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Das Alter der Erde

18.01.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster


Vor der Forschung rinnt der Schweiss: Schwerarbeit beim Aufstellen von "IsoProbe". Wichtige Erkenntnisse zur Entstehung und zum Alter der Erde erhoffen die Wissenschaftler am Zentrallaboratorium für Geochronologie der Universität Münster vom Einsatz eines neuartigen und in Deutschland bislang einmaligen Geräts. Die Erweiterung seiner apparativen Ausstattung um das für 1,5 Millionen Mark mit Hilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) angeschaffte "Multikollektor -ICP-Massenspektrometer" nimmt die Forschungseinrichtung am Institut für Mineralogie am 22. Januar zum Anlaß für ein Festkolloqium, in dessen Rahmen Wissenschaftler aus Frankreich und der Schweiz Fachvorträge halten.

Die neue Technologie erlaubt nach Angaben von Prof. Dr. Klaus Mezger, Leiter des Zentrallaboratoriums für Geochronologie, die präzise Messung von Isotopen fast aller Elemente des Periodensystems. Damit sei es jetzt möglich, die Isotopie auch von solchen Elementen zu bestimmen, die mit konventionellen Massenspektrometern nur unbefriedigend genau oder gar nicht zu bestimmen seien. Das neue Gerät der Firma Micromass mit dem Namen "IsoProbe" ermögliche ganz neue Wege in der Forschung, die dazu führten, "Prozesse der Entstehung und Entwicklung der Erde und anderer Planeten genauer zu verstehen, exaktere Alter zu erhalten, sowie auch Spurenelemente in sehr geringen Konzentrationen mit hoher Genauigkeit zu bestimmen".

"IsoProbe" soll dazu dienen, das Verständnis vom Aufbau der Erde und des Weltalls zu verbessern. Dazu sollen sowohl terrestrische Gesteinsproben als auch Meteoriten auf ihre chemische Zusammensetzung überprüft werden. Zwar wisse man genau, wie die Prozesse auf der atomaren Ebene abliefen, noch sei aber ungeklärt, wie beispielsweise die Kontinente entstanden seien, erläutert Dr. Mark Rehkämper vom Zentrallaboratorium für Geochronologie, der bereits in den USA drei Jahre mit einem ähnlichen Gerät gearbeitet hat.

Neben der Bestimmung von Alter und Zusammensetzung von Gesteinen sind mit dem Gerät, das wegen seines Gewichts von 1,5 Tonnen nur mit einem großen Kran an seinen Standort im 2. Stock des Institutsgebäudes an der Corrensstraße gehievt werden konnte, auch anwendungsorientierte Forschungsarbeiten, zum Beispiel in der Umweltchemie, möglich. So kann etwa mit sehr hoher Genauigkeit bei sehr niedrigen Konzentrationen der Ausstoß von Edelmetallen wie Platin oder Palladium aus Auto-Katalysatoren in die Luft erfaßt werden.
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