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Tagung über "Das Böse, im Zusammenhang"

17.11.1998 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Das Böse - in uns und in der Gesellschaft
Jenaer Theologen veranstalten öffentliches Symposium am 25. November

Jena (17.11.98) Selbst in das Paradies gelangte das Böse - das war zwangsläufig so, denn es ist mehr als eine moralische Kategorie, es ist Teil des Menschen. "Daß es das Böse gibt, ist unbestreitbar, aber seine konkrete Bestimmung ist schwierig", analysiert der Jenaer Theologe Prof. Dr. Michael Trowitzsch. Um sich diesem menschlichen Wesenszug zu nähern, veranstaltet die Theologische Fakultät der Jenaer Universität am 25. November im Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1) ein öffentliches Symposium über "Das Böse, im Zusammenhang".

Aus interdisziplinärer Sicht wird das Böse in der Literatur, in der Kirche und in der Wissenschaft beleuchtet. "Welche Zusammenhänge es gibt, die das Böse erkennbar machen", will die Tagung ausloten. "Denn das Böse gehört in einen bestimmen Kontext, sonst ist es schrecklich", sagt Prof. Trowitzsch. Den Tod zu erfahren, ohne ihn in einen Sinnzusammenhang setzen zu können, ohne seine Begrenzung zu sehen, ist furchtbar und unerträglich, erläutert der Systematische Theologe.

Den wissenschaftlichen Aspekt, der im Mittelpunkt einer von Dr. Konrad Adam (FAZ) moderierten Plenardiskussion steht, hält Michael Trowitzsch gerade an einer Universität für besonders wichtig. Hier wird der Gegensatz zwischen objektiv und subjektiv Bösem deutlich. Die Wissenschaft, selbst wenn sie Nützliches erreichen will, hat mit der Entdeckung von Kernspaltung und Genmanipulation auch Möglichkeiten des Schreckens eröffnet, glaubt Trowitzsch - und steht damit in einer Reihe prominenter Kritiker.

"Der gute Wille allein genügt nicht, um das Böse zu verhindern", weiß der Jenaer Theologe. Dazu gehört die Erkenntnis, "daß das Leben nicht mit sich identisch ist", daß das Böse das Gute als Kontrast benötigt. Rettung verspricht, so Trowitzsch, der Glaube. Denn, wie heißt es schon im Gebet "Vater unser": "Erlöse uns von dem Bösen...".

Programm des Symposiums am 25. November im Uni-Hauptgebäude:

9.15-11.00 Uhr, HS 250
Prof. Dr. Klaus-Peter Hertzsch (Jena): Das Thema des Bösen in der Literatur unseres Jahrhunderts

11.15-13.00 Uhr, HS 235
Bischof Eduard Berger (Greifswald): Das Böse und die Kirche. Was dürfen Christen im Kampf mit dem Bösen von der Kirche erwarten - und wovor müssen sie der Kirche gegenüber auf der Hut sein?

16.15-18.00 Uhr, HS 144
Plenardiskussion zum Thema "Das Böse im Zusammenhang von Wissenschaft und Technik" mit einer Einleitung von Dr. Konrad Adam (FAZ)

20.15-22.00 Uhr, HS 235
Prof. Dr. Hans Weder (Zürich): Die Besonderheit des Bösen. Neutestamentliche Anmerkungen zum Verständnis seines Wesens


Friedrich-Schiller-Universität
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Fürstengraben 1
07743 Jena
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