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Comenia führt Mädchen ins Internet

25.11.1998 - (idw) Universität zu Köln

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Schwerwiegende Versäumnisse in der Medienerziehung
"Comenia" führt Mädchen ins Internet

Die Computerkultur wird hauptsächlich als eine typisch männliche Domäne angesehen. Frauen haben oft das Gefühl, mit Männern in diesem Medienbereich nicht mithalten zu können. Dies zeigt schwerwiegende Versäumnisse in der Medienerziehung auf, denn gerade Informationstechnik ist auf spezifisch weibliche Fähigkeiten angewiesen. Um vorhandene Barrieren gegenüber Informationstechnologien bei Frauen und jungen Mädchen abzubauen und deren kreative Fähigkeiten in der Informationstechnologie zu fördern, wurde das Projekt "Comenia" ins Leben gerufen. Eine Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Karl-J. Kluge von der Heilpädagogischen Fakultät der Universität zu Köln entwarf das Projekt in Zusammenarbeit mit dem erew-Institut Viersen und der IBM-Berufsausbildungsstelle.

Die vielen virtuellen Gemeinschaften, die im Internet entstehen, sind auf Fähigkeiten angewiesen, die vielen Frauen eigen sind. So sind Fähigkeiten zum Kompromiß, das Interesse an Kooperation und das Vergnügen etwas zu teilen, wichtige weibliche Ressourcen für den Aufbau und der Erforschung des Internets, dem Informations - und Kommunikationsmedium der Zukunft. Laut Studien über die Schulausbildung in der Europäischen Union sind junge Frauen im Umgang mit Computern zwar auf dem Vormarsch, dennoch ist der Weg einer richtigen Medienerziehung noch nicht gefunden. Befragungen der Kölner Pädagogen zeigen, daß junge Frauen und Mädchen sowohl im schulischen als auch im privaten Bereich immer auf Ausgrenzung und Minderbewertung im Bereich technischer Kommunikationsmittel stoßen.

Die Kölner Pädagogen entwarfen mit "Comenia" ein Projekt, das speziell auf Mädchen zugeschnitten ist. Als besonders lernfördernd erweist sich das Konzept der Verbindung von technischer Kompetenzvermittlung und kreativen Gestaltungselementen. Parallel zu einem Lern- und Studienangebot im Bereich der Künste werden dabei die Grundlagen der Informationstechnik vermittelt. Ergebnisse, wie kreativ selbstgestaltete Homepages zur eigenen Person, wirken sich sehr persönlichkeitsfördernd aus und sind ein Ansporn zur Vertiefung von technischem Wissen. Weiter stellte sich heraus, daß persönliche Beziehungen und Kontakte während des Lernprozesses eine nicht zu unterschätzende Bedeutsamkeit enthalten. Mädchen hören sich technische Erklärungen aufmerksamer an, wenn diese im Rahmen kleinerer Gruppen gegeben werden. Die Diskussionen bezüglich technischer Themen fielen dann um so intensiver aus.

Die Forschergruppe fand heraus, daß Frauen technische Medien eher nach instrumentellen Werten und ihrer Sozialverträglichkeit bewerten. Sie wollen aber auch ihre Handlungskompetenz durch Hintergrundwissen verstärken und lehnten technische Erklärungen, die ohne Begründung und Herkunft geliefert werden, ab. So ist es zum Beispiel wichtig, daß in Veranstaltungen, wie zum Beispiel Einführungen in die Hardware, der PC geöffnet wird und die Komponenten herausgenommen werden. Die einzelnen Funktionen sollten im Vergleich zu Alltagserfahrungen erläutert werden.

Vrantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen stehen Ihnen Professor Dr. Karl-J. Kluge und Eva Kluge unter der Telefonnummer 02162/24606, der Fax-Nummer 02162/30290 und der Email-Adresse erew@megabit.net zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.htm).

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