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Technologie-Lizenz-Büro (TLB) wird privatisiert

19.08.1998 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)

Nr. 091/ 19. August 1998 / sho

Ab heute GmbH:

Technologie-Lizenz-Büro (TLB) der
Baden-Württembergischen Hochschulen wird privatisiert


Heute wird das Technologie-Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen in Karlsruhe privatisiert: Während das TLB bisher im Auftrag des Landes Baden-Württemberg Erfinder an den Landeshochschulen beriet und für die kommerzielle Verwertung von Erfindungen aus den Hochschulen sorgte, wird es diese Aufgaben künftig als GmbH wahrnehmen. Gesellschafter sind neben den Landesuniversitäten die Fachhochschulen Offenburg und Konstanz, die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. sowie die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH.

Das TLB wurde 1995 gegründet, geht aber ursprünglich auf das Pilotprojekt "Patent- und Lizenzberatung" zurück, das bereits 1987 an der Universität Karlsruhe eingerichtet wurde. Es ist damit die älteste Einrichtung in der Bundesrepublik Deutschland, die aktiv den Schutz und die Verwertung von Arbeitsergebnissen aus Hochschulen betreibt und dabei auch Diensterfindungen bearbeitet.

Die kommerzielle Verwertung der Erfindungen erfolgt in der Regel dadurch, daß Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten wie Patenten an interessierte Firmen vergeben werden, wobei solche Patente immer häufiger auch die Grundlage für Unternehmensgründungen darstellen. Die Lizenzvergabe stellt eine effiziente Möglichkeit dar, wissenschaftliche Arbeitsergebnisse einer Anwendung in der Praxis zuzuführen. Wird der Technologietransfer richtig ausgeführt, können alle Beteiligten profitieren: die lizenznehmende Firma, die mit dem innovativen und geschützten Produkt oder Verfahren ihre Marktposition festigt, die Volkswirtschaft, da Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden, der oder die Erfinder, die eine erfolgsabhängige Vergütung erhalten, und last but not least auch die Hochschule, der auf diesem Wege in Zeiten schmaler Budgets zusätzliche Forschungsgelder zufließen.

Seit seiner Gründung sind dem TLB bereits eine ganze Reihe von Verwertungserfolgen gelungen. Pro Jahr werden über 200 Erfinder beraten und die Erfindungen hinsichtlich ihrer Patentfähigkeit und Vermarktungschancen bewertet. Die 25 bis 30 aussichtsreichsten werden jeweils zum Patent angemeldet. Unmittelbar nach der Patentanmeldung beginnt die wichtigste Arbeit des TLB, die Suche nach einem geeigneten Lizenznehmer. Viele Gespräche und Vertragsverhandlungen sind notwendig, bis ein Verwertungsvertrag unterzeichnet wird. Im Durchschnitt werden jährlich etwa 10 bis 12 solcher Verträge zum Abschluß gebracht.

Die Erfindungen, die einer kommerziellen Nutzung zugeführt werden, kommen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen an den Hochschulen. So stammen aus der Biotechnologie Verfahren zur Analyse der Chromosomen oder zur Diagnose von Virusinfektionen, aus der Pharmakologie verschiedene therapeutisch interessante Wirkstoffe, aus der Medizintechnik ein neuartiger Herzkatheter, aus dem Maschinenbau eine Fräse zum lärmreduzierten Formatieren von Holzplatten oder aus der Solartechnik eine innovative und wegweisende Solarzelle. Auch in den Bereichen Bautechnologie, Verfahrenstechnik, Meßtechnik oder Chemie kann das TLB gute Verwertungserfolge verzeichnen.

Eine wesentliche Grundlage der Erfolge des TLB ist die Marktorientierung in der Be- und Verwertung der Hochschulerfindungen. Nicht das erteilte Patent stellt den Erfolg dar, sondern erst der Abschluß eines Verwertungsvertrages sowie die Markteinführung eines entsprechenden innovativen Produktes. Die Arbeit des TLB unterliegt damit strengen marktwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. Vor diesem Hintergrund ist es naheliegend und folgerichtig, dem TLB eine privatwirtschaftliche Organisationsform zu geben. Damit wird in der kontinuierlichen und erfolgreichen Entwicklung des TLB ein neuer Meilenstein erreicht, der eine wichtige Ausgangsbasis für künftige Erfolge darstellt.

Forciert wird die weitere Entwicklung der Patent- und Lizenzarbeit an den baden-württembergischen Hochschulen auch dadurch, daß das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg für die Jahre 1998 bis 2000 im Rahmen eines speziellen Förderprogramms zusätzliche finanzielle Mittel für Patentanmeldungen auf den Namen der Hochschulen in Höhe von bis zu 750.000 Mark zur Verfügung stellt. Mit der Einrichtung und Etablierung der "Technologie-Lizenz-Büro der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH" leistet das Land Baden-Württemberg somit einen wichtigen Beitrag zur immer wieder geforderten Stärkung der Innovationskraft und zur Sicherung des Standortes Deutschland.


Nähere Informationen:
Technologie-Lizenz-Büro, Dr. Klaus Kobek,
Tel. 0721/623214, Fax 0721/612170
E-mail: kkobek@tlb.de oder tlb@tlb.de


Diese Presseinformation ist auch im Internet unter folgender Adresse abrufbar:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/Pressestelle/pi091.doc.html
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