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Jenaer Münzkabinett erhielt

26.08.1998 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Sammlung Jaeckel ergänzt bedeutende Bestände

Jena. (26.08.98) Um 1.000 Prachtstücke reicher ist das Orientalische Münzkabinett der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dr. Stefan Heidemann vom Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients gelang es, in München die Privatsammlung des renommierten Sammlers Dr. Peter Jaeckel zu erwerben. Das Jenaer Münzkabinett umfaßt nun insgesamt mehr als 10.000 numismatische Kleinodien aus Vorder- und Mittelasien.

Begründet wurde es als "Großherzogliches Orientalisches Münzkabinett" bereits im Jahre 1840 von Johann Gustav Stickel und galt damals als die bedeutendste Sammlung seiner Art nach der in St. Petersburg. Der Ankauf der Jaeckelschen Münzen wurde durch Spenden von Freunden des Orientalischen Münzkabinetts und vor allem dank einer großzügigen Stiftung von Arnd Kniese, dem Nachfahren Johann Gustav Stickels, ermöglicht.

"Die Sammlung Jaeckel ist eine ideale Ergänzung unseres Bestandes", freut sich Stefan Heidemann, "wir haben die neuen Stücke noch nicht en Detail gesichtet und wissenschaftlich bewertet, aber zusammen mit dem schriftlichen Nachlaß Peter Jaeckels verbreitert sie unseren Ansatz einer islamischen Numismatik entscheidend." Vorwiegend stammen die neuen Münzen aus Anatolien, Syrien und Indien und umfassen eine Zeitspanne vom 8. bis zum 19. Jahrhundert. Die wertvollsten Stücke stammen aus dem Königreich Kleinarmenien (13. Jhdt.), Anatolien (13./14. Jhdt.) und Ägypten (Glasmarken des 11. Jhdts.).

Dr. Peter Jaeckel (1914-1996) betreute 1950 bis 1969 die islamischen Münzen in der Staatlichen Münzsammlung München und war später Direktor des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt. Sein Traum, die islamische Numismatik wieder in Deutschland als Fach zu etablieren, blieb leider zu Lebzeiten unerfüllt. Seine Erbin und Nichte Marianne Nienaber bot dem Jenaer Universitäts-Institut die Sammlung Jaeckel exklusiv zum Kauf an. "Peter Jaeckels Vermächtnis betrachten wir als ehrenvolle Verpflichtung", macht Institutsdirektor Prof. Dr. Norbert Nebes deutlich.

Das Orientalische Münzkabinett Jena, das seit dem Ersten Weltkrieg nicht mehr ergänzt wurde und durch Rückgaben in den 30er Jahren sowie in der unmittelbaren Nachkriegszeit etwa ein Drittel der Bestände eingebüßt hat, soll nun im Rahmen eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft systematisch erschlossen werden.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Norbert Nebes, Dr. Stefan Heidemann
Tel.: 03641/944850
e-mail: x7hest@dagobert.rz.uni-jena.de

Friedrich-Schiller-Universität
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Wolfgang Hirsch
Fürstengraben 1
07743 Jena
Tel.: 03641/931031
Fax: 03641/931032
e-mail: h7wohi@sokrates.verwaltung.uni-jena.de
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