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Hochschule für Technik Karlsruhe (FH) schließt Kooperationsabkommen mit chinesischer Universität

28.10.1998 - (idw) Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik


Studierende der Sensorsystemtechnik bei der Installation neuer Meßeinrichtungen Die Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik und die Dalian University of Technology in der Provinz Liaoning, nordöstlich von der Hauptstadt Peking, schlossen einen Kooperationsvertrag zum Austausch von Studierenden und Lehrpersonal. Für Studierende der Karlsruher Hochschule eröffnet sich damit auch die Möglichkeit, an der chinesischen Partnerhochschule die Diplomarbeit anzufertigen.
Bereits seit 1996 besteht ein enger Kontakt zwischen den Hochschulen. Anlaß dazu war und ist ein immer wiederkehrendes Problem in der Region: Hochwasserkatastrophen, insbesondere am Lauf des HunHe-flusses. Mehr als 100 Meßstationen hatten die Behörden in China bereits installiert, doch rund 70 % wurden durch immer wieder auftretende Flutwellen zerstört oder einfach weggeschwemmt.
Nach einer Anfrage von chinesischer Seite besuchte Ende November 1996 eine kleine Delegation der Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik und der Fa. Endress & Hauser aus Maulburg die Region Liaoning, um mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes der Provinzhauptstadt Shenyang und Fachleuten der Technischen Universität Dalian ein gemeinsames Konzept zum Aufbau eines weitgespannten Meßnetzes zur Verbesserung der automatischen Hochwasservorhersage zu entwickeln. Es entstand eine intensive Kooperation in der praxisorientierten Forschung, in der unter anderem 1997 eine schwimmende, automatisch arbeitende Meßplattform entwickelt werden konnte, die bei Hochwasser und Überschwemmungen nicht zerstört oder in ihrer Funktion beeinträchtigt wird. Mit ihr kann nicht nur der Pegelstand von Seen und Flüssen ununterbrochen ermittelt werden, sondern auch Daten zur Wasserqualität - keine unwesentliche Erweiterung des Einsatzspektrums der Boje, denn die Wasserqualität der Seen und Flüsse in der chinesischen Region zählt zu den fünf schlechtesten weltweit. Die Boje wurde bei Karlsruhe-Maxau gewassert und wird in bezug auf Stabilität und Alltagstauglichkeit weiterentwickelt und einer Langzeitprüfung unterworfen.
Bei den bisherigen Kontakten wurde jedoch deutlich, daß durch die Karlsruher Experten in der Sensorsystemtechnik den chinesischen Partnern wertvolle Unterstützung in sensorischer Meßtechnik und im Umgang mit modernen Sensorsytemen geleistet werden kann. Entscheidend ist nicht nur ein Technologie-, sondern auch ein Know-how-Transfer, also ein Transfer "über die Köpfe". Seit nunmehr sieben Jahren besteht an der Hochschule für Technik Karlsruhe (FH) der Studiengang "Sensorsystemtechnik" im Fachbereich Naturwissenschaften. Über das Kooperationsabkommen zwischen den Hochschulen soll von dort aus mit Unterstützung des baden-württembergischen Unternehmens Endress und Hauser der gewünschte Transfer geleistet werden. Bereits im Januar 1998 besuchte eine chinesische Gruppe jüngerer Ingenieure die Karlsruher Hochschule zu einem Weiterbildungsprogramm in der Sensorsystemtechnik. Der Vertrag soll nun den Austausch von Lehrpersonal und Studierenden erleichtern. Für chinesische Studierende, die bereits über einen Bachelor-Abschluß verfügen, kann der zum Wintersemester 1998/99 eingeführte englischsprachige Masterstudiengang "Sensor Systems Technology" von besonderem Interesse sein. Er führt innerhalb von drei Semestern zum international bekannten Mastertitel. Ab dem Wintersemester 1999/2000 kann alternativ zum bestehenden Diplomstudiengang hier auch der Bachelorabschluß erworben werden, an den der Masterstudiengang nahtlos anknüpft. Ebenso attraktiv dürfte es für deutsche Studierende sein, auf der Basis des Kooperationsabkommens einen Studienabschnitt an einer chinesischen Universität zu absolvieren oder dort sogar die Diplomarbeit anzufertigen.
Bei dem inzwischen erreichten Projektumfang hoffen die Kooperationspartner auch auf Unterstützung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), bei dem im Programm "Förderung der Zusammenarbeit mit Hochschulen in Entwicklungsländern" ein entsprechender Antrag gestellt wurde.

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