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Heilende Eiweiße - Peptide als Antibiotika

17.11.1998 - (idw) Forschungsverbund Berlin e.V.

Doktorandenpreis 1998
der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL)
geht ans Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) nach Berlin

Diplom-Chemiker Torsten Wieprecht (31) erhält den mit 5 000 Mark dotierten Preis für die Erforschung antibakterieller Substanzen, die der Heilbehandlung neue Chancen eröffen.

Die zunehmende Ausbildung von Resistenzen gegenüber "herkömmlichen" Antibiotika bildet den Hintergrund für die Erforschung verschiedener antibakterieller Substanzen, die als mögliche Alternativen zur Infektionsbekämpfung in Betracht kommen. Eine neue Klasse solcher Verbindungen sind die antibakteriellen Peptide, "Mini-Eiweiße", die sowohl in Insekten als auch in Wirbeltieren als wesentliche Komponenten der Infektionsabwehr gefunden wurden. Aufgrund ihrer strukturellen Eigenschaften sind diese Peptide in der Lage, sich an die Zellmembran von Bakterienzellen einzulagern und diese zu zerstören.

Der Einfluß verschiedener Struktureigenschaften dieser Moleküle auf die Membranaktivität war das Thema der Dissertationsarbeit von Dr. Torsten Wieprecht vom Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) Berlin, für die dieser am 17.11.1998 anläßlich der Jahrestagung 1998 der WGL in Berlin mit dem Doktorandenpreis ausgezeichnet wurde.
Der erst zum zweiten Mal vergebene Preis ist mit 5000,- DM dotiert und wird für eine herausragende Doktorarbeit an einem Mitgliedsinstitut der WGL vergeben, um vielversprechenden Nachwuchswissenschaftlern besondere Sichtbarkeit und öffentliche Anerkennung zu verschaffen.

Im Rahmen der von Dr. Margitta Dathe betreuten Forschungsarbeit fand Torsten Wieprecht durch gezielte chemische Veränderung eines natürlich vorkommenden antimikrobiellen Peptids heraus, welche Bedeutung einzelnen Strukturmerkmalen für die Fähigkeit des Peptids zukommt, mit Membranen von Bakterien und Säugetierzellen zu interagieren. Wieprecht konnte zeigen, in welcher Weise Peptide verändert werden müssen, um sich an bestimmte Zellmembranen anzulagern und diese zu zerstören. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse sollte es möglich sein, Peptidwirkstoffe zu entwickeln, die ganz gezielt Bakterien bekämpfen, ohne die Zellen des befallenen Organismus zu schädigen. Gegenwärtig erscheint die lokale Anwendung bei Infektionen der Haut, im Auge oder Mund-Magen-Bereich als aussichtsreichstes Anwendungsgebiet solcher potentiellen Peptidantibiotika.

Pressekontakt im FMP: Dr. Patricia Beziat, Tel. 51 551 418
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