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Gregorianischer Kalender feiert am 15. Oktober seinen 416. Geburtstag

12.10.1998 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Vor 416 Jahren führte Papst Gregor XIII. den nach ihm benannten Kalender ein

Wirklich ein verrücktes Jahr, dieses 1582. Wer da am Donnerstag, dem 4. Oktober, ins Bett ging, wachte am Freitag, dem 15. Oktober, wieder auf. Der Grund: die Umstellung auf den Gregorianischen Kalender durch Papst Gregor XIII.

Genau 416 Jahre ist das am Donnerstag, dem 15. Oktober 1998, her. Grund genug für die Mathematiker der TU Chemnitz den Bonner Kalenderexperten Dr. Heiner Lichtenberg für diesen Tag zu einem Vortrag einzuladen, der sich mit der spannenden Geschichte unseres Kalenders beschäftigt. Er trägt den Titel "Unser Gregorianischer Kalender - Ein adaptierbar zyklisches, lunisolares Zeitrechnungssystem" und beginnt um 16.00 Uhr im Uni-Teil an der Reichenhainer Str. 70, Raum 202 B. Interessierte Chemnitzer Bürger sind dazu herzlich willkommen, der Eintritt ist wie immer frei.

In den mehr als 1600 Jahren vor 1582 hatte der von Julius Caesar eingeführte Julianische Kalender gegolten. Doch paßte der im Laufe der Jahre immer weniger zum Geschehen am Himmel und war immer ungenauer geworden. Ein Jahr - der Zeitabstand zwischen zwei Durchläufen der Sonne durch den Frühlingspunkt - dauert nämlich genau 365,242199 Tage. Um die Bruchteile von Tagen auszugleichen, hatte Caesar im Jahr 46 vor Christus verfügt, daß ein normales Jahr 365 Tage dauern solle und zum Ausgleich alle vier Jahre ein Schaltjahr mit einem zusätzlichen Tag eingeführt. Der so entstandene Kalender kam also im Schnitt auf 365,25 Tage - das war schon recht nah, nämlich bis auf 11 Minuten und 14 Sekunden, an der wirklichen Jahresdauer.

Doch auch diese paar Minuten summieren sich im Lauf der Zeit zu Stunden und schließlich Tagen. Zuerst fiel dies den Astronomen auf: Der Frühling begann nicht mehr am 21. März. Im 16. Jahrhundert betrug der Unterschied schon volle zehn Tage. Daran störte sich besonders die katholische Kirche. Das höchste kirchliche Fest, Ostern, richtete sich nämlich nach dem Frühlingsanfang, es fiel immer genau auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Also beschloß Papst Gregor XIII 1582 eine Kalenderreform - der Gregorianische Kalender war geboren.

Wichtigster Punkt des neuen Kalenders: die Schalttage fallen in allen Jahren weg, die durch hundert, aber nicht durch vierhundert, teilbar sind. 1700, 1800, 1900 waren mithin keine Schaltjahre. Das Jahr 2000 wird hingegen, wie schon das Jahr 1600, eines sein. Im Schnitt hat das Gregorianische Jahr damit nur noch 365,2425 Tage. Das sind exakt 0,000301 Tage oder etwa 26 Sekunden mehr als das Sonnenjahr. Einen kleinen Fehler gibt es also noch immer, doch der wächst so langsam, daß unsere Nachkommen erst im Jahr 4915 darüber nachdenken müssen, ob sie den 29. Februar 4916 (ein Schaltjahr, da durch vier teilbar) ausfallen lassen sollen. Gregors gläubige, aber häufig ungebildete Schäfchen fanden die Umstellung damals übrigens gar nicht so lustig: Sie glaubten sich um zehn Tage betrogen, sahen ihr Leben verkürzt und litten an einer ganz und gar unchristlichen Heidenangst. Aus religiösen Gründen führten zunächst nur die katholischen Länder den neuen Kalender ein. Doch bald folgten auch die protestantischen, und heute ist er über die ganze Welt verbreitet.

Hinweis für die Medien: Bei Bedarf senden wir Ihnen noch ausführlichere Informationen zu. Wenden Sie sich bitte an Hubert J. Gieß, Tel. 03 71 / 5 31 - 14 21, hubert.giess@verwaltung.tu-chemnitz.de .
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