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Charité : Weiter positive Entwicklung bei der Einwerbung von Forschungsmitteln.

22.10.1998 - (idw) Charité-Universitätsmedizin Berlin

AUS DER MEDIZIN FÜR DIE MEDIEN Nr. 12 1998


Die Charité, die Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, kann nach Abschluß des dritten Viertels im laufenden Jahr 1998 feststellen, daß ihre Einnahmen aus Drittmitteln für Forschung seit 1991 weiterhin kontinuierlich von ehemals 31,3 auf jetzt rund 80 Millionen Mark im Jahr gestiegen sind. An dem für dieses Jahr letztendlich erwarteten Zuwachs von 10 bis 12 % gegenüber dem Vorjahr sind alle drei Standorte der Charité (Campus Mitte, Campus Virchow-Klinikum und Campus Berlin-Buch) trotz umfangreicher personeller Einsparungen gleichartig beteiligt.
Die insgesamt sehr erfreuliche Bilanz führt die Charité auf Erfolge ihrer Berufungspolitik der letzten Jahre zurück. Außerdem auf ihre Entscheidung, Räume und Forschungsflächen nur leistungsorientiert zu vergeben, das heißt, befristet für die Dauer geförderter Projekte. Um Drittmittel besteht ein scharfer Wettbewerb unter Wissenschaftlern. Förderung dieser Art zu erhalten, gilt als besonderes Qualitätsmerkmal eines Forschers und wird bei Berufungen als Qualifikationsvorteil bewertet. Abgesehen davon sind Drittmittel für die Forschung an Kliniken unverzichtbar geworden. Denn von den sogenannten Landesmitteln, die die Charité (mit insgesamt rund 2400 Betten) für Forschung und Lehre vom Land Berlin erhält, ist etwa die Hälfte fest an bestehende Projekte gebunden. Um den Spielraum für neue Projekte zu erweitern, ist die Charité darauf angewiesen, für Drittmittel zu kämpfen. Diese zu erhalten, wird zunehmend schwieriger, auch weil seit 1989 die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Deutschland generell vermindert worden sind (von einst 2,8% auf jetzt etwa 2,2% des Bruttosozialproduktes), und deshalb auch die Drittmittelgeber weniger zu verteilen haben. Als solche treten bundesweite Einrichtungen (wie die "Deutsche Forschungsgemeinschaft") oder Forschungsressorts von Bundesministerien (etwa des Bundesforschungsminsteriums) auf, aber auch Stiftungen, wie sie im "Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft" zusammengebunden sind und schließlich die Industrie, insbesondere Pharma- und medizintechnische Unternehmen.
Betrachtet man die Höhe der Drittmittel getrennt nach den drei Standorten der Charité, so ist festzustellen, dass sich die Einnahmen am Campus Mitte seit 1991 in nahezu linearer Weise von anfangs 7,8 auf über 35 Millionen Mark in 1997 erhöhten und bis Ende 1998 38,5 Millionen erreicht haben dürften. Im Campus Virchow-Klinikum ist eine gleichbleibend hohe Einnahmeentwicklung von etwa 24 Millionen im Jahr zu beobachten, die bis zum Abschluß des laufenden Jahres wahrscheinlich noch auf 26,7 Millionen Mark anwachsen wird. Die Drittmittel-Einnahmen des Standortes Campus Berlin-Buch zeigen ebenfalls steigende Tendenz mit 13,7 Millionen in 1997 und erwarteten 14.8 Millionen zum Ende 1998.
Schlüsselt man die Drittmittel nach ihren Quellen auf, so zeigt sich, daß die besonders gesuchten Finanzmittel der DFG seit 1991 im Campus Mitte von einer halben auf rund 14 Millionen (1997) gestiegen sind, die der Bundesministerien sich von 3,9 auf 6,5 Millionen nahezu verdoppelt haben, die der privaten Geldgeber (Industrie) von 3,3 auf 12,3 Millionen erhöht werden konnten und die aus Stiftungen von einer halben auf 2,2 Millionen zugenommen haben.
Am Campus Virchow-Klinikum bewegen sich die Einnahmen von Seiten der DFG einigermaßen gleichbleibend auf einem Niveau von rund 6 Millionen Mark im Jahr. Dagegen sind die Mittel aus den Ministerien von 11 auf 16, und die der Industrie von 4 auf 13 Millionen in kontinuierlicher Weise gewachsen. Die Einnahmen aus Stiftungen wechseln stärker in der Höhe und liegen derzeit bei 2 Millionen im Jahr.
Beim Standort Campus Berlin-Buch (mit nur 2 Kliniken und insgesamt 250 Betten) fällt der verhältnismäßig große Anteil von Mitteln aus Bundesministerien auf, die immerhin 10,7 Millionen ausmachen. Dagegen fallen die Anteile von Seiten der Industrie in Höhe von 2,5 Millionen, der DFG mit 325 000 Mark und solche aus Stiftungen mit 186 000 weniger stark ins Gewicht.
Ab dem laufenden Jahr hat sich die Charité auch erfolgreich um Forschungsfinanzierung aus Mitteln der Europäischen Union bemüht. Solche Ressourcen können nur für Projekte beansprucht werden, die nationenüberreifende Zusammenarbeit vorsehen. Der Campus Mitte ist bisher mit acht, der Campus Virchow-Klinikum mit fünf Projekten erfolgreich.
Silvia Schattenfroh

Anmerkung: Einzelaufstellungen können in tabellarischer Form auf Anfrage bereitgestellt werden.

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Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
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10117 Berlin

FON: (030) 2802-2223
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