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Wundheilung in der Nase

21.09.1998 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Substanzen kann sich auf unterschiedliche Weise äußern. Während die eine Allergie beispielsweise zu juckenden Pöckchen auf der Haut führt, kann eine andere mit schweren Asthma-Attacken einhergehen und wieder eine andere mit einer ständigen Triefnase. Welche Möglichkeiten heute bestehen, allergisch bedingte Erkrankungen der oberen Atemwege zu diagnostizieren und zu behandeln, wird am Freitag und Samstag dieser Woche, 25./26. September 1998, bei der an der Universität Münster stattfindenden Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Klinische Immunologie, Allergologie und Umweltmedizin der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie ebenso erörtert wie insbesondere auch Aspekte der Wundheilung nach Nasen - und Nasennebenhöhlenoperationen.

Bereits zum zweiten Mal wird die Jahrestagung der erst 1991 gegründeten Arbeitsgemeinschaft von der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Westfälischen Wilhelms-Universität ausgerichtet. Dies ist nicht zuletzt auf das besondere Engagement von Klinikdirektor Prof. Dr. Wolfgang Stoll und seiner Mitarbeiter im Bereich Allergologie und Immunologie zurückzuführen. Daß HNO-Ärzte heute immer häufiger mit allergischen Erkrankungen konfrontiert werden, liegt nach Worten Stolls nicht nur an der stetigen Zunahme von sich im Bereich der oberen Atemwege äußernden Überempfindlichkeitsreaktionen gegen bestimmte Substanzen, sondern auch in Fortschritten der Diagnostik und Therapie sowie nicht zuletzt auch in einem gewachsenen Bewußtsein der Bevölkerung. Ein weiterer wesentlicher Grund für die zunehmende Hinwendung der HNO- Heilkunde zu dieser Thematik sei ferner die erst vor wenigen Jahren erfolgte Einbeziehung der Allergologie in die Weiterbildungsordnung.

Ob Patienten, die beispielsweise von einem hartnäckigen Schnupfen geplagt sind, der nicht von einer Erkältung herrührt, tatsächlich an einer Allergie leiden, und welche Substanz im Einzelfall die Überempfindlichkeitsreaktion ausgelöst hat, kann mittlerweile mit dem sogenannten intranasalen Provokationstest sicher nachgewiesen werden. Bei diesem auch als Rhinomanometrie bezeichneten Verfahren werden verschiedene Testsubstanzen in die Nase gesprüht und gemessen, wie die Schleimhaut reagiert. Gleichzeitig wird die Durchflußrate der Nase erfaßt. Da der Umgang mit Allergenen sehr vorsichtig erfolgen muß, um eine lebensgefährliche Überreaktion in Form eines anaphylaktischen Schocks zu vermeiden, bleibt diese moderne Diagnostik wenigen hochspezialisierten Einrichtungen vorbehalten, wie Stoll betont. An der münsterschen HNO-Klinik erfolgt die Untersuchung bei Risikopatienten sogar stationär.

Neben grundlegenden Fragen zu aktuellen Aspekten der Allergologie und Immunologie wird bei der Tagung in Münster über bestimmte Allergien ausführlicher berichtet, die durch eine berufliche Exposition ausgelöst werden können. So werden in einzelnen Vorträgen besonders die Latex-Allergie und die Mehlstaub-Allergie angesprochen. Die Referenten berichten über die Verbreitung dieser häufigen Allergien, geben Empfehlungen zur Begutachtung und erläutern Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie.

Besonderer Schwerpunkt bei der am 25. September um 13 Uhr im Hörsaal der münsterschen HNO-Klinik beginnenden Tagung ist in diesem Jahr die Wundheilung. Diese stellt nach Worten Stolls gerade bei Operationen der Nase und der Nasennebenhöhlen ein besonderes Problem dar, weil die Wunde im Gegensatz zu anderen chirurgischen Eingriffen nicht zugenäht wird. Eine offene Wunde birgt aber auch ein besonderes Risiko für Infektionen und erfordert daher eine besondere Pflege. Da das Wissen um die Vorgänge bei der Wundheilung noch sehr lückenhaft ist, kommt einer intensiven Auseinandersetzung mit immunologischen Fragestellungen in diesem Bereich besonders große Bedeutung zu.

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