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Marketing-Konzept und visuelles Erscheinungsbild für die Vereinigung Südtiroler Qualitätsweinhöfe

30.11.1998 - (idw) Fachhochschule Augsburg

Präsentation einer Sandwich-Diplomarbeit anläßlich der Diplomurkunden-Verleihung an der FH Augsburg. Vortrag von Herrn Prof. Dr. Hartwig Frankenberg

Präsentation der Interdisziplinären Diplomarbeit nach dem Sandwich-Prinzip der beiden Fachbereiche Betriebswirtschaft und Gestaltung


"Marketing-Konzept und visuelles Erscheinungsbild
für die Vereinigung Südtiroler Qualitätsweinhöfe"


Vortrag von Herr Prof. Dr. Hartwig Frankenberg

Im Rahmen der Diplomurkunden-Verleihungen am 27.11.1998 wurde eine interdisziplinäre Diplomarbeit, also eine Sandwich-Diplomarbeit, präsentiert.

Sandwich? Dies ist ursprünglich ein zwischen zwei Scheiben Brot gelegtes Bratenstück, das sich der Earl of Sandwich (1718 - 1792) an den Spieltisch bringen ließ, um seine Schachpartie nicht unterbrechen zu müssen. Das kulinarische Schichtprinzip fand auch Eingang in die Technik: Sandwichbauweise ist folglich die besonders im Boots- und Flugzeugbau verbreitete Methode, bei der zwei ebene oder auch gekrümmte Deckschichten aus Metall, Sperrholz oder faserverstärkten Werkstoffen mit einem dazwischen angeordneten Stützkern kraftschlüssig verklebt werden. Begriff und Prinzip sind ebenso in der Organischen Chemie und in der Drucktechnik bekannt. In der Werbung schließlich werden Sandwichmänner eingesetzt die an belebten Plätzen Plakate auf Brust und Rücken umhertragen.

Unter einer "Sandwich-Diplomarbeit" verstehen wir konkret folgendes: Von je einer Diplomandin aus dem Fachbereich Betriebswirtschaft (Bettina Rid, Betreuer Prof. Dr. Kellner) und aus dem Fachbereich Gestaltung (Claudia Redmann, Betreuer Prof. Seilern) wurden zur Positionierung einer Dachmarke für einen Südtiroler Winzerverband ein Marketing- und ein Organisationskonzept erarbeitet sowie die entsprechenden Medien wie Logo, Geschäftspapiere, Broschüre, Messestand, Verpackung, Display usw. entwickelt.

Impuls und Auftrag zu dieser interdisziplinären Aufgabe hatten sich während einer Exkursion in Südtirol im Rahmen des Semesterprojektes "Gestaltung von Weinetiketten und Verpackungen für Weingläser" ergeben, das Kollege Prof. Seilern mit mir zusammen im Wintersemester 1997 / 98 durchgeführt hatte. Die Winzer, die wir damals in der Gegend um Meran und Bozen besuchten, äußerten - als Vereinigung Südtiroler Qualitätsweinhöfe - Beratungsbedarf für einen gemeinsamen Auftritt und für die gemeinsame Vermarktung ihrer hervorragenden Weine.

Nach einer kurzen Abstimmungsphase wurde mit der gemeinsamen Arbeit im Februar 1998 begonnen. Briefing, Arbeitsbesprechungen sowie insgesamt drei Zwischenpräsentationen fanden alle vor Ort in Südtirol statt, bzw. auf der zweitgrößten europäischen Weinmesse"Vinitaly" im April 1998 in Verona. Die gestalterischen Entwürfe sowie das Marketing- und Organisationskonzept wurde von den Winzern nach gründlichen Diskussionen positiv aufgenommen. Alle vereinbarten Arbeiten werden in den nächsten Wochen abgeschlossen sein.

Durch diese Kooperation zweier benachbarter Fachbereiche wurden hohe Synergieeffekte sowohl in der Beratung für den Kunden als auch in Problembewußtsein und Bearbeitungstiefe eines interdisziplinären Hochschulteams erzielt. Formal und inhaltlich handelt es sich bei den beiden Diplomarbeiten selbstverständlich um zwei völlig eigenständige Leistungen. Meine Aufgabe bestand darin, das gesamte Projekt als Koordinator, Texter und Konfliktmanager sowie als Zweitprüfer in beiden Fachbereichen zu begleiten. Beide Diplomarbeiten wurden im Sommer-Semester 1998 abgeschlossen.

