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HRK-Empfehlungen zur Reform der Lehrerbildung

03.11.1998 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

In einem am 2. November verabschiedeten Beschluß empfiehlt die HRK ihren Mitgliedshochschulen, in Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesministerien die Lehramtsausbildung zielstrebig zu reformieren und die Kooperation mit den Lehrerweiterbildungsstätten und Schulen zu verstärken.

Schwerpunkte einer raschen Reform sollten nach Ansicht der HRK folgende Felder sein:
- Die Studieninhalte sollten in Module mit studienbegleitenden Prüfungen gegliedert werden.
- Die Kenntnis fremder Kulturen soll zu einer Grundanforderung an qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer werden.
- Das Lehramtsstudium sollte für alle Schultypen ein annähernd gleiches viersemestriges Grundstudium mit obligatorischer Zwischenprüfung umfassen. Die Gesamtstudiendauer sollte acht Semester bzw. für die Sekundarstufe II neun Semester nicht überschreiten. Für alle Lehramtsstudierenden sollte ein klar definierter und weitgehend umfanggleicher Studienanteil Erziehungswissenschaft verpflichtend sein, der den Besonderheiten des jeweiligen Lehramts gerecht wird,.
- Nach Abschluß der Zwischenprüfung sollte ein Fachpraktikum absolviert werden, um eine Prüfung der beruflichen Eignung und Neigung der Lehramtsstudierenden zu ermöglichen.
- Eine Verzahnung von Studium und beruflicher Praxis sollte durch die Einbeziehung von qualifizierten Lehrkräften aus der Schule in die Hochschulausbildung geschehen. Professorinnen und Professoren sollten unterrichtsbezogene Forschungsprojekte an Schulen durchführen.
- Neben einer Schärfung der Ausgabenprofils der Fachdidaktiken empfiehlt die HRK den ergänzenden Aufbau fachübergreifender Didaktikforschung, um einer übermäßigen Spezialisierung der Einzelfachdidaktiken entgegenzuwirken.
- Grundsätzlich sollten die Lehramtsstudiengänge auf absehbare Zeit überwiegend den Universitäten zugeordnet bleiben. Gleichwohl sieht die HRK beachtliche Möglichkeiten, kooperative Modelle der Lehrerbildung zwischen Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen verstärkt zu entwickeln. Erprobt werden sollte die Einbeziehung von Fachhochschulen in die Berufsschullehrerausbildung.
- Zu intensivieren ist bei der Lehrer-Fort- und Weiterbildung die Zusammenarbeit von Hochschulen und regionalen Einrichtungen, um das spezifische Potential beider Instituionen in fachwissenschaftlicher und berufsbezogener Hinsicht besser zu Geltung bringen zu können.

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