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Jenseits von PISA: Geschlechterdifferenzen verlangen Aufmerksamkeit

24.07.2002 - (idw) Universität Dortmund

Welche geschlechtsspezifischen Schlussfolgerungen lassen sich aus der Schulleistungsstudie PISA ziehen? Diese Frage hat die Dortmunder Schul- und Frauenforscherin Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel untersucht. In einem Beitrag für den "Zweiwochendienst" kommt die Wissenschaftlerin zu dem Ergebnis. Die durch die Studie sichtbar gewordenen problematischen geschlechtsspezifischen Unterschiede verdienten einen Aufmerksamkeitswechsel in Richtung auf die Jungen: sie seien zum Problemgeschlecht geworden.

In dem aktuellen Zeitschriftenbeitrag, der im Internet unter www.zweiwochendienst.de zur Verfügung steht, weist die Hochschullehrerin, die an der Universität Dortmund das Hochschuldidaktische Zentrum sowie den kürzlich neu eingerichteten Forschungsschwerpunkt "Dynamik der Geschlechterkonstellationen" leitet, auf überraschende Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie hin:

Erstens: Im Vergleich mit anderen Ländern versagt das deutsche Bildungssystem darin, allen Kindern gleiche Chancen zu bieten und ihre Leistungsfähigkeit unbeschadet von sozialer Herkunft und Geschlecht optimal zu fördern.

Zweitens: Das deutsche Schulsystem leistet im internationalen Vergleich fast nichts dafür, die traditionellen Rollenmuster zwischen den Geschlechtern aufzulösen.

Diese Tatsachen könnten, so Metz-Göckel, "unbemerkt" bleiben, gäbe es nicht bei dem europäischen Vergleich ganz andere Daten.

Wie Metz-Göckel schreibt, bieten offenbar einige Länder - anders als Deutschland - ein Lernumfeld, das beiden Geschlechtern gleichermaßen zugute kommt. In solchen Ländern werden nicht nur im Vergleich zu Deutschland bessere Leistungen insgesamt erzielt, auch die geschlechtsspezifischen Leistungsunterschiede in Fächern wie Mathematik sind geringer als beispielsweise in Deutschland, wo Jungen besser als Mädchen abgeschnitten haben.
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