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"Tag der Forschung" an der Universität Jena

10.11.1998 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Faszination Physik am "Tag der Forschung"

Physikalisch-Astronomische Fakultät der Universität Jena stellt sich der Öffentlichkeit vor

Jena (10.11.98) Sterngeburten, Geheimschriften und ein schwebender Professor sind die Höhepunkte des diesjährigen Tages der Forschung an der Friedrich-Schiller-Universität. Am morgigen Mittwoch, 11. November, wird er erstmals im Hörsaal 1 der Physik (Max-Wien-Platz 1) begangen. Denn mit einem neuen Konzept will die Universität nun jährlich einer Fakultät die Möglichkeit zur Präsentation geben - zur Premiere, zu der die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, stellt sich die Physikalisch-Astronomische Fakultät vor.

Fand in Jena im Vorjahr noch die zentrale Feierstunde mit Bundeskanzler Helmut Kohl vor geladenen prominenten Gästen statt, so soll nun stärker "der unmittelbare Kontakt zwischen Öffentlichkeit - besonders zu interessierten Schülern und Lehrern - und der Universität hergestellt werden", erläutert Prorektor Prof. Dr. Konrad Goetz. "Dies wird an besonders anschaulichen Beispielen von hochkarätigen Wissenschaftlern vorgestellt", charakterisiert der Prorektor das Programm.

Prof. Dr. Paul Seidel wird während seines Vortrags (15.30 Uhr) "schweben". Der Tieftemperaturphysiker steht auf einem Supraleiter - einem speziellen Material mit der Eigenschaft, elektrischen Strom verlustfrei transportieren zu können. Dieser Supraleiter wird über einem Magnetfeld schweben, womit Prof. Seidel u. a. das Prinzip des schwebenden Zuges veranschaulichen wird.

Auch der Astrophysiker Prof. Dr. Thomas Henning wird (ab 16.00 Uhr) nicht nur über die Entdeckung von Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems existieren, und über "Sonnennebel" reden. Er wird die Entstehung von Planeten, ein Schwerpunkt der Jenaer Astrophysik, ebenfalls veranschaulichen - durch Computersimulationen. Gerade diese Entwicklung, die Physik der Sonnensysteme im Computer nachbauen zu können, und der Durchbruch bei der Beobachtung neuer Planeten, bieten der Astrophysik faszinierende neue Perspektiven, schwärmt Prof. Henning.

Wozu Höchstleistunglaser heutzutage in der Lage sind, wird Prof. Dr. Roland Sauerbrey (ab 16.30 Uhr) an zauberhaften Beispielen vorführen. Der Quantenelektronik-Experte nutzt nichtlineare optische Effekte, um etwa verborgene Schrift durch Laserbestrahlung zum Leuchten zu bringen und sie damit sichtbar zu machen.

Daß in Industrie und Wissenschaft der naturwissenschaftlich ausgebildete Nachwuchs immer knapper wird, ist allgemein bekannt. Um den Ursachen dieses Mangels, der die Existenz des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Deutschland bedroht, auf den Grund zu gehen, wird (ab 17.30 Uhr) eine Diskussionsrunde mit Gymnasial- und Hochschullehrern die Situation des Physikunterrichts an Gymnasien analysieren. "Wir brauchen eine größere Offenheit des Erkenntnis-Prozesses", fordert der Dekan der Physikalisch-Astronomischen Fakultät Prof. Dr. Lutz Wenke. Wissenschaftler, und nicht die damit überforderten Medien, müssen über Forschung reden, nimmt er sich und alle Kollegen in die Pflicht. "Wissenschaftler müssen über die Ergebnisse und über wissenschaftliches Vokabular mit Schülern und Lehrern kommunizieren. Nur so kann es gelingen", ist sich Prof. Wenke sicher, "die an vielen Schulen entstehende Abneigung gegen 'trockene' naturwissenschaftliche Fächer abzubauen und Unbehagen und Ängste im Zusammenhang mit modernen naturwissenschaftlich-technischen Entwicklungen nicht entstehen zu lassen".

Dazu will der Tag der Forschung an der Friedrich-Schiller-Universität beitragen.


Friedrich-Schiller-Universität
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