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Einstellung der Deutschen zum Euro

25.07.2002 - (idw) Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW

Die Zustimmung zum Euro in Deutschland ist im Vergleich zu den anderen an der Währungsunion teilnehmenden Ländern immer noch gering. Zwar war unmittelbar nach der Bargeldeinführung eine Euro-Begeisterung zu verzeichnen, doch nahm diese in den folgenden Wochen wieder etwas ab. Dennoch ist die Zustimmung zum Euro inzwischen höher als im vergangenen Jahr: Während damals noch zwei Drittel aller Deutschen Sorgen im Zusammenhang mit der Euro-Einführung äußerten, ist es nun nur noch die Hälfte. Damit liegt Deutschland bei der Akzeptanz des Euro innerhalb der Europäischen Währungsunion immer noch auf einem hinteren Platz.

Der scheinbare Vorteil der Deutschen eines einfachen Umrechnungskurses zwischen D-Mark und Euro erweist sich bei der Bildung eines neuen Referenzsystems für Preise eher als Nachteil. Durch das schnelle Umrechnen bleibt die D-Mark im ständigen Bewusstsein der Konsumenten. Die vom DIW Berlin erhobenen Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigen, dass bei den höher Gebildeten und bei den EU-Ausländern Sorgen im Zusammenhang mit der Euro-Einführung am seltensten anzutreffen sind. Bei der deutschen Bevölkerung geht die Sorge in starkem Maße mit der Befürchtung einher, die Abschaffung der D-Mark bringe insgesamt mehr Nach- als Vorteile für Deutschland. Dieser Meinung sind 56 % der Befragten. Zwei Fünftel stimmen der Aussage zu, dass private Geldanlagen unsicherer werden. Hingegen erwarten 70 % der Befragten, dass der Euro die Einheit Europas fördert. Der Nutzen des Euro wird also im Hinblick auf die politische Dimension - die Förderung der europäischen Einheit - höher veranschlagt als auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Die Befürchtungen der Deutschen bezüglich wirtschaftlicher Nachteile werden zurzeit durch punktuelle Preissteigerungen genährt, die ihr mediales Echo in der Diskussion über den "Euro als Teuro" finden. Zwar sind die Preise in Deutschland insgesamt stabil - die Teuerungsraten fielen im Mai und Juni gering aus -, aber im Dienstleistungssektor kam es zu einigen Verteuerungen, die dem Verbraucher sofort ins Auge stachen. Die subjektiv gefühlte Inflation steht also noch im Widerspruch zur amtlichen Teuerungsrate.

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