Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 24. Oktober 2014 

Besserer Technologietransfer in die Wirtschaft

04.12.1998 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, brauchen Firmen neue innovative Produkte. Die TechnologieAllianz, ein Zusammenschluß von neun Wissenschaftseinrichtungen und Technologievermittlern, ermöglicht Unternehmen einen besseren Zugang zu neuen Technologien.

Unternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, ihren Bedarf an innovativen Ideen zu befriedigen: Sie entwickeln diese selbst, beziehen Ideen zum Beispiel von Zulieferern oder kaufen sie bei Technologieproduzenten wie Forschungseinrichtungen ein. Doch trotz des wachsenden Innovationsdrucks nutzen viele Firmen nicht alle Möglichkeiten richtig aus: Insbesondere die Nachfrage nach Lizenzen an Produkten oder Technologien aus Forschungseinrichtungen und Hochschulen ist im internationalen Vergleich äußerst gering. Bei großen Unternehmen mit eigenen Entwicklungsabteilung ist das "not invented here"-Syndrom nicht überwunden. Für kleine und mittlere Unternehmen stellt eine Lizenznahme häufig einen entscheidenden Eingriff in den Geschäftsablauf dar: Investitionen sind zu tätigen, Produktionslinien aufzubauen und gegebenenfalls Vertriebsstrukturen anzupassen. Gleichzeitig ist mit der Einführung eines neuen Produkts ein großes wirtschaftliches Risiko verbunden. Entscheidungen über Lizenznahme werden daher häufig nicht kurzfristig herbeigeführt. Damit aktive Technologievermittler trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich arbeiten können, müssen sie die zur Verfügung stehenden Kräfte bündeln. Bereits Ende 1994 haben sich deshalb auf Initiative der Fraunhofer Patentstelle für die Deutsche Forschung PST neun Wissenschaftseinrichtungen und Technologievermittler zur TechnologieAllianz zusammengeschlossen. Ziel der Allianz ist es, den Transfer neuer Technologien aus der Forschung in die Industrie effizienter zu gestalten.

Wie wird dieses Ziel erreicht? Alle Kooperationspartner bringen in die TechnologieAllianz ihre eigenen zur Verwertung anstehenden Technologien ein sowie Technologien, für die sie den Verwertungsauftrag übernommen haben. Diese Technologien müssen zuvor jedoch einen strikten Selektionsprozeß überstehen: Neben der Patentfähigkeit und Funktionstüchtigkeit der technischen Lösungen spielt die Marktfähigkeit der resultierenden Produkte bei der Beurteilung eine entscheidende Rolle. Die Zusammenarbeit der Allianz-Partner bietet mehrere Vorteile: Zum einen steigt mit der Zahl der vorhandenen Technologien auch die Chance, bei konkreten Anfragen von Firmen passende Lösungen im eigenen Fundus zu finden. Zum anderen ermöglicht die Kooperation eine deutlich intensivere Verwertungstätigkeit als dies bei einem bloßen Nebeneinander möglich wäre. Denn jeder Kooperationspartner verfügt über eine Anzahl aktiver Technologievermittler. Jedem dieser Vertriebsmitarbeiter steht nun die gesamte Palette der Technologieangebote zur Verwertung bereit.

Bei einem "normalen" Verwertungsprozeß innerhalb der TechnologieAllianz hat ein Partner die Technologie akquiriert und ein anderer Allianz-Partner arbeitet mit einem Industrieunternehmen zusammen, das die Innovation in ein neues Produkt umsetzen will. Ein Beispiel für die erfolgreiche Technologievermittlung ist die Vermarktung des an der Universität Karlsruhe entwickelten Elektrozyklons zur Reinigung von Abgasen aus stationären Dieselmotoren. Dieser Elektrozyklon entfernt sogar kleinste Partikel im Abgasstrom mit sehr hohem Abscheidegrad. Im Vergleich zu den bisher bekannten Vorrichtungen ist er sehr viel leistungsfähiger. Aus diesem technischen Vorteil leitet sich unmittelbar der Marktvorteil ab, der ein Unternehmen zu einer Lizenznahme veranlassen kann. In diesem Fall hat das Technologie-Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen die Erfindung akquiriert. Gemeinsam mit der Fraunhofer-Patentstelle für die Deutsche Forschung hat das TLB die neue Technologie potentiellen Interessenten angeboten und einen Lizenznehmer gefunden. Derzeit wird das Produkt von dem Unternehmen zur Serienreife weiterentwickelt. Die Markteinführung des neuen Elektrozyklons ist noch in diesem Jahr vorgesehen.

Die Partner der TechnologieAllianz haben 1997 mehr als 150 Verwertungsverträge zwischen Technologieanbietern und Unternehmen im In- und Ausland auf den Weg gebracht. Interessierten Unternehmen können ständig mehrere hundert zur Verwertung anstehende Erfindungen und Technologien von der Allianz angeboten werden. Auf die Unternehmen kommt es jetzt an, die sich daraus ergebenden Chancen in Zukunft noch umfassender zu nutzen.

Ansprechpartnerin:

Dr. Gabriele Kannen
Telefon 0 89/12 05-6 51, Telefax 0 89/12 05-4 98
Fraunhofer-Patentstelle für die Deutsche Forschung PST Leonrodstraße 68, D-80636 München
email: kannen@pst.fhg.de
uniprotokolle > Nachrichten > Besserer Technologietransfer in die Wirtschaft

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/45910/">Besserer Technologietransfer in die Wirtschaft </a>