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Geokonferenz: Bewaehrtes nicht der Globalisierung opfern

03.11.1998 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Das deutsche Universitätsdiplom habe einen hohen wissenschaftlichen Rang und solle deshalb beibehalten werden. Dafür sprachen sich die Teilnehmer der Geokonferenz bei ihrer 14. Plenarversammlung aus, die am Freitag, 30. Oktober, an der Universität Würzburg abgehalten wurde.

Die rund 40 Delegierten aus den Geowissenschaften befaßten sich unter anderem mit dem Themenkomplex Vordiplom/Bakkalaureat bzw. Diplom/Master. Sie waren sich mit dem Präsidenten der Universität Würzburg, Prof. Dr. Theodor Berchem, darüber einig, daß Bewährtes nicht im vorauseilenden Gehorsam der wissenschaftlichen Globalisierung geopfert werden solle. Dem Ausland könne man das deutsche Diplom durch ein "diploma supplement" erläutern, gegebenenfalls um "transcripts" ergänzt. Den Weg zum Bakkalaureus hingegen könne man, nach studienbegleitend abgelegtem Vordiplom, versuchsweise gehen.

Präsident Prof. Berchem hatte zuvor die Teilnehmer der Geokonferenz im Senatssaal der Universität am Sanderring begrüßt. "Geokonferenz" ist eine Kurzform für die "Konferenz der Geowissenschaftlichen Fachbereiche an den Wissenschaftlichen Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland". Deren seit zehn Jahren amtierender Vorsitzender ist der gegenwärtige Dekan der Würzburger Fakultät für Geowissenschaften, der Geologe Prof. Dr. Herbert Voßmerbäumer.

Die Dekane und Abgesandten - Geographen, Geologen, Geophysiker, Mineralogen, Paläontologen, aber auch Vertreter aus Bodenkunde und Meteorologie - befaßten sich mit Themen, die mit dem "European Credit Transfer System" (ECTS) in Verbindung stehen. Hinter dieser Formulierung verbirgt sich ein Punktesystem, das die Studienleistungen innerhalb Europas besser vergleichbar machen soll. Im einzelnen ging es um die im Interesse einer Europäisierung notwendige Modularisierung des Studiums, die Kennzeichnung der studentischen Gesamtbelastung pro Modul durch Kreditpunkte ("Credits") und die Bewertung studentischer Leistung durch ECTS-Grade.

Unter Modularisierung ist die Einführung von Studienbausteinen (Modulen) zu verstehen, die als Grundeinheiten von Lehre und Prüfungen zu konzipieren seien. Sie könnten, so Prof. Voßmerbäumer, in verschiedener Weise, auch interdisziplinär, aus Vorlesungen, Übungen, Seminaren, aus Pflicht- und Wahlpflichtanteilen zusammengesetzt werden. Dabei könne die Zahl der Semesterwochenstunden pro Modul schwanken. Ein Modul könne Lehrinhalte eines Semesters umfassen, sich aber auch über mehrere Semester verteilen. Grundsätzlich werden Module durch Prüfungen abgeschlossen. Diese Studienbausteine sollen zur Definition der Stoffgebiete dienen, aus denen die Studierenden ihr Studium zusammenstellen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Herbert Voßmerbäumer, T (0931) 31-2567, Fax (0931) 31-2378, E-Mail:
vbgeol@mail.uni-wuerzburg.de
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