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Hochschulpolitische Festtagsgrüße

21.12.1998 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Danke und Frohe Festtag: In einer Zeit, in der in den Hochschulen eine gespannte Ruhe angesichts noch unsicherer politischer Vorgaben für die nächsten Jahren herrscht, ist uns Ihre wohlwollende publizistische Aufmerksamkeit eine große Hilfe.

Bochum, 21.12.1998
Nr. 284

Danke,
frohe Festtage und
alles Gute für 1999


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich Ihnen ein frohes Fest und ein glückliches Neues Jahr 1999. Zugleich danke ich Ihnen für Ihre publizistische Begleitung im Jahr 1998. In einer Zeit, in der in den Hochschulen eine gespannte Ruhe angesichts noch unsicherer politischer Vorgaben für die nächsten Jahren herrscht, ist uns Ihre wohlwollende publizistische Aufmerksamkeit eine große Hilfe.

Vom "Ruck" ist noch wenig zu spüren

Vor einem Jahr - wir erinnern uns - streikten an den Universitäten die Studierenden für bessere Bildungschancen. Dieser Streik wurde schnell von den 'freundlichen' Umarmungen der Politiker erdrückt. Und eine Verbesserung der Studien- und Lebensbedingungen ist in den vergangenen zwölf Monaten auch nicht sichtbar geworden. Zwar ist das Hochschulrahmengesetz novelliert worden, Landesgesetze stehen vor weiteren Anpassungen, doch Entscheidendes ist damit noch nicht passiert. Das beweisen nicht zuletzt die jüngsten Zahlen des Deutschen Studentenwerkes (DSW). Vom "Ruck", den Bundespräsident Herzog einst forderte, ist wenig zu spüren. Noch immer verspielt das Land seine Zukunft.

Schluß mit dem "Schwarze-Peter-Spiel"

Allerdings ist mit dem Wechsel der politischen Konstellation in Bund und der Regierungsmannschaft in NRW zumindest das im letzten Jahrzehnt so beliebte "Schwarze-Peter-Spiel" zwischen dem Bund und der Landesregierung Düsseldorf auf der Strecke geblieben. Beider Führung wird von "Rot-Grün" - das Wort des Jahres - dominiert. Das eröffnet jetzt eine reelle Chance, daß die Politik sich nicht mehr in Sonntagsreden und gegenseitigen Schuldzuweisungen über Versäumnisse erschöpfen wird. Doch während die Bundesregierung sich schon innerhalb der ersten "100 Tage" zaghaft bemüht, endlich den Bundesbildungs- und -forschungs-etat auf anerkannte Erfordernisse anzupassen, verbreitet sich in NRW das Gerücht, daß das Land in den nächsten Jahren zwischen 2.500 und 3.000 Stellen im Wissenschaftsbereich streichen wird. Zwar will das Land mit einer Querschnittsuntersuchung erreichen, daß die Hochschulressourcen besser genutzt werden; ob allerdings die Kürzungen angesichts erwarteter höherer Studentenzahlen die Motivation der Beteiligten in den Hochschulen stärken, ist meh als äußerst fragwürdig.

RUB mit verhaltenem Optimismus

Die RUB aber blickt trotz angespannter Situation mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft, weil sie sicher ist, daß in ihr noch erhebliches Reformpotential herrscht, um die Zukunft zu meistern und zu gestalten. Das in diesem Jahr unter der Leitung von Rektor Prof. Dr. Dietmar Petzina angetretene Rektorat hat mit starkem Schwung insbesondere neue Kooperationen in Angriff genommen. Signale für eine stärkere Zusammenarbeit der Hochschulen im Ruhrgebiet wurden von Bochum ausgesandt, und in der Stadt selbst fruchten erste Ansätze zur Zusammenarbeit der Hochschulen am Ort, mit der IHK und der Stadt, so z.B. im geplanten gemeinsamen Tag der Forschung 1999 in der Stadt, mit dem einem breiten Publikum das Forschungspotential demonstriert werden wird. Und ein Strategiepapier des Rektorats für die nächsten Jahre wird intern bereits diskutiert.

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Die RUB hat sich in der Vergangenheit als reformbereit erwiesen, und sie wird für realisierbare, vernünftige Reformideen auch in der Zukunft kämpfen. Sie ist daran interessiert, ihren Studierenden gute Studienbedingungen zu ermöglichen und der Gesellschaft grundlegende und verwertbare Ergebnisse aus der Wissenschaft in hoher Qualität bereitzustellen. Allerdings müssen dafür die Rahmenbedingungen stimmen und eine Planungssicherheit gewährleistet sein.

In Ihrer und eigener Sache

Noch ein Satz in eigener Sache: Für Sie, unsere Ansprechpartner in den Medien, haben wir - die Pressestellen der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Bayreuth und der TU Clausthal mit dem Rechenzentrum der TU Clausthal - in den letzten Jahren den "Informationsdienst Wissenschaft" (idw) aufgebaut. Er ist eine "Wissenschaftsnachrichgenagentur" im Internet, die Ihnen Experten aus der Wissenschaft vermittelt und die Recherche in den Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen erleichtert. Sie haben den Dienst sehr gut angenommen und nutzen ihn mit zunehmender Tendenz. Im abgelaufenen Jahr konnten wir Dank der Förderung durch das Bonner Forschungsministerium den weiteren Ausbau des idw kräftig vorantreiben und dessen Service erheblich verbessern. Im kommenden Jahr wird es darauf ankommen, angesichts des bevorstehenden Endes der För-derphase, dem idw eine stabile Basis für die Zukunft zu gießen, damit er auf Dauer als Institution des Dialogs zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft dienen kann. Wir danken Ihnen für Ihre Hilfe, und wir erwarten und freuen uns auf Ihre Wünsche und Anregungen im kommenden Jahr.

Für die RUB hoffe ich mit meinen Mitarbeitern auf Ihre weitere publizistische Aufmerksamkeit auch im nächsten Jahr und wir freuen uns auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Mit kollegialen Grüßen


Dr. Josef König
für das Team der Pressestelle
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