
email: info@ivv.fhg.de
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