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Extensive Tierhaltung

02.11.1998 - (idw) Hochschule Anhalt (FH)

Pressemitteilung
Nr. 96, 1998


Extensive Tierhaltung
Schlachtkörperverwertung und Produktentwicklung von Schafen, Ziegen und Damwild

Unter diesem Thema hatten das Professor Hellriegel Institut, Aninstitut der Fachhochschule Anhalt und die Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung und Technik des Landes Sachsen- Anhalt in Iden am 21.10.98 zu einem Workshop nach Bernburg/Strenzfeld eingeladen.
Ausgangspunkt für diesen Workshop war ein Projekt zur Produktentwicklung aus Fleisch von Altschafen, Altziegen und Damwild, welches durch das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen- Anhalt gefördert und in Bernburg unter Leitung von Prof. Dr. Wolfram Schnäckel bearbeitet wird.
Die Veranstaltung erfreute sich eines regen Zuspruchs. In ihren Beiträgen bekundeten sowohl Vertreter der Wissenschaft als auch der praktischen Landschaftspflege, der ökologischen Landwirtschaft bis hin zum Fleischerhandwerk, sowie Vertreter des Ministeriums, des Bauernverbandes Sachsen- Anhalt, und des Landesschafzuchtverbandes ihr Interesse an der Erarbeitung von Schwerpunkten und Lösungsansätzen für die Förderung der extensiven Tierhaltung von Schafen, Ziegen und Damwild sowie der Vermarktung und Verwertung des so erzeugten ernährungsphysiologisch wertvollen Fleisches in Sachsen-Anhalt.
Die Diskussion offenbarte jedoch auch eine Reihe von Problemen, die vorrangig auf diesem Gebiet gelöst werden müssen, um einen weiteren Rückgang der Bestände der genannten Tierarten zu verhindern.
Dazu zählen im landwirtschaftlichen Bereich Fragen wie beispielsweise
· die im internationalen Vergleich geringen Konzentrationen an Tieren und
· möglicherweise daraus resultierend, eine kostendeckende Schaf-, Ziegen- und Damwildhaltung, die nur in Verbindung mit Fördermitteln für den Landschaftsschutz möglich ist.
Darüberhinaus sind aber auch
· eine grosse Rassenvielfalt,
· fehlende Erzeugergemeinschaften und
· das vorhandene Besteuerungssystem Hemmnisse für eine effiziente Vermarktung.
Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass es sich sowohl bei Lammfleisch, Frischfleisch älterer Tiere oder aber Wurst- und Schinkenerzeugnissen dieser Tierarten um vergleichsweise naturnahe Produkte handelt, für die es im Ergebnis einer Befragung zumindest bei einer Vielzahl vor allem jüngerer Verbraucher ein Akzeptanz- oder zumindest Neugierpotential gibt. Auf der anderen Seite stehen eine Reihe vor allem älterer Verbraucher diesen Erzeugnissen skeptischer gegenüber. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, den Bekanntheitsgrad dieser Produkte durch Bewerbung, gegebenenfalls durch den Aufbau einer regionalen Marke zu erhöhen.
Die Veranstaltung klang aus mit einer Präsentation von Neuen Produkten, vor allem verschiedene Sorten Salami und Schinken aus Schaf und Damwild, die im Rahmen des o. g. Projektes in Bernburg entwickelt wurden. Diese fanden bei den Teilnehmern großen Anklang. Herr Dr. Köbel aus Plötzkau, Vertreter der Fleischerinnung des Landkreises Bernburg, versprach, die entwickelten Erzeugnisse in Bernburg und Umgebung zu testen.
Projektleiter Prof. Dr. Schnäckel von der Fachhochschule in Bernburg/Strenzfeld konnte noch berichten, dass zwei der neuen Produkte, eine Schafsalami und ein Schafschinken im pikanten Gewürzmantel vor wenigen Tagen auch bei der zentralen bundesdeutschen Präsentätion für Fleisch- und Wurstwaren bei der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft in Kassel erfolgreich vorgestellt wurden.

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