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Gezielt Experten in Jena versammeln

18.04.2002 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Internationales Graduiertenkolleg startet neue Seminarform

Jena (18.04.02) "Dieses Seminar ist schon ungewöhnlich", gesteht Prof. Dr. Peter Noack. "Doch wir versprechen uns sehr viel davon", sagt der Pädagogische Psychologe von der Universität Jena. Das "Experiment", das am 20. April beginnt, ist die Etablierung einer besonderen Seminarform im Internationalen Graduiertenkolleg "Konflikt und Kooperation zwischen sozialen Gruppen": Zu einem dreitägigen Konsultations-Seminar haben sich 13 Doktoranden und ein Habilitand aus den drei beteiligten Ländern des Graduiertenkollegs externe Experten eingeladen.

Sechs Fachwissenschaftler aus den USA, Kanada und Großbritannien kommen für drei Tage an die Friedrich-Schiller-Universität, um den Stand der wissenschaftlichen Arbeiten zu prüfen und mit ihrem Spezialwissen zu unterstützen. Erwachsen ist die Idee zu dieser Seminarart aus der Erkenntnis, "dass nicht jedes Spezialthema aller Arbeiten zu Hundert Prozent von uns beantwortet werden kann", gibt Seminarorganisator Noack zu. Nun hätten Tagungen oder Workshops organisiert werden können, oder einzelne Experten wären zu Vorträgen nach Jena eingeladen worden - all dies kostet viel Zeit. Effektiver sollen die Konsultations-Seminare sein, die regelmäßiger Bestandteil des Graduiertenkollegs sein werden, und bei denen die Doktoranden im Zentrum stehen. Um ihre Arbeiten effizient weiterführen zu können, haben die Doktoranden gemeinsam mit ihren direkten Betreuern überlegt, wer die optimalen Gesprächspartner für ihre Forschungen wären. Diese wurden dann eingeladen und werden sich nun in Jena die bisherigen Erkenntnisse von den Kollegiaten vorstellen lassen, um danach intensive Einzelgespräche zu führen. "Das Interesse der Doktoranden besteht an allen Konsultanten", weist Prof. Noack auf die Dichte des Programms hin. "Dadurch wollen sie mehrere Perspektiven erhalten".

Die im Graduiertenkolleg behandelten "Themen haben erhebliche gesellschaftliche Relevanz, obwohl sie weitgehend Grundlagenforschung sind", erklärt Noack. Gruppen und ihre Konflikte spielen nicht nur beim Thema Rechtsextremismus oder Hooligans eine Rolle. Fragen wie "Warum werden Menschen, die anderen Gruppen angehören, abgewertet?" oder "Wie kommt es zu Gruppenkonflikten, und wie können diese verhindert werden?" sind auch bei Einbürgerungen, Unternehmensaufkäufen und selbst Schulzusammenlegungen von großer Bedeutung. Solchen und vielen weiteren Aspekten gehen die Teilnehmer des Internationalen Graduiertenkollegs nach. Es wurde 2001 gemeinsam von der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit den Universitäten Kent at Canterbury (Großbritannien) und Louvain-La-Neuve (Belgien) gegründet und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Sprecher des Kollegs, das sozial- und entwicklungspsychologische Fragestellungen verknüpft, sind die Jenaer Psychologen Prof. Dr. Rainer K. Silbereisen und Prof. Dr. Amélie Mummendey, die wie zahlreiche andere Betreuer aus den drei Ländern an dem Seminar teilnehmen werden.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Peter Noack
Institut für Psychologie der Universität Jena
Tel.: 03641 / 945240
Fax: 03641/ 945242
E-Mail: s7nope@rz.uni-jena.de
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