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Abhilfe für Bettnässer

30.07.2002 - (idw) Universität Leipzig

Die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig führt zur Zeit eine Studie zum Thema "Bettnässen" durch und sucht dafür Kinder ab fünf Jahren, die bisher noch nicht wegen des Bettnässens behandelt wurden.

Die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig führt zur Zeit eine Studie zum Thema "Bettnässen" durch und sucht dafür Kinder ab fünf Jahren, die bisher noch nicht wegen des Bettnässens behandelt wurden.

Über 600 000 Kinder in Deutschland sind im Alter von mehr als fünf Jahren noch immer Bettnässer. Der Fachbegriff für das unwillkürliche nächtliche Einnässen lautet Enuresis nocturna. Für die betroffenen Kinder und ihre Familien ist das Bettnässen häufig ein großes und unendlich peinliches Problem. Die Folge: Bettnässen ist immer noch ein Tabuthema; der breiten Öffentlichkeit ist die Häufigkeit dieses Problems so gut wir nicht bekannt.

Zwei Drittel der betroffenen Kinder sind Jungen, ein Drittel sind Mädchen. Von den Fünfjährigen leidet noch fast ein Fünftel an Enuresis nocturna; bei den Siebenjährigen beträgt die Häufigkeit immer noch bis zu 10 %.

Oft werden psychische Ursachen hinter dem Bettnässen vermutet; diese sind aber fast immer die Folge, kaum jemals die Ursache der Enuresis. Wissenschaftlich diskutiert wird eine Reifungsverzögerung; denn ohne jedes Zutun werden pro Jahr etwa 15 % der bettnässenden Kinder nachts trocken.

Wenig bekannt ist auch, dass rasche ärztliche Hilfe möglich ist. Seit über 20 Jahren gibt es ein Medikament, mit dem der bei bettnässenden Kindern fehlende nächtliche Anstieg der körpereigenen Substanz ADH reguliert werden kann. Hinter dem Kürzel ADH verbirgt sich der Name eines Hormons (antidiuretisches Hormon), das die nächtliche Urinausscheidung verringert. Weltweit wurden bisher etwa 6 Millionen Patienten mit diesem Medikament behandelt, das seit einiger Zeit auch als Tablette zur Verfügung steht und in der Regel rasch eine erfolgreiche Behandlung ermöglicht.

Seit kurzem wird auch in Leipzig eine klinische Studie durchgeführt, die weitere wissenschaftliche Belege für die gute Wirksamkeit des Medikaments erbringen soll. Eltern, die möchten, dass ihr Kind an dieser Studie teilnimmt, können sich an:
Prof. Dr. med. Ralf-Bodo Tröbs oder Dr. Jouseph Nounla wenden, die zu erreichen sind unter folgender Adresse und Telefonnummer: Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, Oststraße 21 - 25, Tel.: 0341 97 26 400.

weitere Informationen: Prof. Ralf-Bodo Tröbs
Dr. Jouseph Nounla
Telefon: 0341 97 26 905
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