RUB-Kolloquium zur englischen Sprachgeschichte01.02.1999 - (idw) Ruhr-Universität Bochum
Am kommenden Wochenende, 5. /6. Februar, treffen sich an der RUB erstmals nach langer Zeit angesehene Forscher und Nachwuchswissenschaftler der Geschichte der englischen Sprache, um ihre Methoden und Erkenntnisse auszutauschen.
Bochum, 01.02.1999 Nr. 30 Sprache - ein Spiegel der Gesellschaft Rückbesinnung auf die Bedeutung der Schriftsprache Internationales wissenschaftliches Kolloquium an der RUB Am kommenden Wochenende, 5. /6. Februar, treffen sich an der RUB erstmals nach langer Zeit angesehene Forscher und Nachwuchswissenschaftler der Geschichte der englischen Sprache, um ihre Methoden und Erkenntnisse auszutauschen. Das internationale wissenschaftliche Kolloquium "The History of English as a History of Genres" wird von Prof. Dr. Hans-Jürgen Diller (Englisches Seminar, Fakultät für Philologie der RUB) organisiert .
Für klare Begriffe Die Erforschung der Geschichte der Schriftsprache ist lange Zeit von der Soziolinguistik in den Hintergrund gedrängt worden. Sie hat sich auf die Untersuchung der gesprochenen Sprache spezialisiert. Erst in den letzten zehn Jahren begannen Philologen, sich wieder mit der Geschichte der Textgattungen als Spiegel gesellschaftlicher Bedürfnisse und damit als Bindeglied zwischen Sprach- und Sozialgeschichte auseinanderzusetzen. Da aber den vereinzelten Untersuchungen eine gemeinsame Fachterminologie fehlt, will das Bochumer Symposium zu mehr terminologischer Klarheit beitragen. Die beteiligten Wissenschaftler decken das gesamte Spektrum der Sprachgeschichte vom Altenglischen bis zum Englisch der Gegenwart ab. Sprache als gewachsenes Kulturprodukt Die Untersuchung der gesprochenen Gegenwartssprache erfüllt zwar den Anspruch nach dem "Praxisbezug", kann aber die historische Dimension der Entwicklung der Schriftsprache nicht zu ihrem Gegenstand machen. Die Gefahr bei dieser Entwicklung ist, daß die Einsicht in Sprache als ein in Jahrhunderten gewachsenes Kulturprodukt verlorengeht, das die kommunikativen Bedürfnisse vergangener und gegenwärtiger Gesellschaften abbildet und bewahrt. Damit verliert man auch die Basis für die Untersuchungen aller Teilgebiete der Linguistik, da nur durch die Untersuchung der Schriftsprache eine Möglichkeit geschaffen wird, sprachliche Entwicklungen in Wechselwirkung mit langfristigen Tendenzen des soziokulturellen Wandels zu beobachten und somit vorübergehende von nach-haltigen Einwirkungen zu unterscheiden. Weitere Informationen Prof. Dr. Hans-Jürgen Diller, Fakultät für Philologie, Englisches Seminar, 22780 Bochum, Tel. 0234/700-2518, Fax. 0234/7094-264 Teilnehmer und Themen Prof. Douglas Biber (Flagstaff, Arizona, USA): 18th Century and 20th Century Parameters of Register Variation: A Multi-dimensional Comparison Prof. Norman F. Blake (Sheffield, GB): Fablieux and Other Short Tales in the History of English Dr. Carsten Breul (Bonn): Causal and Reason Clauses in Early Modern English Translations Prof. David Burnley (Sheffield, GB): Dynamism and Stasis: The Case of Courtly Language Prof. Manfred Görlach (Köln): A History of Text Types: A Componential Analysis Dr. Thomas Honegger (Zürich, CH): The Courtly Epic and the Emergence of a Language of Love Dr. Thomas Kohnen (Bonn): Text Types as Catalysts for Language Change Katja Lenz (Köln): Newspaper Adverts: The Developement of a Texttype: 1720-1900 Prof. Terttu Nevalainen (Helsinki, SF): Continental Conventions on Early English Correspondence Rodrigo Pérez Lorido (Oviedo, E): The Anglo-Saxon Chronicle: The Annalistic Style as Evidence for Old English Syntax Dr. Mike Reynolds (Sheffield, GB): New Genres in Late Modern English Prof. Josef Schmied (Chemnitz): Grammaticalization across Text-types in the Lampeter Corpus of Early Modern English Tracts Prof. Irma Taavitsainen (Helsinki, SF): Genres of Scientific Writing in Early Modern English
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