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Krebs bei Kindern

16.02.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Mit der Diagnose und Therapie von Bauchtumoren bei Kindern beschäftigt sich von Montag bis Mittwoch kommender Woche, 22. bis 24. Februar 1999, ein internationaler Kongreß an der Universität Münster. Die Tagung unter der Leitung von Prof. Dr. Günter-Heinrich Willital, Direktor der Klinik für Kinder- und Neugeborenenchirurgie, und Prof. Dr. Heribert Jürgens, Direktor der Klinik für Kinderonkologie der Westfälischen Wilhelms-Universität, ist die erste seit fast 15 Jahren, bei der Experten aus aller Welt speziell diese Thematik erörtern. Veranstaltungsort ist das Lehrgebäude der Medizinischen Einrichtungen an der Albert- Schweitzer-Straße 33 in Münster.

In den letzten Jahren sind die Kenntnisse über die Tumorentstehung, die Diagnose sowie die Therapie von Krebsgeschwülsten, insbesondere was das Kindesalter betrifft, immens gestiegen. So ist heute bekannt, daß verschiedene Faktoren die Tumorentstehung beeinflussen. Hierzu zählen Veranlagungen zu tumorösen Erkrankungen, die genetisch determiniert sind, Umwelteinflüsse, Ernährung und auch die Lebensweise. Die diagnostischen Methoden, wie zum Beispiel eine Chromosomen- oder Genanalyse, ermöglichen es, im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen Veranlagungen zu Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen und so die Entstehung von Tumoren zu verhindern beziehungsweise in einem sehr frühen Stadium zu behandeln. In der bildgebenden Diagnostik sind durch immer bessere Geräte immer kleinere Geschwülste sicher zu erkennen. Da das Erkennen von Tumoren der erste Schritt bei der erfolgreichen Therapie ist, nimmt die Diagnostik bei dem Kongreß einen wichtigen Stellenwert ein.

Bei der Therapie von Bauchtumoren sind zwei grundlegend verschiedene Wege zu unterscheiden: die chirurgische Entfernung von Tumoren und die konservative Therapie mit Chemotherapeutika. In den letzten Jahren sind auch hier große Fortschritte erzielt worden. Neuartige Operationstechniken mit Einsatz eines Lasers ermöglichen es, Blutungen bei der Operation zu verhindern. Dies verhindert eine Aussaat von Tumorzellen während der Operation und macht Bluttransfusionen nach dem Eingriff überflüssig. Dadurch werden Krankheiten, die durch eine Blutübertragung entstehen können, wie etwa eine Hepatitis- oder HIV-Infektion, verhindert. Durch den Einsatz eines "Ultraschallmessers", dem CUSA, ist es möglich, früher als inoperabel geltende Tumoren im Bauchraum zu entfernen und das gesunde, vom Tumor nicht infizierte Gewebe komplett zu erhalten. Diese neuen Methoden haben den Erfolg der chirurgischen Therapie erheblich gesteigert.

Die konservative Krebsbehandlung durch Chemotherapeutika ist heute so erfolgreich, daß spezifisch die Tumorzellen zerstört werden können, ohne den gesunden Organismus zu schwächen. Dies ist erst durch das Verständnis der molekularen Strukturen vieler Tumoren möglich geworden. Auf dieser Grundlage konnten neue Präparate entwickelt werden, durch die die Wirksamkeit der Therapie in den letzten Jahren gesteigert werden konnte. Ebenso konnte die Zahl und die Ausprägung von Nebenwirkungen bei der Chemotherapie verringert werden. Bei vielen Tumoren hat sich eine Kombination von konservativer und chirurgischer Therapie etabliert: Durch eine Chemotherapie werden die Tumoren erst sehr stark verkleinert und anschließend dann chirurgisch entfernt. Auf diese Art und Weise lassen sich heute viele Kinder mit einem Tumorleiden im Bauchraum heilen. Ergebnisse und Vorgehensweisen werden in über 60 Vorträgen diskutiert.

Zu den Themen Diagnose, Therapie und Nachsorge werden Übersichtsvorträge, sogenannte "State-of-the-Lectures", gehalten. Das heißt, zu speziellen Gesichtspunkten oder einem speziellen Thema faßt jeweils ein auf diesem Gebiet international anerkannter Experte das aktuelle Wissen zusammen. Im Anschluß werden dann in Form einer internationalen Konferenz Leitlinien für die zukünftige Behandlung erarbeitet.

Die Übersichtsvorträge des Kongresses werden in Form einer Videozusammenfassung im Internet publiziert. Weitere ausgewählte Vorträge werden ebenfalls als Video abrufbar sein. Alle bei diesem Kongreß gehaltenen Vorträge werden im Internet unter der Adresse www.multimedica.de zur Verfügung gestellt.

Begleitet wird das Programm von Symposien über zentralvenöse Katheter und "Tissue Engineering" sowie einem Stomaseminar für Pflegeberufe. "Tissue Engineering" ist ein Thema der Zukunft. Es handelt sich hierbei um Organersatz durch körpereigenes Gewebe. Schon heute ist es möglich, aus Zellen eines Menschen für bestimmte Zwecke Zellverbände herzustellen, um so entstandene Defekte zu schließen. Beim Symposium in Münster kommen Wissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern zusammen, um gemeinsam Lösungen für die Zukunft zu suchen, zu finden und zu diskutieren.

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