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"Vorbeugen ist besser als heilen"

08.01.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Daß Rauchen und Alkohol, zu fettes Essen und körperliche Trägheit langfristig der Gesundheit schaden, sollte mittlerweile eine Binsenweisheit sein. Dennoch werden diese und andere gesundheitliche Risikofaktoren in der Bevölkerung nach wie vor viel zu oft auf die leichte Schulter genommen. Die Folgen sind erschreckend: Allein in Deutschland sind beispielsweise 108.000 Todesfälle pro Jahr allein auf das Rauchen zurückzuführen. Um die Öffentlichkeit nachdrücklich und umfassend über die Bedeutung vorbeugenden Handelns hinsichtlich der hierzulande meistverbreiteten Erkrankungen zu informieren, lädt die Medizinische Fakultät der Universität Münster zum Beginn des Neuen Jahres, das für viele Menschen üblicherweise mit vielerlei Vorsätzen gerade im Hinblick auf ihre Gesundheit verbunden ist, erstmals zu einer öffentlichen Vortragsveranstaltung in die Aula des Schlosses ein.

Unter dem Rahmenthema "Vorbeugen ist besser als heilen" werden Vertreter nahezu aller am Universitätsklinikum vertretenen medizinischen Fachdisziplinen in der Zeit vom 12. Januar bis 1. Juli 1999 in insgesamt 17 Vorträgen auf einzelne Aspekte dieser Thematik eingehen. Im Anschluß an die jeweils um 20 Uhr beginnenden Referate werden die Teilnehmer ausreichend Gelegenheit haben, Fragen an die Experten zu richten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ziel dieser innovativen Veranstaltung ist es, die Bevölkerung in und um Münster durch allgemeinverständliche und breitangelegte Aufklärung für das Thema Prävention zu sensibilisieren. Dahinter steckt die Erwartung, daß künftig weniger Menschen erst dann gesundheitliche Risikofaktoren ernstnehmen, wenn das sprichwörtliche Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, sondern vielmehr durch gezielte Vorbeugung gesund leben und gesund bleiben.

Wenngleich vielen Krankheiten eine erbliche Veranlagung zugrunde liegt, so spielt der Umgang des Einzelnen mit seiner Gesundheit doch ebenfalls eine zentrale Rolle. Dies ist insbesondere auch bei den hierzulande meistverbreiteten Erkrankungen der Fall. An der Spitze der Todesursachen in Deutschland stehen koronare Herzerkrankungen, an denen nach Angaben des statistischen Bundesamtes von 1998 im Jahre 1996 bundesweit 181.305 Menschen gestorben sind. Viele Herzinfarkte wären vermeidbar gewesen, wenn die Betroffenen sich beispielsweise gesunder ernährt und/oder weniger geraucht hätten. Das gleiche gilt unter anderem für den Schlaganfall, dem im selben Jahr 99.266 Menschen erlagen oder für die 36.784 Lungenkrebsopfer, die zum größten Teil auf das Rauchen zurückzuführen sind. Aber auch andere Krebserkrankungen können durch vorbeugendes Verhalten vermieden werden - so etwa viele Dickdarmkrebse durch faserreiche und fettarme Kost oder manche Hautkrebs-Erkrankung durch Verzicht auf ungeschütztes Sonnenbaden. Darüber hinaus leistet auch Bewegungsarmut vielen Leiden der westlichen Welt Vorschub. Ein klassisches Beispiel sind Rückenbeschwerden, die bei den Volkskrankheiten hierzulande mit an oberster Stelle rangiert und häufiger Grund ist für Krankschreibung, Arbeitsunfähigkeit und frühzeitige Berentung.

Im Rahmen der Vortragsveranstaltung der Medizinischen Fakultät der Universität Münster können sich an gesundheitlichen Fragen interessierte Bürgerinnen und Bürger über die einzelnen Erkrankungen, Risiken, Verhütung, Warnzeichen, Früherkennung und Behandlung umfassend informieren. Zum Auftakt wird der Direktor des Instituts für Humangenetik der Westfälischen Wilhelms-Universität, Prof. Dr. Jürgen Horst, am 12. Januar unter dem Thema "Unsere Gene - unsere Zukunft?" die Rolle der Gene bei der Entstehung von Krankheiten beleuchten. Sein Vortrag wird vor Augen führen, daß es heute in zunehmendem Maße möglich ist, mit Hilfe von Genanalysen individuelle Voraussagen zu treffen, in welchem Lebensabschnitt bestimmte Erkrankungen auftreten werden. Gleichzeitig wid in dem Vortrag zum Ausdruck kommen, daß sich die Möglichkeiten zur Vermeidung beziehungsweise Heilung von Erkrankungen aufgrund neuer Forschungsergebnisse auf genetischer Ebene in Zukunft voraussichtlich deutlich verbessern werden.

Daß die Gene jedoch bei weitem nicht allein ausschlaggebend sind, ob jemand gesund oder krank ist und bleibt, werden die folgenden Vorträge zeigen. Sie beschäftigen sich unter anderem mit dem Zusammenhang zwischen Sport und Gesundheit, mit Infektionskrankheiten, Bluthochdruck, Herzinfarkt, mit dem Rauchen als Gesundheitsrisiko Nummer 1, mit Schlaganfall, Impfungen im Kindesalter, mit der Zahngesundheit, der Volkskrankheit Rückenschmerzen sowie mit unterschiedllichen Krebserkrankungen wie Darmkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs und Hautkrebs. Für einige Vorträge haben die Veranstalter bekannte Moderatoren von außen gewonnen, wie etwa den Olympiasieger im Dressurreiten Dr. Reiner Klimke, den münsterschen Regierungspräsidenten Dr. Jörg Twenhöven und die Ärztin und Fernsehmoderatorin Dr. Marianne Koch.

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