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Multimediales Lehren und Lernen

13.10.1998 - (idw) Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel

Schon heute ist wissenschaftliches Arbeiten an Hochschulen ohne Computer und moderne Kommunikationstechnik nicht mehr denkbar. Weltweit werden über das Internet Daten, Informationen und Wissen abgefragt, verarbeitet und neue Erkenntnisse und Ergebnisse diskutiert und veröffentlicht. Zukünftig wird auch das Lehren und Lernen mehr und mehr über die neuen Medien erfolgen. Das Forschungsverbundprojekt "Virtuelle Fachhochschule für Technik, Informatik und Wirtschaft", an dem der Fachbereich Informatik der Fachhochschule Brauschweig/Wolfenbüttel beteiligt ist, gehört zu den Siegern eines vom Bundesforschungsministerium ausgeschriebenen Förderwettbewerbs.

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) hatte einen Förderwettbewerb "Nutzung des weltweit verfügbaren Wissens für Aus- und Weiterbildung und Innovationsprozesse" mit einem Fördervolumen von 100 Millionen DM ausgeschrieben. Es gingen daraufhin 251 Wettbewerbsbeiträge ein. Von einer elfköpfigen Jury mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft unter dem Vorsitz der Heidelberger Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Schiersmann wurden zunächst 15 Projektideen ausgewählt mit der Aufforderung, diese zu konkretisieren. Diese Projektideen verfolgten nach Auffassung der Jury grundlegende innovative Lösungen und waren sowohl hinsichtlich Kompetenz und Potential der darin vorgesehenen Kooperationspartner als auch bezüglich der dargestellten Realisierungsansätze besonders aussichtsreich und deswegen besonders geeignet, den Zugang zu Wissen und dessen breite und gezielte Nutzung wirksam zu unterstützen. Von diesen 15 Ideen wurden fünf Leitprojekte ausgewählt, die nun zunächst über fünf Jahre finanziell gefördert werden, wovon eins das Projekt "Virtuelle Fachhochschule" ist.

Ziel dieses Projektes ist ein Verbund von Fachhochschulen, die international ausgerichtet und über das Internet multimedial aufbereitete Lehreinheiten für Studium und Weiterbildung entwickeln und rund um die Welt anbieten. Studierende sollen sich ein auf ihre persönlichen und beruflichen Interessen zugeschnittenes Studium aus den in globalen Netzen verfügbaren Lehrangeboten bedarfsgerecht zusammenstellen, um einen international anerkannten Fachhochschulabschluß zu erwerben oder um sich weiterzubilden. Das Studium an der Virtuellen Fachhochschule kombiniert virtuelles Studium mit Präsenzphasen an einer realen Fachhochschule.

Zur Durchführung dieses Verbundvorhabens wird ein Konsortium aus elf Fachhochschulen, drei Universitätsinstituten und fünf weiteren Institutionen unter der Federführung der Fachhochschule Lübeck eingerichtet. Dieses Konsortium wird hochschulübergreifend Studieninhalte unter Ausnutzung des weltweit verfügbaren Wissens erarbeiten. Bei den zu entwickelnden neuen Studienstrukturen und -formen werden die multimedialen Möglichkeiten eines Computers (Text, Grafik, Bild, Audio, Video, Animation, Simulation) und seine Kommunikationsmöglichkeiten über das Internet im Mittelpunkt stehen. Die Organisation des Betriebs der Virtuellen Fachhochschule (Anbieten von Studiengängen, Immatrikulation, Koordinierung des Lehrangebots und der Prüfungsabnahme) wird dann über eine noch zu gründende Studienagentur durchgeführt. Die ersten Studierenden sollen sich noch vor dem Jahr 2000 einschreiben können.

Das Teilvorhaben "Studiengang Informatik" steht unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Lie vom Fachbereich Informatik der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel. Hier und an sechs weiteren Fachhochschulen werden die Lehrveranstaltungen für einen Studiengang Informatik entwickelt. Die Lehrinhalte orientieren sich an den praxisnahen und modernen bereits konventionell angebotenen Studiengängen des Fachbereichs. Die Lehrformen und die Lehrorganisation werden unter Berücksichtigung von Multimedia und Internet neu konzipiert und realisiert.

Versuchsweise wurden bereits im vergangenen Sommersemester zwei Lehrveranstaltungen über das Internet multimedial unterstützt angeboten. Aus diesen Lehrveranstaltungen sind nicht nur die Studierenden, sondern auch die Professoren mit neuen Erkenntnissen herausgegangen. So werden nicht nur die Studierenden der Virtuellen Fachhochschule Nutznießer dieser Entwicklung sein, sondern auch die Studierenden des Fachbereichs Informatik der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, die während der Projektlaufzeit direkt oder indirekt an den Arbeiten und Lehrveranstaltungen teilhaben und mitwirken. Die Nachfrage nach Informatikern ist schon jetzt wieder sehr groß und wird in den nächsten Jahren weiter ansteigen.

Weitere Informationen zum Verbundvorhaben "Virtuelle Fachhochschule" und zum Informatikstudium an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel können über das Internet unter http://www.fh-wolfenbuettel.de/fb/i/ oder telefonisch angefordert werden.

Text: Prof. Dr. Friedhelm Seutter, Dekan Fb Informatik
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