In ihren eigenen, nachfolgenden Grußworten werden die beiden Diplomandinnen ihre Arbeiten und Erfahrungen mit dem Sandwich-Diplom-Projekt selbst kurz vorstellen.

Die Kooperation zwischen den Fachbereichen Betriebswirtschaft und Gestaltung besteht nun schon seit einigen Jahren. Ich darf sagen: Es ist eine sehr kongeniale Zusammenarbeit, die wir im Laufe der Zeit hoffentlich weiter vertiefen werden. Nicht nur durch Sand-Wich-Diplomarbeiten, sondern durch Auftrags- und Forschungsprojekte oder auch in Form von gemeinsamen Lehrveranstaltungen. Wir sind schließlich sehr frei, unsere Potentiale für eine optimale Ausbildung unserer Studenten zu nutzen.

Auch für die Fachhochschule insgesamt dürfte die Bedeutung des Projektes erheblich sein: Durch seinen interdisziplinären Charakter repräsentiert das Sandwich-Projekt die ureigensten Aufgaben einer Fachhochschule. Im Bayrischen Hochschulgesetz (Art.2) wird die gesellschaftliche Funktion der Fachhochschule u.a. wie folgt beschrieben: "Die Fachhochschulen vermitteln durch anwendungsbezogene Lehre eine Bildung, die zu selbständiger Anwendung wissenschaftlicher Methoden und gestalterischer Tätigkeiten in der Berufspraxis befähigt."
Durch seinen praxisbezogenen und interdisziplinären Ansatz versteht sich diese Sandwich-Diplomarbeit jedenfalls auch als bescheidener Beitrag, dem politischen und gesellschaftlichen Auftrag der Fachhochschule gerecht zu werden.

Die moderne Berufspraxis ist ausschließlich interdisziplinär angelegt. Das heißt: Probleme und Aufgaben werden grundsätzlich unter dem Blickwinkel verschiedener Experten bearbeitet. Für uns kann dies nur bedeuten: Die einzelnen Fachbereiche der Fachhochschule sind keine abgeschotteten Abteilungen, sondern Knotenpunkte eines interdisziplinären Netzes, das es zur Lösung komplexen Aufgabenstellungen und ihrer Vermittlung zu nutzen gilt.


Dies und der interdisziplinäre Studiengang Multimedia, der von den Fachbereichen Informatik und Gestaltung betrieben wird, sowie die bisherige Kooperation mit dem Fachbereich Betriebswirtschaft und weiteren Fachbereichen in der Zukunft werden hoffentlich zu einem erweiterten Selbst- und Fremdbild unserer Hochschule führen.

Den beiden Diplomandinnen und den beiden Kollegen danke ich für die äußerst angenehme und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Auch den Südtiroler Weinbauern und ihren Familien möchte ich für ihre Kooperation sehr danken. Es war schließlich nicht immer ganz leicht, mit einem Kunden umzugehen, der acht kontrastreiche Charakterköpfe besitzt und der gegenüber beraterischen Impulsen nicht immer gerade mit Begeisterung und Freude reagierte.

Im Anschluß an die Preisverleihungen und an die Verleihung der Diplomurkunden lädt der Förderverein der Fachhochschule Augsburg und die Vereinigung der Südtiroler Qualitätsweinhöfe zu einem Stehempfang ein, der mit der Möglichkeit zum Weinkauf verbunden ist. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die hier angebotenen Weine entweder direkt bei den Winzern in Südtirol oder auch beim Südtiroler Weinladen in Augsburg, Gentner Str. 67a, zu beziehen, dessen Inhaber, Wolfgang Schorer, ich hier ebenfalls sehr herzlich begrüßen möchte.

Und nun bitte ich die beiden Diplomandinnen - Bettina Rid (Fachbereich Betriebswirtschaft) und Claudia Redmann (Fachbereich Gestaltung) - um ihre Grußworte. Hierfür und für den Fortgang der Festveranstaltung wünsche ich Ihnen viel Vergnügen! Den acht Winzern wünsche ich bei der Umsetzung des Konzeptes und beim Einsatz der Kommunikationsinstrumente viel Glück. Schließlich ist Ihr Erfolg dann auch unser Erfolg!


Ansprechpartner: Prof. Dr. Hartwig Frankenberg
Tel.: 0821/5586-424
Fax: 0821/5586-422
e-mail: richlich@verwaltung.fh-augsburg.de
Augsburg, den 29.11.1998
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