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Kirche im Dialog

30.12.1998 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der Theologe Prof. Dr. Herbert Vorgrimler wird 70 Jahre alt


Prof. Dr. Herbert Vorgrimler Prof. Dr. Herbert Vorgrimler, Emeritus der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, vollendet am 4. Januar 1999 sein 70. Lebensjahr.

Herbert Vorgrimler, einer der engsten Vertrauten und Freunde des weltbekannten Theologen Karl Rahner, hat bei diesem 1950 in Innsbruck promoviert und wurde 1953 zum Priester geweiht. Schon in diesen Jahren wurde er selbst zu einem weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Theologen, nicht zuletzt durch seine Arbeit als hauptamtlicher Redakteur des von Rahner herausgegebenen zehnbändigen Lexikons für Theologie und Kirche. Bei diesem war er für die Sparten Dogmatik, Dogmengeschichte, Fundamentaltheologie, Philosphie, Biblische Theologie, Moral- und Pastoraltheologie, Ökumene sowie Psychologie und Tiefenpsychologie verantwortlich. Als Schriftleiter hat er später den dreibändigen Kommentar zu den Konzilsdokumenten betreut. 1968 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Dogmatik an der Staatlichen Theologischen Fakultät in Luzern. Im Wintersemester 1972/73 wurde er Nachfolger von Karl Rahner auf dessen Lehrstuhl für Dogmatik in Münster.

Vorgrimlers internationale Reputation schlug sich unter anderem in der Berufung zum Consultor des Päpstlichen Sekretariates für die Nichtglaubenden, dessen Aufgabe vor allem der Dialog mit dem Atheismus ist, nieder. Mit Rahner war er Herausgeber der "Internationalen Dialog-Zeitschrift", die sich unter seiner Redaktion zum Forum eines kritischen Dialogs zwischen Christentum und Marxismus, Theismus, Theologie und Soziologie sowie Philosophie und Politologie entwickelte, eine damals für den wissenschaftlichen Dialog zwischen Ost und West außerordentlich bedeutsame Publikation.

Nicht wenige seiner zahlreichen Bücher sind inzwischen theologische Standardwerke, so das "Kleine theologische Wörterbuch", das "Kleine Konzilskompendium" (1993 in der 24. Auflage erschienen), der Band über die Sakramente der Buße und Krankensalbung im Handbuch der Dogmengeschichte, seine Bücher zur Gotteslehre, Sakramententheologie und zur Theologie des Todes. 1993 erschien sein umfangreiches Werk zur "Geschichte der Hölle". Die meisten seiner Bücher sind in mehreren Auflagen erschienen. Seit 1997 veröffentlicht der Oros-Verlag in Altenberge seine Aufsätze und Vorträge. Unter dem Titel "Wegsuche. Kleine Schriften zur Theologie" sind bislang zwei Bände erschienen.

In seiner Lehre hat sich Prof. Vorgrimler konsequent um eine Erläuterung und Weiterführung der nicht nur für die deutsche katholische Kirche zentral gewordenen Theologie Karl Rahners bemüht. In dessen Nachfolge steht Herbert Vorgrimler für eine Theologie und Kirche, die weiterführt, was das Zweite Vatikanische Konzil in die Wege geleitet hat: Die Vision einer dialogfähigen, lernbereiten und erneuerungswilligen Kirche.

Der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster hat Professor Vorgrimler lange Jahre als Dekan und Geschäftsführender Direktor aller theologischen Seminare gedient. Seit seiner Emeritierung 1993 widmet er sich neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten und seiner internationalen Vortragstätigkeit wieder verstärkt pastoralen Aufgaben.
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