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Bioartifizieller Organersatz

12.10.1998 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

1. Internationaler Workshop zum "Tissue Engineering" der
Leibniz-Forschungslaboratorien für Biotechnologie und Künstliche Organe vom 15. bis 17. Oktober 1998

MEDIZINISCHE HOCHSCHULE HANNOVER
Pressestelle
Leitung: Christa Möller - Christian Jung - Karola Neubert
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover

Telefon: (0511) 532 - 3310/3311
Telefax: (0511) 532 - 3852
E-mail: pressestelle@mh-hannover.de

12. Oktober 1998


Pressemitteilung

PRESSEKONFERENZ am Freitag, den 16. Oktober um 10 Uhr

Zunehmend gelingt es Wissenschaftlern, Körpergewebe mittels "Tissue Engineering" herzustellen. Gemeint ist damit, daß körpereigene Zellen in einer bestimmten Struktur in vitro, also sozusagen im Reagenzglas, herangezüchtet werden. Das "Tissue Engineering" ist eine noch junge, sich zügig entwickelnde biotechnologische Forschungsrichtung mit einer Reihe von Verzweigungen zu klinischen Fachgebieten in der Medizin. Beispiel: Organtransplantation. Über die Methoden des "Tissue Engineering" ist man auf dem Weg hin zu sogenannten bioartifiziellen Organen, also Gewebestrukturen, die sich aus zellulären und technischen Elementen zusammensetzen. Zwar sind die Forscher noch weit davon entfernt, ganze Lebern, Herzen oder Nieren im Reagenzglas entstehen zu lassen, doch immerhin wachsen Zellen inzwischen problemlos in drei Dimensionen: etwa in Form einer Arterie oder einer Herzklappe. Dazu werden Zellen entnommen und auf einem Kunststoffgerüst angesiedelt. Sie klettern an der vorgegebenen Struktur entlang und bilden allmählich ein "künstliches" Gewebe. Auch die Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) arbeiten intensiv an bioartifiziellen Gewebestrukturen. Klinische Anwendungen sind das Ziel. An-gesichts der Engpässe bei Spenderorganen ein möglicher Ausweg? Zugleich sollte man die volkswirtschaftlichen Chancen auf diesem Gebiet mit Blick auf den Industrie- und Wissenschaftsstandort Deutschland nicht unterschätzen. Jede Menge Potential also für das nächste Jahrtausend.

Mit diesen und anderen Forschungsansätzen, Ideen, Fragen und Gedanken beschäftigt sich der "1. International Workshop on Principles and Perspectives of Tissue Engineering for Basic and Applied Research" der European Tissue Culture Society vom 15. bis 17. Oktober 1998 im Maritim Airport Hotel, Saal Langenhagen, am hannoverschen Flughafen. Ausgerichtet wird der Kongreß von den Leibniz-Forschungslaboratorien für Biotechnologie und Künstliche Organe (LEBAO).

Über Erkenntnisse und Fortschritte auf dem Gebiet des "Tissue Engineering" können sich interessierte Journalisten informieren bei einer Pressekonferenz

- am Freitag, den 16. Oktober 1998
- um 10 Uhr im Maritim Airport Hotel,Hannover-Langenhagen.

Treffpunkt ist im Foyer des Hotels.

Der Workshop beginnt am Freitag, den 16. Oktober um 8.30 Uhr; eine Teilnahme von Journalisten an einzelnen Sitzungen ist eventuell nach vorheriger Absprache möglich. Ansprechpartner im Vorfeld unter (0511) 5 32 - 35 03 / - 35 10 und per Fax unter (0511) 5 32 - 35 69 beziehungsweise vor Ort sind Dr. Augustinus Bader und Stefanie Hartung von den Leibniz-Forschungslaboratorien. Im Tagungsbüro erreichen Sie die Teilnehmer der Veranstaltung unter Telefon (0511) 97 37 58 33.

Forschungsrichtung "Tissue Engineering": Das ist ein interdisziplinäres Feld, auf dem sich Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften treffen. Der erste Workshop in Europa ausschließlich zu diesem Thema ist von überregionaler und internationaler Bedeutung, da in einer breiten Vielfalt Experten von der Zell- und Molekularbiologie über die Biochemie bis hin zur Chirurgie einerseits, zur Verfahrenstechnik andererseits hier in Hannover zusammentreffen. Als wissenschaftlicher Schwerpunkt werden Forschungsansätze und -arbeiten "rund ums Herz" präsentiert; die Fachleute diskutieren ferner technologische Weiterentwicklungen sowie neue klinische Einsatzmöglichkeiten bei Störungen der Leber und Erkrankungen an Haut und Knochen.

Innerhalb Europas haben sich überdurchschnittlich viele der noch jungen Arbeitsgruppen auf dem Gebiet des "Tissue Engineering" in Deutschland konstituiert - darunter eben auch in Hannover. Daneben forschen weitere Teams unter anderem in Großbritannien, Frankreich, Italien und den Niederlanden. Ziel der Veranstaltung ist es daher auch, mit den europäischen und außereuropäischen Wissenschaftlern intensive Kooperationen und einen regelmäßigen internationalen Erfahrungsaustausch zu etablieren.


Zum LEBAO:

Seit zweieinhalb Jahren arbeiten Wissenschaftler an der MHH in den Leibniz-Forschungslaboratorien für Biotechnologie und Künstliche Organe der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Hervorgegangen ist die Einrichtung aus dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), den Professor Dr. Axel Haverich, Leiter der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie der MHH, für seine Entwicklung der klinischen Lungentransplantation erhielt. Durch vielfach verzahnte interdisziplinäre Forschung wollen die Wissenschaftler Erkenntnisse gewinnen auf Gebieten wie der Gentherapie, der Xenotransplantation - oder eben der Entwicklung künstlicher Gewebe und Organe. Das LEBAO ist Partner im Verbund der BioregioN, einem Zusammenschluß von Einrichtungen im Städtedreieck Braunschweig-Hannover-Göttingen, die auf dem Gebiet der Biotechnologie forschen und arbeiten.

Auf Wunsch senden wir Ihnen gern ein Exemplar des Tagungsprogramms zu.

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