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Mikrospektrometer analysiert Flüssigkeiten

27.01.1999 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Hamburger Wissenschaftler haben jetzt mit Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein neues optisches Mikrospektrometer entwickelt. Das Gerät zur Analyse farbiger Flüssigkeiten ist nur daumennagelgroß und könnte schon bald Anwendung finden: Die Firma Eppendorf, ein namhafter Hersteller medizinisch-technischer Geräte, prüft gegenwärtig Anwendungsfelder dieses Mikrospektrometers in der Medizintechnik. Darüber hinaus ist der Einsatz des Spektrometers überall da denkbar, wo es auf genaue Reproduzierbarkeit von Farben ankommt, beispielsweise beim Lackieren oder bei der Herstellung von Zahnersatz.


Professor Jörg Müller von der Technischen Universität Hamburg-Harburg und sein Mitarbeiter Dipl.-Ing. Dietmar Sander haben das Mikrospektrometer entwickelt, das laut Müller bedeutend "kleiner ist als vergleichbare Geräte und den Spektralbereich vom Ultravioletten bis zum nahen Infraroten überdeckt." Zudem weise das Gerät eine höhere optische Genauigkeit auf und sei mit einem mehrere hundert Grad Celsius breiten Arbeitsbereich wesentlich temperaturstabiler. Das ein mal ein Zentimeter große Spektrometer kann mit Standardmethoden der Halbleitertechnik viel günstiger produziert werden als seine Vorgänger.
Das Gerät nutzt das Prinzip der Spektralphotometrie: Durchstrahlt man zum Beispiel eine farbige Flüssigkeit mit weißem Licht, werden davon einzelne Wellenlängen zurückgehalten bzw. absorbiert. Den austretenden Lichtstrahl analysiert das Gerät mit Hilfe einer Detektorzelle auf seine Zusammensetzung. Daraus können Rückschlüsse auf den Inhalt der Flüssigkeit gezogen werden; so könnten beispielsweise Spuren von Schwermetallen in Gewässern mit einem Indikator sichtbar gemacht und anschließend gemessen werden.

Eine Abbildung des pfenniggroßen Spektrometers ist im Internet unter http://www.dfg.de/aktuell/spektrometer.jpg und beim Pressereferat der DFG, Kennedyallee 40, 53175 Bonn, Telefon (0228) 885-2250, erhältlich (Photo: Prof. Dr. Jörg Müller).

Weitere Informationen erteilt Professor Dr.-Ing. habil. Jörg Müller, Arbeitsbereich Halbleitertechnik der Technischen Universität Hamburg-Harburg, Telefon 040 / 42 878-3029, E-Mail j.mueller@tu-harburg.de
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