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Max-Planck-Forschungspreis für Professor Dr. Peter Jonas

03.12.1998 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Der mit DM 250.000,- dotierte Preis wird in Anerkennung international herausragender wissenschaftlicher Forschungen verliehen

02.12.1998


Max-Planck-Forschungspreis für
Professor Dr. Peter Jonas

Der mit DM 250.000,- dotierte Preis wird in Anerkennung international herausragender wissenschaftlicher Forschungen verliehen

Professor Dr. med. Peter Jonas, Geschäftsführender Direktor des Physiologischen Institutes der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wird am 3. Dezember 1998 in Bonn mit dem Max-Planck-Forschungspreis für internationale Kooperation ausge-zeichnet. Der mit DM 250.000,-- dotierte Preis wird in Anerkennung international herausragender wissenschaftlicher Forschung verliehen. Jonas wurde 1961 in Darmstadt geboren. Er studierte 1980 -1986 Medizin in Gießen und promovierte 1987. 1988 - 1989 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Physiologi-schen Institut der Universität Gießen. 1990 - 1994 war er als wissenschaftlicher Mit-arbeiter am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg in der Abteilung des Nobelpreisträgers Professor Bert Sakmann tätig. Hier habilitierte er sich 1992. Seit April 1995 ist er Professor für Physiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Direktor der Abteilung 1 des Physiologischen Institutes. Seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinz-Maier-Leibnitz-Preis des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft (1994) und dem Medinfar European Prize in Physiology, der ihm im März dieses Jahres in Lissabon verliehen wurde.

Zentrales Forschungsthema der Arbeitsgruppe von Jonas sind die Mechanismen der Kommunikation zwischen Nervenzellen im Gehirn. Diese bilden ein komplexes Netzwerk, dessen elektrische Aktivität letztlich höheren Funktionen wie Gedächtnis und Verhalten zugrundeliegt. Eine einzelne Nervenzelle besitzt Kommunikations-stellen mit vielen Tausend Zielzellen. An diesen Kommunikationsstellen, den soge-nannten Synapsen, kommt es zur Freisetzung eines Botenstoffes, der in der Ziel-zelle eine Aktivierung von Rezeptoren und damit eine Spannungsänderung bewirkt. Elementare Spannungsänderungen von vielen Synapsen werden aufsummiert und führen so eine Aktivierung der Zielzelle herbei. Diese Vorgänge laufen mit extrem hoher Geschwindigkeit ab; sie dauern nur wenige Tausendstel Sekunden. Ziel der Freiburger Arbeitsgruppe ist es, schnelle Signalübertragung in einzelnen Nerven-zellen und im Verband zu charakterisieren. Ein besonders wichtiger Synapsentyp, mit dem sich die Arbeitsgruppe beschäftigt, verwendet Glutamat als chemischen Botenstoff. Glutamat-Synapsen sind deshalb von besonderem Interesse für Neuro-wissenschaftler, weil an ihnen Veränderungen ablaufen, die mit Lernprozessen in Zusammenhang stehen. Hier gelang es Jonas und seinen Mitarbeitern Jörg Geiger und Josef Bischofberger, grundlegende Mechanismen der Zellkommunikation zu entschlüsseln.
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