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Nachwuchs in den Naturwissenschaften

17.11.1998 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Forschungsjournal der Universität Münster zum "Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses"


Die Themalsonde MUPUS, die beim "Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses" an der Universität Münster vorgestellt wird. Von A wie "Arzneimittel" bis Z wie "Zeugen der Geburt des Sonnensystems" reicht die Themenpalette beim "Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses" der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster am 25. November 1998. Junge Naturwissenschaftler stellen in Kurzvorträgen und Posterpräsentationen Projekte vor, die zu den Spitzenleistungen ihres Faches zählen. Die einzelnen Beiträge werden ausführlich im neuen Forschungsjournal der Universität vorgestellt, das am 25. November zum Sonderpreis von fünf Mark am Veranstaltungsort, dem Schloß, erhältlich ist und anschließend in den münsterschen Buchhandlungen für acht Mark angeboten wird.

Besonderen Wert legen die Veranstalter darauf, daß die Forschungsberichte allgemeinverständlich und auch für Nicht-Fachleute von Interesse sind. Einige Beispiele aus der Vielfalt der Beiträge im Forschungsjournal sind die Projekte der Biologen Dr. Horst Priefert und Dr. Bernd H.A. Rehm, der Geowissenschaftler Peter Neumann und Dr. Karsten Seiferlin und des Psychologen Markus Wirtz.

Dr. Priefert beschreibt in seinem Beitrag die Biotransformation natürlicher Rohstoffe am Beispiel der Vanillinherstell5ng. Die "sanfte" Technik der Biotransformation, also die Umwandlung von natürlichen Rohstoffen mit Hilfe von Mikroorganismen, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dabei stellt die Kenntnis der beteiligten Stoffwechselwege auf biochemischer und genetischer Ebene die Grundlage dar, um Einfluß auf die Produktzusammensetzung und -ausbeute auszuüben. Durch den Einsatz gentechnischer Methoden können einzelne Stoffwechselwege in den Mikroorganismen gezielt ausgeschaltet und optimale Produktionsstämme konstruiert werden. In einem ähnlichen Bereich arbeitet Dr. Bernd H. A. Rehm, der untersucht, wie Mikroorga nismen biologisch abbaubare Polyester aus nachwachsenden Rohstoffen synthetisieren. Polyester werden vielfältig in der Industrie als Grundstoff für Weichmacher, beständige Fasern, Kunststoffteile und Lacke eingesetzt.

Kommunikations- und Orientierungshilfen für Menschen mit Behinderungen hat der Geowissenschaftler Peter Neumann un ter dem Namen "KOMM" entwickelt. Ein interaktiver Plan der Stadt Münster, der im Internet unter der Adresse http://www.muenster.de/KOMM/ zu finden ist, eröffnet Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, sich über den reinen Stadtplan hinaus eingehend über öffentliche Plätze, über Cafés, Kneipen und Kinos zu informieren. Für die einzelnen Einrichtungen sind beispielsweise die Breite der Türen und die Anzahl der Behindertentoiletten angegeben. KOMM ist bundesweit einmalig, kann aber - das entsprechende Datenmaterial vorausgesetzt - auf jede andere Stadt oder Region übertragen werden.

Den Blick in die Ferne schweifen läßt Dr. Karsten Seiferlin vom Institut für Planetologie. Er koordiniert das MUPUS-(Multi-Purpose Sensors for Surface and Sub-Surface Science-)Projekt, mit dem die Funktionsweise von Kometen entschlüsselt, ihre Energiebilanz aufgestellt und mögliche Alterungsprozesse doku mentiert werden sollen. Zu diesem Zweck wurde am Institut die Thermalsonde MUPUS entwickelt, die mit der ROSETTA-Mission der Europäischen Raumfahrt-Agentur im kommenden Jahrtausend ins All geschossen und auf dem Kometen Wirtanen landen soll.

Daß auch Sinnestäuschungen durchaus ihren Sinn haben, beweist der Psychologe Markus Wirtz in seinem Beitrag. Die Wirklichkeit, wie wir sie erleben, hat nur wenig mit der tatsächlichen Wirklichkeit zu tun. Das Bild, das im Auge auf der Netzhaut empfangen wird, ist nur sehr ungenau und unvollständig. Erst durch eine mehrstufige Verarbeitung in der Netzhaut und in der Großhirnrinde werden die zunächst unzusammenhängenden Informationen zu Bildinformationen und Wahrnehmungseinheiten zusammengefaßt. Wie dieser Konstruktionsprozeß abläuft, wird durch visuelle Sinnestäuschungen direkt erkennbar.

Insgesamt umfaßt das Forschungsjournal 21 Beiträge. Darunter sind weitere interessante Themen wie zum Beispiel die Entwicklung von Arzneimitteln, die mittels biologischer und elektronischer Steuerungen äußerst präzise dosiert werden können, der Einfluß von Streß bei Meerschweinchen auf die Nachkommen, der Nachweis globaler Veränderungen in einzelnen Regionen oder die Frage, wie ein Diamant entsteht.


Forschungsjournal der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Waxmann-Verlag Münster, ISSN 0942-1386.
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