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Symposium über Lesesozialisation in der Mediengesellschaft

05.10.1998 - (idw) Universität zu Köln

Kompensationsmöglichkeiten ungünstiger familiärer Ausgangsbe-dingungen

"Lesesozialisation in der Mediengesellschaft" lautet das Thema eines Symposion, das vom 5. bis 7. Oktober 1998 unter der Fe-derführung von Professor Dr. Norbert Groeben, Direktor des Psychologischen Instituts der Universität zu Köln, im Haus Landscheid bei Burscheid durchgeführt wird. Das Symposium fin-det im Rahmen des seit Mitte 1998 bestehenden und von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) geförderten Schwer-punktprogramm "Lesesozialisation in der Mediengesellschaft" statt, an dem 12 Projekte unterschiedlicher Disziplinen aus verschiedenen Bundesländern beteiligt sind; die Koordination liegt bei dem Sprecher des Schwerpunktprogramms, Professor Groeben.

Das DFG-Schwerpunktprogramm setzt sich mit Fragen der Leseso-zialisation in einer Gesellschaft auseinander, in der Informa-tionstechnologien und neue Medien einen immer höheren Stellen-wert gewinnen. Im Zentrum steht die Frage, ob das Lesen nicht trotzdem als Schlüsselkompetenz gelten kann und muß, d.h. ob und in welcher Form die Lesesozialisation überhaupt erst die Voraussetzungen für die aktive Teilnahme an einer Medien- und Informationsgesellschaft schafft. Vor diesem Hintergrund stel-len sich Aufgaben, denen eine Lesesozialisationsforschung nur auf einer breit angelegten, kooperativen und interdisziplinä-ren Basis nachkommen kann.

Das Schwerpunktprogramm hat folgende Ziele: die Untersuchung der Bedingungen, Formen und Leistungen der Lesesozialisation im Hinblick auf generell-historische, individual-ontogenetische sowie kontemporär-systematische Strukturen und Prozesse im Kontext des Medienwandels. Auf der generell-historischen Ebene steht die Frage nach Veränderungen der Me-diennutzung sowohl im historischen Verlauf (seit dem 18. Jahr-hundert) als auch speziell im 20. Jahrhundert unter Bedingun-gen einer erweiterten Medienlandschaft im Mittelpunkt. Auf der individual-ontogenetischen Ebene sollen die Prozesse individu-eller Mediensozialisation unter den Bedingungen des Medienwan-dels thematisiert werden; und auf der kontemporär-systematischen Ebene wird zu fragen sein, ob Rezeptions- und Verabeitungsstile unter den Bedingungen einer multimedialen Gesellschaft Veränderungen unterworfen sind. Auf allen drei Ebenen ist angesichts der Bedeutung der Geschlechtervariable für die Lesesozialisation der Einfluß geschlechterdifferenzie-render oder -übergreifender Dynamiken als konstitutive Unter-suchungsperspektive einzubeziehen.

Eine zentrale Zielsetzung besteht darin, zu der interdiszipli-nären Vernetzung der verschiedenen Disziplinen durch eine in-tegrative Wissenschaftstheorie und Methodologie beizutragen. Dabei sind hermeneutische, strukturalistische und formalisti-sche Methoden der Literatur- und Medienwissenschaft mit soge-nannten qualitativ-empirischen Verfahren sowie quantitativ-empirischen Methoden zu verbinden. Zum anderen sind Über-schneidungsbereiche zwischen den Disziplinen auf der Theoriee-bene herauszuarbeiten, Ergebnisse aus der einen in die Sprache der anderen Disziplin zu übertragen sowie Methodiken aus den einzelnen Forschungsrichtungen auch für die je anderen zu ad-aptieren und fruchtbar zu machen. Die Erarbeitung praxisrele-vanter Grundlagen und Einsichten soll zur Stützung und Verbes-serung alltäglicher sowie institutionell organisierter Leseso-zialisation als Teil einer umfassenden Mediensozialisation beitragen.

Ausgangspunkt dafür dürfte insbesondere die Frage nach den Kompensationsmöglichkeiten ungünstiger familiärer Ausgangsbe-dingungen durch Bildungsinstitutionen sein. In unterrichtsdi-daktischer Sicht ist auch eine Klärung der Frage von Bedeu-tung, ob von der Integration der neuen Medien in das Curricu-lum, insbesondere des Deutschunterrichts, ein lesefördernder Beitrag zu erwarten ist, welche Medien (ggf. unter Einbezie-hung entsprechender Rezipientenorientierungen) für die Ver-mittlung welcher Inhalte besonders geeignet sind. - Die Veran-staltung ist eine geschlossene Fachtagung.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Norbert Groeben unter der Telefonnummer 0221/470-5677, der Fax-Nummer 0221/470-5002 und der Email-Adresse n.groeben@uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.htm).

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