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FAO: Drastischer Rückgang bei Getreideernten in Russischer Föderation

10.11.1998 - (idw) Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

Rom, 10. Oktober - Die Getreideproduktion in der Russischen Föderation wird in diesem Jahr voraussichtlich um über 40 Prozent niedriger sein als 1997. Dies geht aus einem Bericht des Globalen Informations- und Frühwarnsystems der Welternährungsorganisation (FAO) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Besonders die einkommensschwachen Gruppen in den grossen Städten, wie Arbeitslose, Rentner und Behinderte werden die angespannte Ernährungslage deutlich zu spüren bekommen, so die FAO.

Die Trockenheit des vergangenen Sommers ist nach FAO-Angaben der Hauptgrund für die niedrige Getreideerzeugung. Für 1998 sei mit einer Ernte von rund 50 Millionen Tonnen Getreide zu rechnen, verglichen mit 86,7 Millionen Tonnen im Vorjahr. Es werde in allen Regionen der Russischen Föderation Einbussen geben.

"Unter diesen Umständen werden die Getreidevorräte auf ein kritisch niedriges Nieveau sinken, wenn der Verbrauch auf dem jetzigen Niveau bleiben soll", sagte Abdur Rashid, der Leiter des Globalen Informations- und Frühwarnsystems.

Die Getreidevorräte betrugen im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Tonnen, sie werden am Ende der Saison 1998/99 (Juli/Juni) auf schätzungsweise sechs Millionen Tonnen sinken, ein Betrag, der ungefähr dem Getreideverbrauch eines Monats entspricht.

Die Russische Föderation werde im Marketing-Jahr 1998/99 nach vorsichtigen Schätzungen mindestens vier Millionen Tonnen Getreide importieren müssen, um den zu erwartenden Verbrauch decken zu können. Wegen der angespannten Wirtschaftslage sei die Finanzierung dieser kommerziellen Einfuhren aber unsicher.

Internationale Nahrungsmittellieferungen zu vergünstigten Bedingungen könnten helfen, die Situation in der Russischen Föderation zu entschärfen, so die FAO.

Die Ernährungssituation der auf staatliche Zuwendungen angewiesenen Gruppen wie Arbeitslose, Rentner, Behinderte sei besonders kritisch. Interne Handelsbarrieren könnten zudem dazu führen, dass es in den kommenden Monaten in einigen Gebieten zu Nahrungsmittelknappheit komme.

Insgesamt ist es nach FAO-Angaben in den vergangenen Jahren für die Bauern in der Russischen Föderation immer schwieriger geworden, Getreide anzubauen. Die Erträge seien gesunken, die Kreditvergabe, der Zugang zu Betriebsmitteln sowie die Vermarktung seien unzureichend und hätten zu einem Rückgang der Investitionen im Agrarsektor geführt.

Deshalb sei ein Anstieg der Getreideerzeugung, trotz der zu erwartenden höheren Preise, selbst im Fall eines milden Winters im nächsten Jahr eher unwahrscheinlich, so der FAO-Bericht. Bei Kartoffeln und Gemüse allerdings seien die Aussichten günstiger. Viele Menschen bauten diese Nahrungsmittel inzwischen zunehmend selbst an.


Den vollständigen Bericht finden Sie im Internet unter: http://www.FAO.ORG/GIEWS

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