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Buchbestände neu entdeckt

02.02.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Universitäts- und Landesbibliothek Münster koordiniert Herstellung eines einheitlichen Online-Katalogs aller Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen. Die Kosten in Höhe von 10 Millionen Mark trägt das Düsseldorfer Wissenschaftsministerium.

Wer heute ein Buch in einer Bibliothek sucht, schaut in den Online-Katalog, am liebsten gleich vom dienstlichen oder häuslichen Arbeitsplatz aus. Bibliotheksbenutzer bevorzugen den elektronisch geführten Katalog, denn sie können dort durch Kombination von Namen, einzelnen Wörtern oder Jahreszahlen nicht nur jedes gewünschte Buch leicht identifizieren, sondern auch mit einer einzigen Suche viel Interessantes für ihr Thema finden.

Dieser Wunsch stellt für viele Bibliotheken aber noch ein großes Problem dar: Alles, was sie in den letzten 10 bis 20 Jahren an Büchern beschafft haben, ist mit Hilfe der Datenverarbeitung erfaßt und kann im Online-Katalog gefunden werden. Neben den PC's für die Kataloganfragen stehen aber in den Bibliotheken noch immer viele Reihen von Schubladenschränken der alten Zettelkataloge mit Millionen Titeln, die vor dem EDV-Zeitalter erworben wurden. Diese Titel müssen konvertiert, in elektronische Form umgewandelt werden - eine Sisyphus-Aufgabe, die neben den aktuellen Arbeiten nicht zu schaffen ist.

In Nordrhein-Westfalen wird diese Riesenaufgabe durch eine gemeinsame Anstrengung bewältigt: Das Düsseldorfer Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung stellt die Mittel bereit - insgesamt etwa 10 Millionen DM. Eine Spezialfirma "konvertiert" den zentralen Zettelkatalog für Nordrhein-Westfalen, der die Bücher von über 60 Bibliotheken nachweist, in elektronische Form. Insgesamt 4,7 Millionen Katalogkarten sind dabei zu bearbeiten. Das Hochschulbibliothekszentrum in Köln prüft, korrigiert und ergänzt die Arbeiten. Das Projekt wird von der Universitäts- und Landesbibliothek Münster koordiniert. Die Bibliotheken ihrerseits - ebenfalls vom Ministerium und von ihren Hochschulen unterstützt - ergänzen Standort und Exemplarzahlen ihrer Bücher und fügen aus ihren eigenen Zettelkatalogen alles hinzu, was der Zentralkatalog nicht enthielt.

Ende 1998 erreichte das Großprojekt im Alphabet den Buchstaben R. Über drei Millionen Bücher sind damit bereits elektronisch neu nachgewiesen. Für Dr. Roswitha Poll, Direktorin der Universitäts- und Landesbibliothek Münster, sind die positiven Auswirkungen des aufwendigen Unternehmens schon jetzt sichtbar: "Wenn ein Buch an einem Ort nicht vorhanden ist, kann es jetzt nach kurzer Recherche im Online-Katalog gezielt als Fernleihe bestellt werden - eine wesentliche Beschleunigung der bisherigen umständlichen Suchverfahren über die Zettelkataloge". Vor allem aber werden auch ältere Bücher endlich gefunden. Eine Anfrage z.B. unter dem Stichwort "Wasserversorgung" fördert neben den aktuellen Titeln zahlreiches älteres Material zutage, das als interessante Quelle genutzt wird. So nimmt die Benutzung der älteren Bibliotheksbestände denn auch bereits kräftig zu.

Schon jetzt ist abzusehen, welchen Nutzen der Nachweis aller nordrhein-westfälischen Bibliotheksbücher in einem einheitlichen Online-Katalog bringt. Da die Anfragen über das Internet weltweit erfolgen können, nutzt das Projekt nicht nur dem Land Nordrhein-Westfalen, das als erstes Bundesland seine gesamten Bibliotheksbestände online anbieten wird.
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