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Die Universität Hohenheim erforscht nachhaltige Entwicklung der Kulturlandschaft Hohenlohe

01.09.1998 - (idw) Universität Hohenheim

- Bundesforschungsministerium fördert für vier Jahre interdisziplinäres Modellvorhaben -

In einer "Projektgruppe Kulturlandschaft Hohenlohe" haben sich Forscher der Universitäten Hohenheim und Freiburg, der Fachhochschule Nürtingen und Mitarbeiter des Unternehmens ECON-Consult, Köln, und der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall zusammengeschlossen, um die Bürger der Region Hohenlohe bei der Entwicklung, Erprobung und Umsetzung von nachhaltigen Konzepten der Landnutzung zu unterstützen, also solchen, die sozial, wirtschaftlich und ökologisch tragfähig sind. Die Universität Hohenheim ist mit den Instituten für Bodenkunde und Standortslehre, Landwirtschaftliche Betriebslehre, Sozialwissenschaften des Agrarbereichs, Pflanzenbau und Grünland und für Zoologie in der Projektgruppe vertreten. Projektsprecher ist Prof. Dr. Werner Konold vom Institut für Landespflege der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Prof. Dr. Volker Hoffmann vom Hohenheimer Institut für Sozialwissenschaften des Agrarbereichs ist ein stellvertretender Projektsprecher.

Landespfleger, Bodenkundler und Zoologen arbeiten Hand in Hand mit Fachleuten für biologischen Landbau, Agrarökonomen, Kommunikationswissenschaftlern und Tourismusexperten. Weil die Zusammenarbeit so vieler Experten untereinander und mit Behörden, Verbänden und der Bevölkerung vor Ort noch weitgehend Neuland ist, werden ein Psychologe und ein Wissenschaftsphilosoph das Projekt beobachtend und beratend begleiten. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie fördert das auf vier Jahre angelegte Modellvorhaben.

Neun Gemeinden entlang der Jagst zwischen Neudenau und Langenburg und die auf der Hohenloher Ebene gelegene Gemeinde Blaufelden bilden das engere, die drei Landkreise Schwäbisch Hall, Hohenlohe und Heilbronn das weitere ländlich geprägte und strukturschwache Untersuchungsgebiet. Als Anlaufstelle für Bürger und Interessierte, um vor Ort präsent zu sein und um die Aktivitäten im Untersuchungsgebiet möglichst effizient koordinieren zu können, wird in Berlichingen (Gemeinde Schöntal) ein Projektbüro eröffnet.

Ausgerichtet am Leitbild einer nachhaltigen und zeitgemäßen Landnutzung und im Dialog mit Landwirten, Gemeinde-, Kreis- und Behördenvertretern, beschäftigen sich die Wissenschaftler bereits in einer einjährigen Vorphase mit den sozialen, politischen, ökonomischen und landwirtschaftlichen Potentialen der Region. Probleme dieser Gegend ergeben sich aus den naturräumlichen Gegebenheiten der Landschaft und aus der historischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Das Tal der Jagst ist mit seinem Mosaik aus Wald, Wiesen, Weiden, Weinbergen, Gebüschen und Steinriegeln außerordentlich reizvoll. Doch unter den gegebenen agrarpolitischen Rahmenbedingungen lohnt sich die Bewirtschaftung der steilen Hänge immer weniger. Viele Flächen fallen brach und verbuschen, andere werden mühsam durch Pflege freigehalten. Auf den anschließenden Hochflächen versuchen die Landwirte, mit intensiver Tierhaltung und Ackerbau ihre Existenz zu sichern. Probleme entstehen dann, wenn die ausgebrachten Düngemittel von den Kulturpflanzen nicht aufgenommen werden und durch das anstehende zerklüftete Muschelkalkgestein schnell ins Grundwasser gelangen. Ebenso ist mit der intensiven Tierhaltung das Problem verbunden, daß oftmals mehr Gülle anfällt, als auf der zur Verfügung stehenden Fläche ausgebracht werden kann.

Ausgehend von dieser Situationsanalyse definierte die Projektgruppe die zukünftigen Arbeitsfelder "Landwirtschaftliche Produktion", "Boden-, Wasser-, Arten- und Biotopschutz", "Vermarktung" und "Tourismus". Innerhalb dieser Bereiche werden sich die Wissenschaftler aus den verschiedenen Disziplinen zunächst gemeinsam mit den ortsansässigen Akteuren mit Konzepten zur gewässerschonenden Landbewirtschaftung, wettbewerbsfähigen Grünlandnutzung, zur Gülleverwertung, der kommunalen Ökobilanzierung und zu einem nachhaltigen Tourismus beschäftigen. Außerdem soll ein regionales EDV-Informationssystem aufgebaut werden, dessen Daten allen an der Landschaftsnutzung und -planung Beteiligten zur Verfügung stehen werden. Querschnittsorientierte Arbeitsfelder, wie Öffentlichkeitsarbeit, Bildung, Beratung, Landschaftsplanung oder Politik dienen der Umsetzung von erarbeiteten Handlungsmöglichkeiten.

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