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Heidelberger Forschungsmagazin: "Literatur um 1968 - politischer Protest und postmoderner Impuls"

22.11.1998 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Neue Ausgabe des Forschungsmagazins der Universität Heidelberg erschienen - Titelthema von "Ruperto Carola" 2/98 zeigt Literatur als Inspirationsquelle der 68er Bewegung

Das neue Forschungsmagazin der Universität Heidelberg, "Ruperto Carola 2/98", liegt vor. Es spannt den Bogen von der Germanistik bis hin zur Nephrologie, der Romanistik bis zur Molekularbiologie, und präsentiert in einer Reportage die "überraschende Collage von
Stakkatobildern": Wo im Internet findet man die Forschung der Universität Heidelberg? Das Titelthema "Literatur um 1968 - politischer Protest und postmoderner Impuls" zeigt die Literatur als Inspirationsquelle der Protestbewegung von 1968 auf.

Im Editorial gibt Prorektor Prof. Heinz Horner einen umfassenderen Überblick über die Chancen, die das Internet-Angebot der Universität Heidelberg Informationshungrigen und Wissenschaftlern bietet. Dabei spricht er auch die Vorlesungen und Seminare an, die im Internet übertragen und andernorts zugänglich gemacht werden, oder die "Virtuelle Universität Oberrhein" und die "Internationale Tele-Universität", an denen sich die Ruperto Carola beteiligt.

Das Titelthema des Forschungsmagazins beschäftigt sich mit der diesjährigen Jahresausstellung des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Helmuth Kiesels - "Neuere deutsche Literaturgeschichte, Schwerpunkt: 20. Jahrhundert" - entwickelt und verfolgt drei Ziele. Sie will die Genese und Entwicklung des 68er-Protests nachzeichnen, die Literatur als Inspirationsquelle und Organon der Protestbewegung zeigen und die Verschränkung von politischem Protest und postmodernem Impuls deutlich machen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer gegenwärtigen Neubewertung der politischen Kultur der Bundesrepublik, die von der 68er-Bewegung bekanntlich einer scharfen Kritik unterzogen worden war.

Gentherapie verspricht Erfolg bei Morbus Wilson

Nächstes Thema des Magazins: Morbus Wilson. Er ist eine seltene angeborene Stoffwechselerkrankung, bei der das Fehlen einer Kupferpumpe zur Speicherung von Kupfer in den Zellen führt. Betroffen sind meist Jugendliche oder junge Erwachsene. Die Ansammlung von Kupfer kann eine Leberzirrhose und neurologische Störungen hervorrufen. Kupfer lagert sich auch in anderen Organen wie Gehirn, Auge, Niere, Herz, Blut und Gelenken ab. Leider wird die Diagnose häufig aus Unkenntnis zu spät gestellt, so daß schwerwiegende Gesundheitsschäden entstehen. Es gibt zwar wirksame Medikamente, die zur Entspeicherung der Kupferdepots und zur Besserung der Symptomatik und Normalisierung der Lebenserwartung führen können. Eine Leberzirrhose ist jedoch nicht mehr rückgängig zu machen. Und die oft ausgeprägten neurologischen Ausfälle lassen sich nicht wesentlich bessern. Da das der Störung zugrundeliegende Gen bekannt ist, erscheint eine Gentherapie vielversprechend. Bis zum tatsächlichen Einsatz bei Patienten ist es allerdings noch ein weiter Weg. Wolfgang Stremmel und Markus Möhler beschreiben in ihrem Beitrag des Magazins, welche Schritte hierzu in der Abteilung Innere Medizin IV am Klinikum der Universität Heidelberg unternommen werden.

Zu Tisch bei Balzac

Im Leben wird gegessen und getrunken, in vielen literarischen Texten hingegen, ja in ganzen Gattungen wie Lyrik und klassischer Tragödie, so gut wie nicht. Und selbst wenn vom täglichen Brot oder vom abendlichen Diner erzählt wird, pflegten die Literaturwissenschaftler nicht anzubeißen. Zu sehr waren sie dem Geist und dem asketischen Gelehrtenideal verpflichtet. Dabei geht es in der Dichtung nicht nur um Nahrungsaufnahme und Bedürfnisbefriedigung, sondern auch um Zubereitung, Tischsitten und gesellschaftliche Anlässe, und nicht nur um deren kulturgeschichtliche Dokumentation, sondern auch um deren künstlerische Auswertung. Erst um 1970 endete die literaturwissenschaftliche Abstinenz, auch in Heidelberg. Am Romanischen Seminar blickte Arnold Rothe in die Kochtöpfe Balzacs und beschreibt in der "Ruperto Carola", was er fand.

Wenn Gene schaltbar werden

Schätzungsweise einhunderttausend Gene enthalten die Informationen, die notwendig sind, um einen menschlichen Körper aus einer befruchteten Eizelle entstehen und später funktionieren zu lassen. Der kontrollierte und koordinierte Fluß der Information an die Orte, an denen sie ihre Wirkung entfaltet, ist die Voraussetzung ebenso für eine geregelte Verdauung, wie für die Fähigkeit zu lernen - oder für Gefühlswallungen beim Anblick einer geliebten Person. Was sind nun die rätselhaften Funktionsanweisungen, die in den Genen gespeichert sind? In immer schnellerer Folge erfahren wir von neuen Genen, doch ihre Funktion bleibt meist im Dunkeln. Eine Strategie, die Wirkung eines Gens zu untersuchen, läuft darauf hinaus, den entsprechenden Informationsfluß zu verhindern, das heißt, das Gen "abzuschalten" und die Folgen dieses Eingriffs zu beobachten. Wie man dies bewerkstelligen kann, berichtet Hermann Bujard vom Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg, in dessen Laboratorien "Genschalter" entwickelt wurden, die vom Experimentator nach Belieben betätigt werden können.

Überraschende Collage von Stakkato-Bildern

Wo im Internet findet man die Forschung der Universität Heidelberg? Das "World Wide Web" wird als Rechercheinstrument und Informationsquelle immer wichtiger, wenn man erfahren will, was an einer Hochschule geschieht. Wie aber präsentieren sich die verschiedenen Fachbereiche im Netz? Wer stellt welche Information hinein? Sind die Web-Seiten mehr als eine elektronische Imagebroschüre? Wie seriös und aktuell sind die Inhalte? Die "Ruperto Carola"-Redaktion hat sich auf eine Reise durchs Netz begeben.

Im Rehabilitationszentrum für chronisch Nierenkranke der Universität Heidelberg, unter der Leitung von Eberhard Ritz, wurde eine weitere schädliche Folge des Rauchens entdeckt. Stephan R. Orth erforschte die Auswirkung von Zigarettenrauchen auf den Verlauf einer bereits bestehenden Nierenerkrankung. Seinem Hauptbeitrag folgen die ständigen Rubriken des Forschungsmagazins, wobei Reiner Wiehls "Meinung" den Wandel des Selbstverständnisses der Universität zwischen 1968 und 1998 zum Inhalt hat.

Hersteller und Verlag des Forschungsmagazins ist der Universitätsverlag C. Winter - Heidelberger Verlagsanstalt. Ein Einzelheft "Ruperto Carola" kostet 10 DM plus Versand, für Studierende 5 DM. Es kann, ebenso wie das Förderabo für 60 DM (vier Ausgaben), bestellt werden bei: Pressestelle der Universität Heidelberg, Postfach 10 57 60, 69047 Heidelberg. Kostenlose Ansichtsexemplare früherer Hefte liegen im Foyer der Alten Universität aus.

Rückfragen bitte an:

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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